48 Stunden in… Edinburgh

Tradition, Geschichte, Festivals, Kultur, Silvesterkult und Haggis: Das ist Schottlands Hauptstadt Edinburgh! Überragt wird die Skyline der Stadt vom Schloss, dem Edinburgh Castle - Schottlands meistbesuchter Sehenswürdigkeit, die auf dem Gipfel eines erloschenen Vulkans thront. Täglich um 13 Uhr wird von den Festungsmauern des Schlosses ein Kanonenschuss („One o’clock-Gun“) abgefeuert: Seit dem Jahr 1861 gibt es diese Tradition zur Zeitmessung, die in ganz Edinburgh zu hören ist. Das Schloss bietet darüber hinaus eine großartige Kulisse für die jährlich stattfindenden Festivitäten rund um die Parade des Edinburgh Military Tattoo. Das umliegende Stadtviertel mit dem bezeichnenden Namen, “Old Town”, ist die älteste Gegend der Stadt und hat bis heute einen Großteil seines mittelalterlichen Straßenbildes erhalten. Ebenso wie das Viertel „New Town“ aus dem 18. Jahrhundert zählt Old Town heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Tartan, Whisky oder Shortbread? Souvenirs und Geschenke mit schottischem Einschlag findet man in der angrenzenden königlichen Meile, der “Royal Mile“.


Grassmarket in der Altstadt "Old Town" von Edinburgh, Schottland

Das Edinburgh International Festival and Fringe ist ein echter Publikumsmagnet und zieht jeden August Weltklasse-Musiker und Künstler in die Stadt. Edinburgh ist auch ein Ort, um beim so genannten “Hogmanay” stilvoll ins neue Jahr zu feiern. 2016 schreibt Schottland übrigens das „Jahr der Innovation, Architektur und des Designs“. Im Rahmen dieses Themenjahres feiert man auch in Edinburgh den Traditions- und Kulturreichtum, ebenso wie die zeitgenössischen und innovativen Designs von heute. Von Textilien bis Technologie, von Architektur zu Mode: Die größten Schätze und Symbole des Landes stehen während des schottlandweit stattfindenden Jahresprogramms ebenso im Rampenlicht wie bislang versteckte „Juwelen“. Zu den Highlights der Initiative zählt die Eröffnung von zehn neuen Galerien im schottischen Nationalmuseum von Edinburgh, das 2016 außerdem sein 150-jähriges Bestehen feiert. Unter den neuen Ausstellungen findet man zum Beispiel auch das „Klonschaf Dolly“: Eine Hommage an das erste geklonte Säugetier in der Geschichte, die ebenso daran erinnert, dass die hübsche und geschichtsträchtige Stadt ein Zentrum für Innovation ist.   

 

Check-In:

Die Design-Hotelkette Motel One bietet in Edinburgh zwei zentral gelegene Häuser für kleine Budgets. Die Zimmer sind frisch und modern eingerichtet. Akzente schottischen Designs, wie etwa Polsterstühle im Tartanmuster oder Fellteppiche, findet man in beiden Hotels.

Klein und stylisch: Das Viersterne-Townhouse The Bonham liegt an einem ruhigen, Viktorianischen Straßenbogen. Die 49 stilechten Zimmer des Hotels begeistern mit kräftigem Dekor und moderner Kunst.

Das Fünf-Sterne-Hotel Prestonfield befindet sich in einem prächtigen Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, nur unweit vom Stadtzentrum entfernt. Samtbezogene Wände, Damastsofas, dramatische Blumenarrangements, Unmengen von Kerzen und 23 Zimmer im Boudoirlook machen den Charme dieses Hauses aus.

