Newcastle: Viel erleben für Zero Budget

Hippe Kunst, spannende Bars, einzigartige Live-Musik und der herzliche „Geordie“-Charme: Newcastle, die Universitätsstadt am Ufer des Flusses Tyne, gilt als absoluter Geheimtipp im Norden Englands. Einst Zentrum für Kohlebergbau hat sich die Stadt zur pulsierenden Kunst- und Kulturmetropole gemausert: Trendige Stadtviertel mit alternativem Flair wechseln sich ab mit historischen Prachtbauten und Meisterwerken moderner Architektur. Wie man möglichst viel davon zum Nulltarif erleben kann, zeigen wir hier.

 

Über sieben Brücken…

…kann man in Newcastle spazieren. Die Bauwerke überspannen den Fluss Tyne und bilden eine Verbindung nach Gateshead, der Zwillingstadt am anderen Ufer. Die sieben Brücken sind so unterschiedlich, wie spektakulär: Da wäre einmal die auffällige Tyne Bridge, die schon als Kulisse für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen diente. Vor 90 Jahren wurde dieses Meisterwerk der Ingenieurskunst eröffnet, dessen Vorbild die berühmte Harbour Bridge in Sydney war. Nicht verpassen sollte man auch die vielfach ausgezeichnete Millenium Bridge, die um ihre eigene Längsachse rotiert, wenn hohe Schiffe vorbei fahren. Die Brückenöffnung ist ein echtes Spektakel, das selbst Einheimische an die Ufer lockt und völlig kostenfrei zu bewundern ist. Auf der Suche nach dem ultimativen Fotomotiv der Skyline, empfiehlt sich die Eisenbahn- und Fußgängerbrücke High-Level-Bridge: Kostet nichts und verspricht sensationelle Bilder!

View acoss River Tyne © VisitBritain / AndrewPickett
View acoss River Tyne © VisitBritain / AndrewPickett

Die Innenstadt zu Fuß

In etwa zwei Stunden erläuft man sich die Highlights dieser mehr als 2.000 Jahre alten Stadt: Los geht’s am Grey‘s Monument – dem Wahrzeichen der Stadt, das 1838 zu Ehren Earl Greys errichtet wurde. Richtig gelesen! Das war genau derjenige, nach dem der berühmte Tee benannt wurde. Die angrenzende Grey Street wird oft als „prächtigste Straße in ganz England“ bezeichnet und zählt zum Pflichtprogramm bei einem Besuch in Newcastle. Fast die Hälfte dieser herrlichen Gebäude steht unter Denkmalschutz. Anschließend lohnt ein Bummel durch die charmanten kleinen Gassen im High Bridge Quarter mit vielen kleinen Vintage-, Kunsthandwerk- und Musik-Geschäften. Wie wäre es danach mit einem Picknick im Leazes Park? Der älteste Park der Stadt geht zurück ins Jahr 1873 und wurde Anfang des Jahrtausends für mehrere Millionen Pfund neu angelegt - eine wahre Grünoase mitten im Großstadttrubel. Hier kann man wunderbar entspannen oder einfach nur die herrlichen Parkanlagen bewundern – ganz umsonst! Übrigens: In der gesamten Innenstadt von Newcastle gibt es kostenlosen W-LAN-Empfang.

 

Ouseburn Valley: Szeneviertel für Kreative

Nur einen kurzen Fußweg vom Stadtzentrum entfernt, gelangt man ins Künstlerviertel Ouseburn Valley. Einst Wiege der industriellen Revolution, findet man hier heute einen Hot-Spot für Kreative. Alte Kohlefabriken bieten Platz für Künstler, Musiker und Performer. Es wimmelt förmlich von hippen Pubs und Bars. Eine echte Institution ist zum Beispiel The Tyne Bar direkt am Flussufer: Hier gibt es regelmäßig kostenlose Live-Musik zu hören und falls mal keine Band spielt, dann nutzt man die Gratis-Jukebox für besten alternativen Sound. In dem Kult-Pub gibt es eine riesige Auswahl an Craft-Bieren der Region und jeden Dienstag zwischen 19 und 21 Uhr sogar kostenloses Essen, wenn man einen Drink bestellt.

Cycling through Ouseburn Valley © VisitEngland / NewcastleGateshead Initiative
Cycling through Ouseburn Valley © VisitEngland / NewcastleGateshead Initiative

Kontrastprogramm mitten im Partyviertel: Nachhaltig und alternativ geht es in der Ouseburn Farm zu – einem Bauernhof in der Stadt mit ausgedehnten Wiesen, Feldern, Tieren und Kunsthandwerk. Der Eintritt und die Aktivitäten sind natürlich ebenfalls kostenlos.

