Die bunteste Reisezeit: Herbst in Südengland

Mildes Klima, die Landschaft in ihren schönsten Farben und ganz viel Ruhe: Wenn man Südengland im Herbst besucht, erlebt man nahezu leere, weite Sandstrände und beliebte Seebäder ohne große Touristenströme. Und dank der Nebensaison sind die Eintritte und Übernachtungspreise nun oftmals günstiger.

Jetzt im Herbst gibt es reichlich frische Austern. Es werden Äpfel und Birnen geerntet, später dann Kürbisse und Pilze. Halten Sie die Augen nicht nur offen nach saisonaler Küche, sondern schauen Sie, ob Sie nicht eines der vielen Erntedankfest besuchen können, die nun im Oktober gefeiert werden. Apropos Augen offen halten: Jetzt im Herbst ist auch die beste Zeit, um auf einer Wanderung Zugvögel und Wildtiere wie Füchse, Dachse, Rehe und Hirsche zu beobachten. Viele Parks und Gärten bleiben im Herbst nicht nur geöffnet, sondern entfalten jetzt erst ihren besonderen Charme, weil die Blätter orange, pink, gelb und blutrot leuchten. Ein besonderes Spektakel sind die Bonfire Nights, auch bekannt als Guy Fawkes Night, rund um den 5. November, wenn landesweit Feuerwerk und Lagerfeuer zu sehen sind, eine Tradition, die ins 17. Jahrhundert zurückreicht.

Ob Sie von Dover in Richtung Cornwall im Zick-Zack auf und ab durch Südengland fahren oder lieber eine Schleife in oder entgegen dem Uhrzeiger drehen: Hier haben wir für Sie Tipps für eine herbstliche Reise von Ost nach West zusammengestellt.


Seaford Head vor der Kulisse der Seven Sisters Kreidefelsen in Südengland

Kent

Wenn Sie mit der Fähre in Dover ankommen, können Sie in der kleinen Stadt in Kent erst einmal einiges erkunden, ehe Sie weiter ins Landesinnere fahren: Dover Castle ist Englands größte Burg. Seit ihrer Erbauung im Jahr 1180 war sie von großer strategischer Bedeutung, denn von Dover führt der kürzeste Seeweg auf‘s europäische Festland. Mittelalterliche Tunnel und sogar ein Leuchtturm aus römischer Zeit sind zu sehen. Über die wechselvolle Geschichte der Burg vom Mittelalter über die napoleonischen Kriege bis zur Neuzeit informieren verschiedene Ausstellungen und multimediale Inszenierungen in der Burg.

Von Dover sind es rund 30 Minuten mit dem Auto bis nach Canterbury. Wer die mittelalterliche Domstadt noch nicht kennt, sollte unbedingt einen Abstecher dorthin unternehmen. Ihr berühmtestes Wahrzeichen ist die Kathedrale, die Sitz des Erzbischofs von Canterbury ist. Sie gehört zum Weltkulturerbe, genau wie auch beispielsweise St. Martin’s Church. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe restaurierter Bauwerke in Canterbury. Wer Ende September (26. bis 28.9.2019) anreist, kann das Canterbury Food & Drink Festival miterleben, bei dem man lokale Köstlichkeiten aus regionalem Anbau wie Bier, Cider, Gebäck und britisches Street Food probiert werden können. Sehenswert ist auch das Canterbury Festival im Oktober (19. Oktober bis 2. November) mit Konzerten, Performances und Führungen mit Gruselfaktor (Gruesome Canterbury Tales Walks).

Etwas weniger überlaufen als in Canterbury geht es knapp 20 Minuten nördlich zu. Whitstable ist gerade jetzt im Herbst ein beschaulicher Ort am Meer, der bekannt ist für seine außerordentlich guten Austern. In kleinen Hütten am Strand und auch in den Restaurants werden die fangfrischen Meeresfrüchte zu recht moderaten Preisen serviert. Bei einem Bummel durch die kleine Einkaufsstraße des Städtchen kann man Cafés, Vintageläden und schöne Boutiquen entdecken.