 

 

TAG EINS:

10:00   Eine neue Perspektive auf Edinburgh

Ein wirklich witziger und gleichzeitig faszinierender Ort, um die Stadt zu entdecken, ist die Camera Obscura: Schon seit über 150 Jahren unterhält und begeistert Edinburghs älteste, speziell angefertigte Touristenattraktion die Besucher der Stadt. In der Viktorianischen Dachkammer werden mit Hilfe von Spiegeln, Tageslicht und einem riesigen Periskop bewegte 360 Grad-Livebilder der Stadt auf eine Ansichtstafel projiziert: Wirklich wunderbar!  Weiter geht’s in die hiesige World of Illusion, die sich ganz der Entdeckung von Licht und Illusion verschreibt. In den interaktiven Ausstellungen findet man biegsame Spiegel, riesige Kaleidoskope, die verzerren und vermehren sowie Nervenkitzel durch eine Plasmasphäre und faszinierende, optische Täuschungen aus Vergangenheit und Gegenwart.

 

11:30   Dabei sein bei der One-o’clock-Gun!

Das beliebteste und bekannteste Wahrzeichen der Stadt, Edinburgh Castle, überragt die Skyline vom Gipfel eines erloschenen Vulkans aus. Über Hunderte von Jahren beheimatete dieses alte Festung schottische Monarchen. Unter den ausgestellten Schätzen findet man auch Großbritanniens älteste Kronjuwelen sowie den heiligen „Stone of Destiny“, der über Jahrhunderte zur Krönung der Monarchen diente. Zu den weiteren Highlights des Schlosses zählen der herrliche mittelalterliche Saal sowie die ruhige St-Margaret’s Chapel. Scharen von Menschen treffen sich täglich (außer sonntags) zum Abfeuern der berühmten 13-Uhr-Kanone (One o’clock-Gun) – eine Tradition, die bis in Jahr 1861 zurückdatiert.  


Die Aussicht über Princes Street Gardens, Edinburgh, Schottland

13:30   Den Hunger mit Literatur bezwingen

Das bekannte Tee- und Kaffeehaus, Elephant House erhielt seinen Ruhm als Geburtsort von Harry Potter:  Dessen Schöpferin JK Rowling hat hier im Hinterzimmer, mit Ausblick auf das Edinburgh Castle, einige der frühen Werke geschrieben. Auch die Bestellerautoren Ian Rankin und Alexander McCall Smith haben dieses Café schon häufig besucht. Hier kommt man her, wenn man Inspiration sucht oder auch ganz einfach seinen Hunger stillen möchte, mit hausgemachten Suppen, Kuchen oder dem schottischen Nationalgericht Haggis mit zerdrückten Rüben und Kartoffeln („Haggis, Neeps and Tatties“).

 

14:15   Kurze Pause für ein Selfie mit früheren Einwohnern

Von hier oben geht es weiter zu zwei der bekanntesten Denkmäler der Stadt: Gegenüber des schottischen Nationalmuseums findet man die Bronzestatue von Greyfriars Bobby, die an einen berühmten Einwohner der Stadt erinnert: Ein kleiner Skye-Terrier hat ganze vierzehn Jahre lang das Grab seines Herrchens am unweit gelegenen Friedhof von Greyfriars  bewacht. Im Jahr 1873 hat man diese Statue enthüllt. Ein Denkmal größeren Stils ist das Scott Monument, das zu Ehren des Schriftstellers Sir Walter Scott errichtet wurde. Es stellt weltweit das größte Dichterdenkmal seiner Art dar und überragt die Princess Street schon seit dem Jahr 1846. Wer die 287 Stufen zur Spitze des Denkmals erklimmt, wird mit einem tollen Ausblick auf Edinburgh und die Umgebung belohnt.


Greyfriars Bobby mit Bobby's Bar im Hintergrund, Edinburgh, Schottland

14:30   Zur Stilikone im Kilt werden

Der Kilt ist d a s Fashion Statement Schottlands. In Souvenirshops findet man erschwingliche Varianten des Schottenrocks, seriöse Käufer bevorzugen wahrscheinlich den Laden 21st Century Kilt. Der Besitzer, Howie Nicholsby, geht selbst schon als Stilikone im Schottenrock durch. Prominente wie Lenny Kravitz, Vin Diesel oder Alan Cumming wurden hier schon zu Maß und Anprobe von einem seiner maßgeschneiderten Kilts gesehen. Die Schottenröcke fertigt man hier aus unterschiedlichsten Stoffen, so dass zahllose Variationen möglich sind. Es gibt zudem fertige Modelle aus Harris Tweed oder Denim.