 

People Watching & Outdoor-Gym an der Quayside

Wer braucht schon teure Fitnessstudios, denkt man sich in Newcastle – und nutzt daher die Trainingsgeräte am Flussufer im Quayside Outdoor Gym. Wie wäre es also mit einer kleinen Einheit an frischer Luft mit Blick auf den Tyne? Völlig kostenfrei - und doch ein unbezahlbares Erlebnis. Aber auch wer im Urlaub weniger nach Sport lechzt, ist am Flussufer goldrichtig: Jeden Sonntagvormittag findet dort der Quayside Market statt. Hier kann man wunderbar bummeln, das Angebot an Schallplatten, Schmuck und Lederwaren durchforsten, an den Foodtrucks lecker essen und vor allem: Menschen beobachten und mit den Locals in Kontakt kommen.

 

Auf nach Gateshead: Moderne Architektur trifft viktorianische Parkanlagen

Am anderen Ufer des Tyne begrüßt der Angel of the North die Besucher von Gateshead. Die imposante Stahlkonstruktion aus den Händen des berühmten Bildhauers Anthony Gormley zählt zu den meist diskutierten Kunstwerken moderner Zeiten und feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Die rostbraune Skulptur ragt 20 Meter in die Lüfte und hat eine Flügelspannweite von sage und schreibe 54 Metern. Das ist mehr als die New Yorker Freiheitsstatue hoch ist. Völlig kostenfrei und ohne Absperrung kann man dieses moderne Kunstwerk bewundern – und sich zu seinen Füßen einmal richtig winzig fühlen. Den Angel of the North erreicht man in rund einer halben Stunde mit dem Bus Nummer 21 von der Innenstadt aus.

Wieder zurück im City Centre, sollte man unbedingt noch in das Konzerthaus Sage Gateshead! Das Meisterwerk moderner Architektur liegt direkt am Flussufer und verspricht einzigartige Akustik. Ein Besuch dieses ungewöhnlichen Bauwerks lohnt auch ohne Konzertticket. Der Eintritt in das Gebäude ist kostenlos, mit dem Aufzug gelangt man bis aufs Dach und genießt herrlichen Panoramablick auf den Tyne. Mit etwas Glück findet ein kostenfreies Live-Konzert im Foyer statt. Wie wäre es anschließend mit etwas Natur? Mitten in Gateshead befindet sich die herrliche viktorianische Parkanlage des Saltwell Park & Tower. 55 Hektar Grün mit Landschafts- und Ornamentgärten, Wald, See, Sportanlagen und Labyrinth warten hier auf Erkundung – „for free“!

The Sage Gateshead theatre and performance venue © VisitEngland / NewcastleGateshead Initiative
The Sage Gateshead theatre and performance venue ©  VisitEngland / NewcastleGateshead Initiative

Weltklasse-Kunst mit Aussicht!

Eine Pflichtadresse, nicht nur für Kunstliebhaber, ist die Baltic Art Gallery in einer umgebauten Mühle. Selbst wer sich nicht für Kunst interessiert, nimmt hier kostenlos den Aufzug ins 4. Stockwerk und wird mit einer sensationellen Aussicht auf die Skyline von Newcastle belohnt. Jeden Sonntag kann man an Gratis-Führungen durch das Gebäude und die Kunstsammlungen teilnehmen. Echte Kunstfreaks besuchen außerdem die frisch renovierte Hatton Gallery mit mehr als 35.000 Werken – eintrittsfrei. Empfehlenswert sind auch die kostenlosen Sonntagsgespräche in der Lain Art Gallery. Hier erfährt man interessante Einblicke in die Kunstsammlung und kann mit Locals fachsimplen. Weniger Kunst, aber trotzdem große und weltberühmte Sammlungen sieht man in den berühmten Museen der Stadt, die fast alle kostenlos besucht werden können: Das Discovery Museum etwa widmet sich der Geschichte der Stadt und im Naturkundemuseum Great North Museum:Hancock gibt es einen lebensgroßen Dinosaurier zu bestaunen.

Also: Auf nach Newcastle

Über den internationalen Flughafen Newcastle erreicht man die Stadt aus mehr als 80 Destinationen weltweit. Easyjet fliegt direkt ab Berlin.

 

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