OMGB > Die schönsten Reiseziele in Schottland

Ferien wie aus dem Drehbuch:
Eine Reise durch die Highlands von Inverness nach Edinburgh

 

#OMGB Moment: Die unten beschriebene Tour führt von Inverness Richtung Süden. Doch wenn Sie etwas mehr Zeit zur Verfügung haben, sollten sie zunächst gen Norden fahren: Nach knapp 3 Stunden Autofahrt haben Sie die Spitze der Halbinsel Dunnet Head erreicht. Hier stehen Sie am nördlichsten Ort des schottischen Festlandes. Es ist magisch, wie hier die grün bewachsenen Felsen schroff ins tosende Meer abfallen. Bei schönem Wetter kann man bis zu den Orkneyinseln hinüber schauen. Mit dem alten Leuchtturm von Dunnet Head im Vordergrund das perfekte Fotomotiv!

 


Der nördlichste Punkt des schottischen Festlands, Dunnet Head // Foto von Hannes Becker

 

Tag 1: Von Inverness nach Fort William

(Gut 1,5 Stunden Autofahrt)

Die Tour beginnt in Inverness, von dort geht es mit dem Auto in südliche Richtung. Auf dem Weg liegt der legendäre Loch Ness. Auch wenn man das sagenumwobene Seeungeheuer Nessie höchstwahrscheinlich nicht zu Gesicht bekommt, lohnt sich ein Besuch des zweitgrößten Sees Schottlands.

 

Der höchste Berg Großbritanniens

Der See erstreckt sich über beeindruckende 37 Kilometer Länge und liegt umgeben von grünen Hügeln und dichten Laubwäldern. Die Ortschaft Fort Augustus am südlichen Ende des See bietet Einkehrmöglichkeiten und als Teil des Great Glen Way schöne Wege für Spaziergänger und Radfahrer.

Fort William liegt am Fuße des Bergs Ben Nevis. Er ist mit immerhin 1345 Metern der größte Berg Großbritanniens. Die knapp 6000 Einwohner machen Fort William zur größten Stadt in den Highlands. Es gibt es etliche Wanderwege, die um und auf den Ben Nevis führen. Auch Kletterer sind hier gern unterwegs.

 

Zug fahren wie Harry Potter

#OMGB Moment: Magisch wird es bei einer Zugfahrt an Board des legendären Jacobite Steam Train. Der touristische Dampfzug verkehrt auf rund 40 Meilen zwischen Fort William und Mallaig.

 

Wer in den Jacobite Steam Train einsteigt, kann sich wie im Hogwart Express fühlen, der Harry Potter von Bahnsteig 9 ¾  zur Zauberschule Hogwarts bringt. Tatsächlich wurde der Zug mit den historischen Waggons bei den Dreharbeiten eingesetzt.

Prominent in den Filmen zu sehen – und auch in der Realität nicht weniger wunderschön – ist das geschwungene Glenfinnan Viadukt mit seinen 21 Pfeilern. Es entstand Ende des 19. Jahrhunderts und fügt sich perfekt in die grün-raue Landschaft der Highlands ein. Der Hogwart-Express fährt übrigens gleich in mehreren Harry-Potter-Filmen über das Viadukt.


Mit dem Jacobite über das Glenfinnan Viadukt in Schottland // Foto VisitBritain / Colin Roberts

Im historischen Zug durch eine archetypische Landschaft

Sehenswert ist unterwegs das Museum am Bahnhof von Glenfinnan. Hier hält der Zug etwa 20 Minuten, sodass Zeit bleibt, sich umzuschauen. Das Museum dokumentiert den Bau der Strecke und natürlich auch die Filmarbeiten an den Harry-Potter-Filmen. Von Glenfinnan aus blickt man auf das Jacobite Monument am Ufer des Loch Shiel. Der langgestreckte See wurde als der Schwarze See in der Nähe von Hogwarts bekannt.

 

Fahrt bis Mallaig und zurück nach Fort William

Wenn der Dampfzug weiterruckelt, tauchen die schönen Orte Lochailort und spatter Arisaig auf. Weiter geht nach Morar, dessen leuchtend helle Sandstrände Drehort für den Film Highlander waren. Schließlich kommt der Zug in Mallaig an. Der Ort liegt direkt am Loch Nevis, dem tiefsten Salzwassersee Europas. In Mallaig ist ausreichend Zeit, Mittag zu essen oder am Hafen zu bummeln, ehe der Zug wieder zurückfährt nach Fort William.

Hinweis: Der Jacobite Train operiert von Mai bis September. Täglich finden zwei Ab- und Rückfahrten statt, eine vormittags (10.15 Uhr), eine nachmittags (14.30 Uhr). Mit Hin- und Rückfahrt und Aufenthalten dauert die Tour 6 Stunden.