Ein Abstecher nach Rochester lohnt schon deshalb, weil Charles Dickens in der Gegend seine Kindheit verbrachte. Oft wird das viktorianische London mit seinen Werken assoziiert, doch bei einem Bummel durch die Altstadt von Rochester in Medway wird deutlich, wie sehr ihn diese Gegend inspiriert hat. Plaketten an vielen Häusern weisen daraufhin, wie der Schriftsteller diese Orte in seine Romane eingebaut hat. Und wenn man dem örtlichen Friedhof einen Besuch abstattet, wird man auf so manchem Grabstein Namen entdecken, die Dickens literarisch verwendet hat.

Als erfolgreicher Autor kehrte Charles Dickens 1856 zurück nach Rochester und kaufte das Herrenhaus Gad’s Hill Place; hier lebte er bis zu seinem Tod 1870. Heute ist Gad’s Hill Place eine Schule. Besichtigen kann man aber das „Swiss Chalet“, das Charles Dickens geschenkt bekam - ein kleines zweistöckiges verziertes Holzhaus, das im Garten von Gad’s Hill stand. Dickens‘ Swiss Chalet steht heute im Garten des ebenfalls sehenswerten Eastgate House (geöffnet Mittwoch bis Sonntag 10 bis 17 Uhr). Unbedingt besuchen sollte man auch die Ruine Rochester Castle (von Oktober bis März 10 bis 16 Uhr geöffnet) sowie die Kathedrale. Sie ist nach Canterbury die zweitälteste Kathedrale in England und wurde im Jahr 604 gegründet.

Nur ein Katzensprung ist es von Rochester nach Chatham, ebenfalls am Fluss Medway gelegen. Hier können Besucher dank der Historic Dockyards eindrucksvoll sehen, wo und wie Großbritannien einst seine Schiffe baute, mit denen das koloniale Weltreich begründet wurde.

Von Rochester lohnt sich ein Abstecher gen Süden nach Sissinghurst. Der vielleicht bekannteste Garten Englands wurde von der exzentrischen Schriftstellerin Vita Sackville-West angelegt. Er ist bis Ende Oktober geöffnet. Nun im Herbst hängen die Obstbäume voller Früchte und die Blätter der Laubbäume verfärben sich gelb-rot. Vielleicht noch beeindruckender zu dieser Jahreszeit ist Scotney Castle: Der gesamte hügelige Landschaftspark ist mehr als 280 Hektar groß und so angelegt, dass sich immer wieder neue schöne Blickachsen ergeben. Alles ist so gestaltet worden, dass die Ruinen des Wasserschlosses aus dem 14. Jahrhundert perfekt inszeniert sind. Die vielen Farne und sich verfärbenden Laubbäume liefern im Herbst eine einzigartige Farbexplosion. Besonders die 100 Jahre alten japanischen Schlitz-Ahornbäume sind ein echter Blickfang!

Weiter geht es nach Hever Castle, das wohl niemals schöner ist als im Herbst, wenn die Blätter, der sich am Gemäuer emporrankenden Jungfernreben sich in einem leuchtenden Blutrot zeigen. Rundherum wachsen Buchen, Amber- und Tulpenbäume sowie Fächer-Ahorn und stehen ihnen farblich in nichts nach. Und das Beste: Der Garten von Hever Castle ist nicht nur zum Anschauen da. Im Herbst haben Besucher hier die Gelegenheit, zu lernen, wie man Samen abnimmt, trocknet und aufbewahrt. Im Oktober finden jeden Dienstag und Mittwoch kostenfreie Führungen durch Faith’s Garden statt, bei denen Besucher viel Praktisches über Gartenkultur lernen können.


Hever Castle in Kent, Südengland

Sussex

Fährt man von Hever Castle Richtung Süden, gelangt man zu den Sieben Schwestern: The Seven Sisters werden die Kreidefelsen am Ärmelkanal genannt. Der Kontrast der weißen Kliffs zu den Herbstfarben, in denen die Landschaft nun leuchtet, ist besonders dramatisch und schön. Im 280 Hektar großen Seven Sisters County Park gibt es zahlreiche Wander- und Radwege. Auf den Touren kann man nun wunderbar Zugvögel, darunter viele Gänse und andere Wasservögel beobachten. Das Besucherzentrum des Parks hat bis Ende Oktober täglich geöffnet, hier bekommt man Tipps und Kartenmaterial für Unternehmungen.