 

15:00   Shopping mit lokalen Produkten und internationalen Marken

Weiter geht der Shoppingspaß bei Jenners! Von internationalen Marken bis hin zu handgemachten schottischen Produkten, findet man in diesem herrlichen Kaufhaus aus dem Jahre 1838 wirklich alles. Heute gehört es zur Unternehmensgruppe „House of Fraser” und wird oft als das “Harrods des Nordens” bezeichnet. Es gibt auch einen Import von Londons Luxus-Kaufhaus Harvey Nichols mit fünf Stockwerken, voll mit internationalen Luxusartikeln. Die hiesige „Fourth Floor Bar“ mit Brasserie, Restaurant und weitläufigem Blick über die Stadt ist eine trendige Adresse für Cocktails, Afternoon Tea und Gourmetdinners.  

 

18:00   Lokale Ales mit einem ‘Greyfriars Bobby'- Hotdog

Als das Hanging Bat Beer Cafe 2012 eröffnet hat, war es die erste Bar in ganz Großbritannien die keine „Pints“ servierte. In dem Bierspezialitätenlokal vertritt man die Überzeugung, dass Bier vom Fass besser in kleineren Abmessungen schmeckt. Hier trinkt man Biere der Mikrobrauerei Hanging Bat. Die schottische Auswahl umfasst auch Fyne Ales IPA und Waulkmill Cider. Zudem lockt die Speisekarte mit Grillspezialitäten wie Pulled Pork, geräucherten Spareribs und Hotdogs: Zum Beispiel den ‘Chihuahua'-Hotdog mit scharfer Jalapeno-Sauce oder der ‘Greyfriars Bobby'-Hotdog mit Haggis und Zwiebeln. Alternativ bietet sich das Café und Restaurant The Potting Shed mit besten Ales und leckerem Pubfood an. Gerichte aus lokalem Anbau und handgemachte Ales warten im Timberyard, inmitten eines ehemaligen Lagerhauses mit Industriechic.

19:30   Vorgeschmack auf das Fringe

Auch wenn Edinburghs weltbekanntes Fringe-Festival nur im August stattfinden, kann man hier trotzdem das ganze Jahr über tolle Performances genießen.  Einen kleinen Vorgeschmack auf die Festivalatmosphäre bekommt man in einem der vielen Theater der Stadt: Zum Beispiel im Edinburgh Playhouse, Großbritanniens größtem aktiven Theater mit 3.059 Sitzplätzen.  Alternativ geht es ins herrliche King's Theatre, in die Konzerthalle Usher Hall oder ins Traverse Theatre, das neuartige Produktionen zeigt.

 

22:00   Ausklang in Edinburghs Bar und Clubszene

Den Abend kann man in einer der vielen Bars rund um den Grassmarket ausklingen lassen. Das ist der historische Marktplatz in der Old Town. Oder man macht sich auf den Weg zu Jolly Botanist. Das Restaurant mit Gin-Bar und Einrichtung im Viktorianischen Stil erhielt erst vergangenes Jahr den Titel "Best New Pub 2015". Wer immer noch nicht genug hat, zieht weiter ins Cabaret Voltaire – ein richtig stimmungsvoller Eventkeller, der für Live-Musik und Club-Nights bekannt ist.

 

TAG ZWEI:

10:30   Start in den Tag mit einer herzhaften Schüssel Porridge oder einem vor Ort gerösteten Kaffee

Urban Angel nennt sich ein beliebter Ort zum Brunch. Auf der Karte stehen vollwertiges Haferflocken-Porridge mit Goji-Beeren und Kakaostreusel, Regenbogenforelle mit Grünkohl, Eggs Benedict oder French Toast. Erstklassiges “Streetfood” kann man auf dem Stockbridge Farmers Market snacken. Ein Highlight: Lokal gerösteter Steampunk-Kaffee, der in einem umgebauten VW-Bus Westfalia aus dem Jahr 1976 serviert wird.  