#OMGB Moment: Zugegeben der folgender Moment ist besonders im Sinne von: besonders bizarr! Betritt man den Wald In der Nähe von Munlochy auf der Black Isle rund 15 Minuten nördlich von Inverness, hängen plötzlich lauter bunte Sachen in den Bäumen. Sie befinden sich nun an einer sogenannten Clootie Well, einer Lumpenquelle.

Nach einem heidnischen Brauch aus der keltischen Zeit können Krankheiten geheilt werden, wenn man ein Kleidungsstück des Kranken in eine heilige Quelle taucht und an einem Baum aufhängt. Und das wird offensichtlich bis heute von Menschen getan. Hier können Sie definitiv das etwas andere Urlaubsbild schießen! Der Wald drumherum bietet übrigens auch schöne Wege zum Spazierengehen.

Tipps zum Übernachten in Schottland

Luxuriös: Glenfinnan House Hotel (direkt am Ufer des Loch Shiel)  

Boutique-Stil: Prince’s House Hotel

Preiswert: Es gibt unzählige Bed and Breakfasts rund um Glenfinann

 

Tipps zum Essen in Schottland

Wer etwas mehr Zeit in Glenfinnan verbringt als nur einen Zugstopp, kann im Glenfinnan Station Museum essen und zwar in einem stationären Speisewagen.

Ben Nevis Inn: Das gemütliche Restaurant in der Nähe von Fort William (etwa drei Kilometer außerhalb) ist bei Wanderern sehr beliebt.

The Cornerstone Seafood Restaurant in Mallaigh bietet Fisch und Meeresfrüchte und einen schönen Blick auf den Hafen.

 

 

Tag 2: Von Fort William nach Glen Coe

(30 Minuten Fahrtdauer)

Von Fort William aus geht es am nächsten Tag weiter Richtung Süden nach Glen Coe (ca. 30 Kilometer). Glen Coe ist eines der schönsten Täler der schottischen Highlands. Es ist berühmt für die drei markanten Felsen, die Three Sisters of Glen Coe, die an der Südseite des Tals in die Höhe ragen.

Es bedarf schon einiger Fantasie, um sich angesichts dieser Idylle vorzustellen, wie sich hier einst die Clans der Highlands und Lowlands aufs Bitterste bekriegt haben. Im Jahr 1692 fand in Glen Coe eines der schlimmsten Massaker der schottischen Clangeschichte statt. Damals wurden große Teile des Clans der MacDonald von den Campbells hinterrücks im Schlaf ermordet. Kein Wunder also, dass hier in den 1990er-Jahren Szenen für den Abenteuerfilm Braveheart gedreht wurden.


Glencoe in den schottischen Highlands © Rod Edwards

Unterwegs auf den Spuren von 007 

Zum Glück können Besucher heute ganz friedvoll das tief eingeschnittene Tal auf stillen Wanderwegen durchstreifen oder die umliegenden Berge erklimmen. Entspannte Wege für Spaziergänger gibt es rund um den See Loch Leven.

Doch nicht nur Filmheld William Wallace war in dem Streifen Braveheart in Glen Coe unterwegs. Auch James Bond kennt das Hochland-Tal. In dem Film Skyfall fuhr Daniel Craig als Agent 007 die legendäre M (Judi Dench) in einem Aston Martin in sein schottisches Familienhaus – die Skyfall Lodge.

 

James Bonds schottische Wurzeln 

Dass Bond schottische Wurzeln hat, dürfte wohl mit der schauspielerischen Glanzleistung von Sean Connery zu tun haben. Der gebürtige Schotte spielte den 007 in Dr. No (1962) so eindrucksvoll, dass Ian Fleming seinen berühmtesten Protagonisten kurzerhand zum Schotten machte. In Im Dienst Ihrer Majestät (1969) gibt Bond sogar preis, dass sein Vater ursprünglich aus Glen Coe stammt.

#OMGB Moment: Wer dieses Bond-Gefühl nachempfinden will, sollte sich ein Aston-Martin-Wochenende buchen und mit dem luxuriösen Auto durch die atemberaubende Landschaft fahren – immerhin ist das Tal das Herz eines uralten Vulkans.

 

Tipps zum Übernachten in Schottland

Luxuriös: Glencoe House, ein Fünf-Sterne-Hotel.

Rustikal und gemütlich: Clachaig Inn, verfügt über drei Bars mit einer großen Bier- und Ale-Auswahl und mehr als 250 Sorten Whisky.

Chic: Glencoe Inn, kleines, hochwertiges Hotel mit 15 Zimmern.

 

Tipps zum Essen in Schottland

Holly Tree Loch View Seafood Restaurant mit großer Panorama-Glasfront Richtung See und Highlands. Fangfrischer Fisch, Muscheln, Krustentiere und Fleisch aus lokaler Produktion.

Lochside Restaurantgehört zum Hotel Isles of Glencoe, schön gelegen direkt am Loch Leven.