Wem nach dieser Naturerfahrung der Sinn nach Stadtbummel steht, der ist in Brighton genau richtig. Das Seebad liegt nur eine halbe Stunde Autofahrt in Richtung Westen. Brighton wird gern die Badewanne Londons genannt. Auch wenn es zum Baden jetzt zu kühl sein mag: In der Altstadt findet man Vintage, Secondhand-Läden, Kunsthandwerk- oder Plattenläden, in denen man stundenlang stöbern kann. Ein Spaziergang entlang der Marina mit dem charakteristischen Brighton Pier und den kleinen Buden ist ein Muss. Und falls das Wetter allzu herbstlich ist, kann man alternativ das Sea Life Aquarium besuchen oder in der knallbunt-verrückten Indoor-Golf-Anlage putten. Sie ist nach Themen wie z.B. Jurassic Park gestaltet und leuchtet in Neonfarben und ultraviolettem Licht.


Brighton Pier in East Sussex, Südengland

Wer lieber im Landesinneren bleiben und die Seven Sisters und Brighton auslassen möchte, kann von Hever Castle auch eine Stunde weiter Richtung Westen fahren und dort durch den Skulpturenpark n Farnham in Surrey spazieren. Auf vier Hektar wachsen hier nicht nur seltene und exotische Gehölze, sondern sind auch ganz verschiedene Skulpturen zu entdecken. 800 wechselnde und verkäufliche Kunstwerke von etwa 300 Künstlern werden hier ausgestellt. Ob fabelartige Wesen oder abstrakte Formen: Gerade im Herbst, wenn sich in den Wassergärten der Anlage die bunten Farben spiegeln, ist das ein eindrucksvolles Erlebnis.

 

Hampshire


Von Farnham oder Brighton ist es nicht weit bis Portsmouth. Auch hier geht es nun weniger trubelig zu als in der Hauptsaison. Die jahrhundertalte maritime Geschichte der Hafenstadt kann man in den Historic Dockyard erleben. Hier sieht man so berühmte Schiffe wie die HMS Victory, mit der Lord Nelson 1805 in die Schlacht von Trafalgar zog. Einen spektakulären Blick über den Hafen und die Stadt bietet der Spinnaker Tower. Aus 170 Metern Höhe blickt man über das vor wenigen Jahren neu gestaltete Hafengelände. Die Form des Turms, der heute Portmouths Wahrzeichen ist, soll an ein aufgeblähtes Segel erinnern.

Einen Abstecher wert ist auch das Städtchen Winchester. Allein schon wegen der 1000 Jahre alten Winchester Kathedrale. In dem beeindruckenden Bauwerk wurden nicht nur Könige und Bischöfe begraben, auch die berühmte Schriftstellerin Jane Austen ist hier beerdigt.


Das Restaurant "The Old Vine" in Winchester, Südengland // Foto von ©VisitBritain/Andrew Pickett

In der früheren Hauptstadt Englands ist der Rittersaal von Winchester Castle eine andere große Attraktion. Was ihn so beliebt bei Besuchern macht? Es ist vor allem die Rosette an der Wand mit einer Darstellung von König Artus‘ Tafelrunde. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert. Aber sehenswert ist auch der herbstliche Kräutergarten hinter dem Rittersaal: Queen Eleanor’s Garden.

Nur 20 Minuten mit dem Auto von Winchester entfernt, steht in Chawton das Haus von Jane Austen. Es ist heute ein Museum, das in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiert. Im Herbst werden literarische Workshops und kleine geführte Wanderungen angeboten.


