10 Tipps für einen Besuch in Bristol

1. Nachtleben in Bristol

Gute Livemusik ist in Bristol fast an jedem Abend der Woche zu hören. Dass das Nachtleben so aufregend ist, hängt wohl auch damit zusammen, dass rund zehn Prozent der knapp 450 000 Einwohner Studenten sind. Die bekanntesten Konzert-Venues der Stadt sind unter anderem MotionLakota oder Cosies, das sich nachts regelmäßig von einer Weinbar in einen coolen Club verwandelt.


Nachtleben in Bristol - "Under The Stars" Bar // Foto © Martin Lacey

Bristol prägte die moderne Popmusik in den 1990er-Jahren mit dem Trip Hop und Bands wie Massive Attack und Portishead, die von hier kommen – bis heute spielt Bristol in der englischen Musikszene eine große Rolle. Einen guten Namen hat sich etwa das Love Saves The DayFestival gemacht, das an zwei Tagen Ende Mai im Eastville Park veranstaltet wird. Das Bristol International Jazz- und Bluesfestival im März ist eine andere der großen  Musikveranstaltungen.

 

2. In die Luft gehen

Frühaufsteher sind hier klar im Vorteil, denn sie können beim Bristol Balloon Festival Mitte August den Start der mehr als 100 Ballons bewundern, die bunt und in fantasievollen Formen im Morgengrauen über der Stadt schweben. Aber keine Sorge: Am Abend besteht eine weitere Gelegenheit, das Schauspiel zu erleben. Die Ballon-Starter, die hier ein ganzes Wochenende lang gegeneinander antreten, reisen aus aller Welt an. Für Besucher ist der Eintritt zu der Veranstaltung rund um den Ashton Court Estate frei. Ballonfahrten werden natürlich auch angeboten.


Bristol Balloon Festival

Extratipp für Festival-Fans:

In Bristol finden fast das ganze Jahr über Festivals statt, hier einige weitere Beispiele:  

Bristol Harbour Festival 

Brisfest 

Bristol Americana Festival ein Country- und Bluesfestival in der Colston Hall

Craft Beer Festival

Slapstick Festival hier werden Stummfilme von einem Live-Orchester begleitet

 

4. Street Art in Bristol

Über Banksy, den geheimnisumwitterter Street Art-Künstler kursieren viele Gerüchte,  eines ist allerdings verbürgt: Er kommt aus Bristol. Über der Stadt verteilt gibt es mehrere Murals von ihm zu sehen. Im Viertel Stokes Croft etwa ist „The Mild Mild West“ von 1999 zu sehen – ein Teddybär, bewaffnet mit einem Molotowcocktail, der Polizisten hinter Schutzschildern gegenübersteht. An die 150 Street-Art-Künstler leben in Bristol, dementsprechend farbenfroh sind viele Wände gestaltet. Am besten schließt man sich einer geführten Street-Art-Tour an, zum Beispiel von Where the Wall oder The Ultimate Bristol Walking Tour.


Banksy Street Art in Bristol  // Foto © Morgane Bigault

Besonders lebendig ist die Szene in Bedminster und Southville, nur zehn Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Dort findet auch einmal im Jahr das Upfest Festival statt. Es ist das größte Street Art Festival Europas, zu dem rund 300 Künstler aus 25 Ländern weltweit kommen und vor den Augen von insgesamt 25 000 Zuschauern live riesige Bilder sprühen oder an Workshops teilnehmen.

 

5. Bristol von oben sehen

Spektakulär ist die Clifton Suspension Bridge. Sie wurde von Isambard Kingdom Brunel entworfen, auf ihn ist die Stadt besonders stolz. Als das Bauwerk 1864 endlich fertig war, lebte Brunel allerdings bereits nicht mehr. Doch sein Vermächtnis steht bis heute. Ursprünglich wurde die Brücke über die tiefe Schlucht des Flusses Avon errichtet, um den Pferdekutschenverkehr zu bewältigen – heute fahren bis zu 12 000 Autos täglich darüber. Für Autofahrer ist die Benutzung der 400 Meter langen Brücke kostenpflichtig, Fußgänger und Radfahrer zahlen nichts.


Clifton Suspension Bridge

Am besten läuft man von der Innenstadt zur Brücke, die in 75 Metern über der Schlucht verläuft und einen schönen Blick auf Bristol bietet. Von dort kann man Clifton, einen attraktiven Vorort mit prächtigen, georgianischen Stadthäusern erkunden. Wer weiter den Hügel hinaufgeht, kann das Observatorium besuchen, das 1828 eröffnet wurde. Hier gibt es eine große Höhle, zu der ein rund 60 Meter langer Tunnel führt. Und hier steht eine Camera Obscura (die einzige, die es heute noch in England gibt) – mit schönem Blick auf die Suspension Bridge.

 

6. Bristol auf einer Bootstour erleben

Eine Bootstour oder Fährfahrt sollte man sich in Bristol nicht entgehen lassen, immerhin reicht die maritime Geschichte der Stadt weit zurück. Schon der mittelalterliche Templerorden nutzte Bristol als seinen wichtigsten Handelshafen. Heute ist der Hafen mit seinen Galerien, Bars und Restaurants vor allem ein touristisch wichtiger Ort. Nicht zuletzt weil hier die SS Great Britain liegt. Das legendäre Dampfschiff, das als Mutter aller modernen Kreuzfahrtschiffe gilt, wurde ebenfalls von Brunel entworfen. Mehr als 170 Jahre lang war das Schiff auf den Weltmeeren unterwegs, dabei umrundete es die Erde 32 Mal. Das Leben an Bord zu viktorianischen Zeiten ist hier nicht nur sichtbar, sondern wird anhand von Geräuschen und Gerüchen anschaulich gemacht.