 

12:00   Die Yacht, auf der die Queen Urlaub macht

Mit dem Bus oder gemütlich zu Fuß geht es in den Hafenbezirk Leith. Über viele Jahrhunderte diente die Gegend als Hafen von Edinburgh. Früher wohnte hier die ärmere Working-Class, heute ist das Viertel absolut hip und trendy: In den charmanten Straßenzügen findet man  traditionelle Pubs, stylische Restaurants und moderne Kunstgalerien. Leith beherbergt auch die Royal Yacht Britannia. Einst das Lieblingsschiff der Queen für ihren Urlaub, liegt die prunkvolle Yacht heute dauerhaft neben dem Ocean Terminal Shopping Center und ist ein echter Publikumsmagnet.

 

13:30   Frischer Fisch in Gourmetlokalen am Hafen

In Leith finden Gourmets eine Menge Gelegenheiten zu feinem Essen:  Das The Kitchin gehört Starkoch Tom Kitchin und kombiniert lokale schottische Produkte mit französischer Finesse. Das 2006 eröffnete Restaurant liegt direkt am Wasser, in einem umgebauten Whisky-Lager, hat seit 2007 einen Michelin-Stern und gewinnt laufend Awards und Auszeichnungen. Die gleiche Crew hat vor kurzem ein eher legeres, neues Gastropub eröffnet: The Scran & Scallie serviert schmackhafte Gerichte wie zum Beispiel Austern, Fisch-Pie, Ravioli mit Meeresfrüchten oder geschmortes Wild. 

 

15:00   Einen kulturellen… oder politischen … Nachmittag verbringen
Anlässlich des 150-jährigen Bestehens des schottischen Nationalmuseums (“National Museum of Scotland”) eröffnen im Juli 2016 zehn neue Galerien, die mehr als 3.500 Ausstellungsstücke aus den Sammlungen für Wissenschaft, Technologie, bildende Kunst, Design und Mode zeigen. Viele Objekte waren schon seit Generationen nicht öffentlich ausgestellt – wie etwa eine sehr seltene Glasskulptur von Picasso, ein Anzug aus Harris Tweed von Kult-Modedesignerin Vivienne Westwood sowie eine Sonderausstellung über das Klonschaf Dolly, das erste geklonte Säugetier in der Geschichte. Der Eintritt ist kostenlos.

 

Alternativ sieht man sich den Sitz der Macht des heutigen Schottlands an. In Holyrood findet man das schottische Parlament, das -ausgenommen sonntags- täglich für Besucher geöffnet ist.  Interessenten können die öffentlich zugänglichen Flächen dieses eindrucksvollen modernen Bauwerks aus dem Jahr 2004 entdecken. Tipp: Wer vorab reserviert, kommt in den Genuss einer kostenlosen Tour mit Guide.  Wenn das Parlament gerade tagt, kann man von der öffentlichen Galerie aus, die politischen Debatten verfolgen.

 

19:30   Zum Finale: Herzhaftes und preisgekröntes Comfortfood – made in Scotland!

Der Tag klingt aus mit herzhafter schottischer Hausmannskost. Auf der berühmten Royal Mile empfiehlt sich das historische Lokal WHISKI Bar & Restaurant. Über 300 Malt-Whiskys hat das charakteristische Restaurant auf der Karte, ebenso wie preisgekrönten Haggis mit Whiskysauce, die lokale Spezialität Cullen Skink (traditionelle, schottische Fischsuppe aus Schellfisch) oder Steaks und Burger vom schottischen Rind. Alternativ: Über vier Jahrzehnte schon serviert der 1975 eröffnete, preisgekrönte Fish&Chip-Shop L'Alba D'Oro leckere Fischmahlzeiten.

 

SO KOMMT MAN HIN:

Edinburgh liegt in Schottland, ca. viereinhalb Stunden mit dem Zug von London entfernt. Edinburgh Airport gilt als verkehrsreichster Flughafen des Landes und wird sowohl von Low-Cost-Airlines wie easyJet, Ryanair, Jet2 oder FlyBe angeflogen – ebenso wie von internationalen Fluggesellschaften wie British Airways, American Airlines, und Etihad Airways.