Chawton House in Hampshire

In die Vergangenheit abtauchen und bei einen womöglich nicht ganz so sonnigen Herbsttag in den schönsten Autodesigns schwelgen, können Besucher im National Motor Museum in Beaulieu bei Southhampton. Insgesamt sind hier 285 Fahrzeuge ausgestellt, darunter solche aus dem Jahr 1875 genauso wie windschnittige Formel-1-Autos. Und wenn das Wetter gut ist, sollte man auch die originellen Gärten, die zum Anwesen gehören, nicht verpassen, etwa der Alice-im-Wunderland-Garten oder der Viktorianische Küchengarten. Mill Pond Walk, ein Spaziergang entlang des Sees, hält optisch die eine oder andere Überraschung bereit. Auch das Palace House selbst, das bis heute von der Familie Montagu bewohnt ist, kann besichtigt werden. Die Ruinen der Abtei, die vor 800 Jahren gebaut wurde, sind ebenfalls sehenswert.

 

Wiltshire

Nur eine Stunde von hier entfernt, steht ein Weltwunder: Stonehenge in der Grafschaft Wiltshire. Die zehntausende Jahre alten Steinkreise, die Forschern bis heute Rätsel aufgeben, sind in der Nebensaison weit weniger überlaufen als im Sommer. Am besten besucht man Stonehenge gleich früh am Morgen, wenn Nebel zwischen den Monolithen aufsteigt. Die Herbststimmung verstärkt die geheimnisvolle Atmosphäre, die diesen Ort umgibt.


Stonehenge in WIltshire, Südengland // Foto von ©VisitBritain/ Stephen Spraggon

Eine andere großartige Sehenswürdigkeit in Wiltshire unweit von Stonehenge ist die Kathedrale von Salisbury. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet und hat eine kunstvoll verzierte Westfassade. Der Kirchturm ist mit 123 Metern der höchste Englands.

Weiter geht es gen Westen. Der nächste Stop ist Stourhead, ein Landhaus aus dem 18. Jahrhundert mit dazugehörigem Garten. Der beeindruckende Landschaftsgarten lässt sich am besten bei einem gemütlichen Spaziergang auf einer der vielen ausgeschilderten Routen erkunden. Zu entdecken sind klassizistische Tempel oder Höhlen, im Herbst mit einem faszinierendes Farbspiel aus Rot-, Braun- und Orangetönen. Im Herrenhaus ist eine Kunstsammlung, eine Kollektion von Chippendale-Möbel sowie eine Bibliothek zu finden.

 

Gloucestershire

Ebenfalls eine wahre Pracht im Herbst ist das nördlich von hier gelegene Westonbirt Arboretum. Es ist ein Erlebnis für Augen und Ohren: Das bunt verfärbte Laub der Ahorn- und Nussbäume ist unvergleichlich und die Japanischen Kuchenbäume verströmen dazu einen Duft, der an Lebkuchen erinnert. Das Arboretum ist knapp 240 Hektar groß, es gibt hier mehrere Lehr- und Erlebnispfade.

Kleiner aber nicht weniger bunt im Herbst ist das Batsford Arboretum, weiter nördlich. Auf dem 22 Hektar großen Gelände gelangt man über mehrere Pfade zu Waldlichtungen und Bächen. Geöffnet ist das ganze Jahr über. Zum Arboretum gehört ein Pflanzenzentrum sowie ein Gärtnerei-Shop und ein Café.

Direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite informiert das Cotswold Falconry Centre über verschiedene Greifvögel. Mehr als 130 Vögel, darunter Adler, Falken und Eulen, leben hier. Bei den täglichen Flugshows wird Besuchern die Bedeutung und Lebensweise der imposanten Vögel nahe gebracht.


Castle Combe in Wiltshire, Südengland // Foto von ©VisitBritain/Dana Maree

Weiter geht die Fahrt nach Bristol, eine Stadt, die bislang noch viel zu wenig Beachtung als Reiseziel findet. Bristol ist recht hügelig und so ergeben sich immer wieder schöne und neue Ausblicke. Die Studentenstadt ist lebendig, hat Street Art, Gallerien und viel Kunst zu bieten – genauso wie eine lange Geschichte mit einer ehrwürdigen Kathedrale. Die Gegend in und um Bristol ist berühmt für die Herstellung von Cider – deshalb sollte man in den Pubs von Bristol unbedingt die eine oder andere lokale Sorte probieren. Jeden Freitagabend starten an der Bristol Cathedral Walking Touren mit Gruselfaktor – sie sind im dunklen Herbst natürlich besonders schaurig.

