6 Gründe, warum Wandern in Großbritannien toll ist

Das Wandern ist eine wunderbare Art, Großbritannien zu entdecken. Zu Fuß erlebt man die Insel nochmal aus einem ganz neuen Blickwinkel - entschleunigt, nah und intensiv. Egal ob man zu einer kleinen Tagestour oder einer mehrwöchigen Fernwanderung aufbricht: Das Land ist wie gemacht für Reisende, die es in Wanderschuhen erkunden wollen.


Foto © Fräulein Draußen

1. Die britische Wanderkultur

Die Liebe zum Wandern ist tief in der britischen Kultur verwurzelt und das „Hillwalking“ ist Volkssport auf der Insel. Das spürt man quasi überall: Sei es beim Blick auf die Karte, die vor Wanderwegen nur so strotzt, oder beim Besuch im Pub, wo man niemals schräge Blicke erntet, wenn man als durchnässter Wanderer mit dreckigen Wanderschuhen an die Bar kommt. 


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2. Die vielen Pubs

Apropos Pub: Wer viel wandert, muss natürlich auch viel essen. Wie gut, dass es in Großbritannien ein dichtes Netz an Pubs gibt. Und das selbst an den entlegensten Orten! Das berühmte Tan Hill Inn, seines Zeichens höchster Pub der britischen Inseln, befindet sich zum Beispiel direkt am Pennine Way auf 528 Meter Höhe, drumherum nichts als die endlos weiten Moorlandschaften der Yorkshire Dales. An einem Ort wie diesem kann man hervorragend den Kalorienhaushalt auffüllen und neue Kräfte sammeln.


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3. Die gute Infrastruktur für Wanderer

Der Pennine Way ist der älteste offizielle Fernwanderweg Großbritanniens und wurde 1965 eröffnet. Seitdem sind viele weitere dazu gekommen: Die National Trails allein sind insgesamt rund 4.000 Kilometer lang. Hinzu kommen viele weitere Wanderwege und -routen – egal ob für eine kleine Tagestour oder eine mehrwöchige Fernwanderung, egal ob irgendwo in den wilden Weiten Schottlands oder vor den Toren der großen Städte. Daneben gibt es von detaillierten Wanderkarten und flächendeckenden Wegweisern über Outdoor-Geschäfte und kostenlose Wanderhütten („Bothies“) bis hin zu Trockenräumen für nasse Ausrüstung in Hotels und Hostels so ziemlich alles, was das Wanderherz begehrt.


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4. Das britische Wetter

Zugegeben: Das teilweise zurecht berüchtigte britische Wetter hat nicht nur Sonnenseiten (im wahrsten Sinne des Wortes). Selbst im Sommer muss man, vor allem auch in den Gebirgsregionen und in den schottischen Highlands, immer mit den berühmten „vier Jahreszeiten an einem Tag“ rechnen. Gute Regenausrüstung vorausgesetzt, kann das Wetter auf der Insel dann aber seinen ganz eigenen Reiz haben: Mystische Nebellandschaften, die Sonnenstrahlen, die sich plötzlich durch die dunkle, graue Wolkendecke schieben oder ein leuchtender Regenbogen über weiter Landschaft sind oft viel spannender und beeindruckender als ein blauer Himmel. Letzteren kann man dann dafür auch umso intensiver genießen, wenn er sich zeigt. Und das tut er übrigens gar nicht so selten!


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5. Die Landschaften Großbritanniens

Von karibisch anmutenden Meeresbuchten bis hin zu windumtosten Berggipfeln: Die Landschaften Großbritanniens sind vielfältiger, als man vielleicht meinen mag. Und oft sogar erstaunlich wild. Selbst in den dichter besiedelten Gegenden, wie zum Beispiel Nordengland, gibt es weitläufige Landschaftszüge, in denen man kaum Straßen, Menschen und Häuser sieht. In einigen Teilen der schottischen Highlands existiert sogar noch so etwas wie echte Wildnis, die man in Europa sonst nur noch in Skandinavien findet. In Schottland ist Wildcamping zudem offiziell erlaubt: Perfekt für ein richtiges Wildnis-Abenteuer. Und wer es etwas weniger wild mag, wird natürlich ebenfalls fündig: Das Wandern lässt sich in Großbritannien auch hervorragend mit Sightseeing, Kulturprogramm und einem gemütlichen Bett im Bed&Breakfast kombinieren.


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6. Die Menschen

Nicht zuletzt sind es auch die Briten selbst, die das Wandern auf der Insel so besonders machen. Sie sind freundlich, offen, hilfsbereit und immer für einen kleinen Plausch zu haben. Selbst wenn man ihnen in Dauerregen und dichtem Nebel auf irgendeinem Hügel begegnet. In solchen Situationen kann sich eine Unterhaltung übrigens besonders lohnen: Denn die Briten verstehen es wie wohl niemand sonst, den natürlichen Gegebenheiten ihres Landes immer etwas Positives abzugewinnen. Und das ist ziemlich ansteckend.


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Die Autorin Kathrin Heckmann liebt das Draußensein – ob Fernwandern, Trailrunning oder Radfahren. Vor einigen Jahren ist sie 1.500 Kilometer längs durch Großbritannien gewandert. Auf ihrem Blog fraeulein-draussen.de berichtet sie von diesem und vielen anderen Outdoor-Abenteuern. Und vor kurzem ist ihr erstes Buch beim Ullstein Verlag erschienen: Fräulein Draußen: Wie ich unterwegs das Große in den kleinen Dingen fand.