Wer am Wochenende hier ist, kann den Bristol Harbourside Market besuchen. Der Kreativmarkt erstreckt sich über den ganzen Hafen, hier gibt es Kulinarisches wie handgemachtes Brot genauso wie Bücher und Kunsthandwerk.


Bootstouren Bristol Ferry // Foto © Destination Bristol

Extratipp:

Der beliebteste Markt Bristols ist der 1743 gegründete, überdachte St. Nicholas Markt. Geöffnet Montag bis Samstag 9.30 bis 17 Uhr. In den angeschlossenen Glas-Arkaden werden an kleinen Ständen Spezialitäten und Snacks aus aller Welt verkauft.

 

7. Eine Radtour durch Bristol 

Das Meer ist nicht weit und die Stadt ist durchzogen von etlichen Hügeln: Kein Wunder, dass Bristol als eine der schönsten Städte Englands gilt. Mit ihren mehr als 400 Parks und Gärten wurde sie im Jahr 2015 sogar zur „Grünen Hauptstadt Europas“ (European Green Capital City 2015) erklärt – als erste britische Stadt überhaupt. Die kostenlose App Bristol Parkhive führt Besucher zu den grünen Spots der Stadt. Ideal zum Erkunden Bristols ist eine Radtour, allerdings sollte man die teils beachtlichen Steigungen nicht unterschätzen. Von Bristol nach Bath führt ein landschaftlich schöner Weg auf einem alten Schienenbett: Der 13 Kilometer lange Bristol Bath Railway Path. Die Strecke kann per Rad oder zu Fuß absolviert werden. Etwas für abenteuerlustige Mountainbiker ist der Avon Timberland Cycling Trail, der nahe der Clifton Suspension Bridge beginnt.


Bristol Railway Path // Foto © Sustrans

8. Gin probieren

Die einzige Destillerie Bristols liegt etwas außerhalb der Stadt. Bei Bramley and Gage wird heute noch genau wie bei der Gründung vor 20 Jahren alles von Hand gemacht. Neben dem „6 o’clock Gin“ entstehen Fruchtliköre aus dem Obst aus eigener Ernte oder von örtlichen Bauern. Bei einer Tour durch die Destillerie erfahren Besucher alles über die Herstellung und können die eine oder andere Kostprobe nehmen. In der Regel finden Führungen an vier Terminen im Monat statt, meist am zweiten und am letzten Wochenende. Die Tour dauert rund anderthalb Stunden und kostet 15 £ pro Person.


Gin Tasting "6 O'Clock Gin" // Foto © ​​​​​​Bramley and Gage 

9. Pubs in Bristol

Kneipen und Bars gibt es überall in Großbritannien, doch in Bristol kann man einen Besuch sogar mit historisch-literarischem Interesse begründen. Der Llandoger Trow steht schon seit 1664. Das urige Fachwerkhaus ist nicht nur der ältesten Pub Bristols, hier war einst sogar der berühmte Pirat Captain Blackbeard Stammgast und Daniel Defoe soll im „Llandoger Trow“ Alexander Selkirk getroffen haben, dessen Erzählungen ihn zu „Robinson Crusoe“ inspirierten. Der Pub diente angeblich auch Robert Louis Stevenson als Vorbild für seine Kneipe „Admiral Benbow“ in „Die Schatzinsel“.


Pub "Illusions Magic Bar Bristol" // Foto © Illusions

Weitere Tipps:

Wer seinen Cocktail gern im eleganten Ambiente zu sich nimmt, wird sich im Hyde & Co oder „The Milk Thistle“ wohlfühlen. Der Eingang dieser beiden „speakeasy“, also so genannten „Flüsterkneipen“, liegt – das ist Teil des Konzepts – etwas versteckt. Magisch geht es dagegen im Illusion  zu. Die Bar wurde von einem Zauberer gegründet, sie ist gespickt mit Illusionen und Zaubertricks. Im Coronation Tap nicht weit von der Suspension Bridge, kann man sich dagegen durch eine rekordverdächtige Auswahl von Cider probieren. In Bristol gibt es etliche weitere Pubs und Bars, viele spielen Livemusik.

 

10. Bühne frei!

Auch in Sachen Theater kann Bristol einen Rekord vorweisen: Das Bristol Old Vic ist das älteste ohne Unterbrechungen bespielte Theater in der englischsprachigen Welt. Im Jahr 2016 feiert es seinen 250. Geburtstag. Daniel Day Lewis nannte es einst das „schönste Theater Englands“. Er ist – genau wie Sir Patrick Stewart, Jeremy Irons, Naomie Harris und viele andere namhafte Schauspieler und Regisseure – Absolvent der renommierten Bristol Old Vic Schauspielschule. Nachdem das Theater vor kurzem für zwölf Millionen Pfund saniert wurde, erstrahlt es jetzt in neuem Glanz und ist eine der fortschrittlichsten Spielstätten des Landes. Wer eine Vorstellung besuchen möchte, sollte sich rechtzeitig ein Ticket sichern, die Vorstellungen sind gut besucht.


Bristol Old Vic Theatre // Foto © Bristol Old Vic

Weitere Informationen über Bristol gibt es auf http://visitbristol.co.uk/