 

Dorset

Wer es lieber beschaulicher statt gruselig mag, fährt nach Dorset. Die Küste ist jetzt im Herbst nämlich nur wenig besucht. Das heißt, während Herbstwinde das Meer aufpeitschen, kann man Spaziergänge an den schneeweißen Stränden unternehmen und die gesunde salzige Luft in vollen Zügen einatmen. Ein absoluter Höhepunkt in Dorset ist die Lulworth Bucht: in der Form eines Hufeisen schmiegt sich die Bucht ins Landesinnere. Im Sommer kann es hier recht voll sein, doch ab September kann man den Anblick ganz in Ruhe genießen.


Lulworth Cove in Dorset, Südengland // ©VisitBritain/ Ben Selway

Überhaupt ist die 150 Kilometer lange Juraküste (Jurassic Coast), die sich von Dorset nach Devon erstreckt, atemberaubend schön – sie ist sowohl ausgezeichnet als „Area of Outstanding Beauty“ als auch als Unesco Welterbe. Ab Lulworth kann man eine leichte, gut zwei Kilometer lange Wanderung zur natürlichen, im Meer stehenden Felsbrücke Durdle Door unternehmen.

Übrigens darf man an mehreren Orten entlang der Jurassic Coast als Urlauber lose Fossilien sammeln – und die Suche ist im Herbst besonders vielversprechend. Nach den für die Jahreszeit typischen Stürmen ist etwa der Strand von Charmouth oftmals übersät mit Fossilien. Wer mehr über Fossilien erfahren will und wissen möchte, wie man sie am besten findet, kann bei einer der geführten Touren des Charmouth Heritage Centre mitmachen.

 

Devon

Von Charmouth aus ist man innerhalb von 2 bis 3 Stunden in Torquay an der so genannten Englischen Riviera. Mitte September findet hier, im Geburtstort der berühmten Autorin, das Internationale Agatha Christie-Festival statt. Aufschlussreich ist ein Spaziergang auf der Agatha Christie Mile, auf dem man einiges über das Leben der Autorin in dem hübschen Badeort erfährt.

Für eine längere Wanderung in der Natur empfiehlt sich der Dartmoor National Park. Wenn dort in Miss-Marple-Krimi-Stimmung Nebel über der in bunten Farben leuchtenden Heidelandschaft aufsteigt, darf man nur nicht erschrecken, wenn man im Dunst dunkle Gestalten ausmacht: Das können nämlich auch die halbwilden Ponys sein, die hier als vierbeinige Gärtner grasend die Landschaft frei halten und somit bewahren.


Wanderer im Dartmoor Nationalpark in Somerset, Südengland  

Plymouth ist eine weitere englische Hafenstadt von großer Bedeutung. Im Jahr 1620 stach die Mayflower mit den ersten Pilgervätern gen Amerika in See. Das Mayflower Museum widmet sich dem Thema auf drei Etagen. Auch sonst dreht sich in der Stadt vieles um diese bedeutungsvolle Reise: Das gilt umso mehr für das kommende Jahr, wenn das 400. Jubiläum der Mayflower-Fahrt ansteht. In Plymouth steht auch die älteste Gin-Destillerie Großbritanniens. Das Bauwerk, in das 1793 die Destillerie einzog, war zuvor ein Kloster, dessen mittelalterlicher Speisesaal bis heute erhalten ist.

 

Cornwall

Unsere Route nähert sich zwar langsam dem Ende, aber mit einem Höhepunkt, denn wir erreichen Cornwall, Südenglands beliebtestes Sommerreiseziel. Deshalb ist gerade jetzt in der Nebensaison die beste Zeit, um hier zu sein. Die Strände sind leer und man kann sich in der wunderschönen Umgebung in aller Ruhe entspannen. In diesem, von warmem Klima verwöhnten Landesteil dauert der Sommer länger als anderswo in England und der Herbst ist mild. Gärten wie Trebah Garden mit seinen subtropischen Pflanzungen und einem Meer von lilafarbenen und weißen Hortensien im Herbst, bleiben nicht nur das ganze Jahr für Besucher offen, sondern sind gerade jetzt besonders schön. Im Trelissick Garden sieht man nun, welche bunte Vielfalt an reifen Apfelsorten es gibt: ganze 70 verschiedene Apfelbaumsorten gedeihen hier, darunter alte Sorten wie „Cornish Pine“ und „Hockings Green“. Im 19. Jahrhundert galt Trelissick nicht ohne Grund als der Obstgarten Cornwalls.

Weiter geht es an der Küste entlang bis zu der cornischen Stadt Marazion. Von hier aus können Besucher per Boot oder bei Ebbe sogar zu Fuß die Insel St. Michael’s Mount erreichen. Auf dem Eiland steht eine imposante Burg, in deren historischem Terrassengarten auch Palmen gedeihen.


Auf dem Weg zum St Michaels Mount in Cornwall, Südengland // Foto von GalleryStock

Trengwaiton Garden kann man bis Ende Oktober besuchen. Der Garten hat mächtige Baumfarne und einen mit alten Mauern umfriedeten Küchengarten zu bieten. Ein ganz besonderes Besucher-Highlight sind die Vogelscheuchen, die hier jährlich vom Spätsommer bis in den Herbst hinein ausgestellt werden. In diesem Jahr lautet das Motto „Wenn ich einmal groß bin, dann möchte ich werden …“. Die Gestaltung der Puppen ist sehr aufwändig und der Ausstellung fiebern Einheimische und Besucher in jedem Jahr wieder entgegen.

In Cornwall gedeihen nicht nur wunderschöne Gartenpflanzen, sondern auch Wein. Jetzt im Spätsommer bis Herbst steht die Lese an. Camel Valley, Bosue Valley oder Hambledon Vineyard sind nur drei Beispiele von Weingütern in Cornwall, die Besuchern offen stehen. Sie bieten Führungen und Verkostungen an.

Von Cornwall bis nach Kent entstehen mittlerweile prämierte Schaumweine, Pinot Noirs und andere gute Tropfen. Eine Übersicht, welche englischen Weingüter es gibt und ob sie für Besucher offen stehen, bietet diese Webseite www.winegb.co.uk.


Padstow in Cornwll, Südengland

Die kleine Stadt Falmouth blickt vor allem aufgrund ihres Hafens auf eine bedeutungsvolle Vergangenheit in Cornwall zurück. Bemerkenswert: Ihr Naturhafen ist bis heute einer der größten der Welt. Doch Falmouth ist heute vor allem ein beschaulicher und beliebter Ferienort. Sehenswert sind die Gyllyngdune Gardens, die nun historisch getreu restauriert wurden – sie waren einst 1907 fertig gestellt und zwischendurch vernachlässigt worden. Sehenswert sind etwa der dortige Princess Pavillon sowie die mit Muscheln verzierten Sitze und Grotten im Garten.

Zerklüftete Klippen und ein rauschendes Meer: Land’s End ist nicht unbedingt spektakulärer als andere Orte an der insgesamt schönen, cornischen Küste und viel zu sehen gibt es hier eigentlich nicht. Doch Land’s Ends Bedeutung ist eine symbolische, denn hier hat man nicht nur den äußersten Zipfel Cornwalls erreicht, sondern auch das westliche Ende des britischen Festlands. Ebenso verhält es sich mit Lizard Point auf der Lizard Halbinsel, 40 Kilometer von Land’s End entfernt: Es ist der südlichste Punkt Englands. 

Von Land’s End aus kann man seine Fahrt ins nördliche Cornwall fortsetzen, zum Beispiel nach St Ives: Die Bucht an der Nordküste Cornwalls trägt den gleichen Namen wie die Küstenstadt. St Ives hat nicht nur das angeblich mildeste Klima Großbritanniens und schöne helle Sandstrände vorzuweisen; Kunstinteressierte können Barbara Hepworths ehemaliges Wohnhaus, das heute ein Museum ist, besuchen. Sie gilt als eine der bedeutendsten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts. Den Einfluss der Landschaft Cornwalls auf ihre Arbeit ist deutlich zu erkennen. Ihre großen Skulpturen sind in einem Museum und im umliegenden Garten in St. Ives ausgestellt.

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