 

 

Tag 3: Von Glen Coe durch die Highlands

(ca. 2 Stunden Fahrtzeit)

Südöstlich von Glen Coe liegt die Grafschaft Stirling. Schon auf der Fahrt gibt es viele interessante Dinge zu entdecken.

#OMGB Moment: In unzähligen viktorianischen Gemälden sind die Falls of Dochart festgehalten. Sogar der berühmte Maler William Turner verewigte sie im Jahr 1801 in einem Bild. In der Ortschaft Killin am nördlichen Ende des Loch Lomond & Trossachs National Park kann man die herabstürzenden Fälle, die genau genommen Stromschnellen sind, sehen. Setzen Sie sich ans Ufer zwischen die Steine und genießen Sie das wilde, ungebändigte Rauschen.

 

Von der alten Steinbrücke Bridge of Dorchart (1760 gebaut, 1831 erneuert) hat man einen grandiosen Blick auf die herabstürzenden Fälle. Interessant ist auch die Insel Inchbuie, die man flussabwärts von der Brücke aus sieht. Dort begrub der Mac Nab Clan einst seine Toten. Die Grabsteine sind noch heute erhalten.

Der Loch Lomond & The Trossachs Nationalpark liegt auf dem Weg nach Stirling. Es lohnt sich über die A82 und A811 nach Stirling zu fahren (auch wenn diese Strecke etwas länger ist als die über die A82 und A84). Denn so kommt man direkt am Loch Lomond, Schottlands größtem See, vorbei.

Bei einer Rundfahrt auf dem See kann man das einzigartige Panorama genießen. Neben dem mächtigen Ben Lomond, Schottlands südlichstem Berg, sind auch die zerklüfteten Hänge der Arrochar Alps beeindruckend.


Ben Lomond mit Sicht auf den Loch Lomond

Mehr als 30 Inseln gibt es im Loch Lomond. Besonders exotisch sind die Bewohner auf Inchconnachan: Dort leben rund 60 Wallabies. Die australischen Beuteltiere wurden in den 1940er-Jahren auf die Insel gebracht. Bis heute sind sie eine Touristenattraktion, aber unter Umweltaktivisten nicht unumstritten.

 

Schottlands berühmtester Fernwanderweg 

Wem heute der Sinn nach körperlicher Bewegung steht, der kann ein Stück auf dem Westhigland Way, Schottlands berühmtesten Fernwanderweg, absolvieren. Insgesamt ist er 154 Kilomter lang. Ein besonders schöner Streckenabschnitt verläuft entlang des Loch Lomond.

Weiter geht es entweder direkt nach Stirling oder mit einem Abstecher zum Doune Castle (dafür circa 20 Minuten vor der Stadt Stirling von der A811 abfahren). Direkt am Fluss Teith und am Fuße der Trossach-Berge gelegen sieht sie aus wie eine Burg aus dem Märchenbuch. Erbaut wurde Doune Castle von dem Duke of Albany, Robert Stewart, im 14. Jahrhundert. Sie ist eine der besterhaltenen, mittelalterlichen Burgen Europas.

 

Mit Monty Python auf Burg Doune 

Und genau das macht sie zu einer beliebten Filmlocation. In der erfolgreichen Zeitreise-Romanze Outlander nach den Bestsellerbücher von Diana Gabaldon wurde Doune Castle zur Burg Leoch. Sogar der Pilotfilm von Game of Thrones wurde hier gedreht. Doune Castle diente dort als Burg Winterfell. Und schon Jahrzehnte zuvor nutzte die Truppe um Monty Python Doune Castle als Set für Die Ritter der Kokosnuss. Eine Besonderheit für Fans: Es gibt eine Audiotour, die von Monty-Python-Komiker Terry Jones eingesprochen wurde.


Die mittelalterliche Burg Doune Castle

#OMGB Moment: Wer Golf spielt, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen, auf dem Old Course in St. Andrews abzuschlagen. Er gilt als der älteste Golfplatz der Welt. Hier wurde schon Mitte des 16. Jahrhunderts, womöglich sogar schon viel früher, geputtet. (Die Fahrtzeit von Stirling in die Universitätsstadt St. Andrews, schön gelegen an Schottlands Ostküste, dauert rund 1 Stunde 15 Minuten.)

 

Whisky – der Geschmack einer ganzen Region 

Was ware eine Schottland-Reise ohne den Besuch einer Whisky-Destillerie! Nur eine halbe Stunde entfernt von Stirling steht mit der Glengoyne Destillerie sogar eine ganz besondere. Sie gilt nicht nur als eine der schönsten Destillerien  – nirgendwo sonst wird der Whisky auch so langsam destilliert wie hier.

Die komplexen Aromen, die durch die behutsame Herstellungsweise entstehen, haben Glengoyne weltweit schon viele Jury-Preise eingebracht. Traditionell wird der Malz hier nicht wie bei anderen Destillerien über Torfrauch getrocknet. Deshalb hat der Glengoyne Whisky, der hier seit 1833 entsteht, keine rauchige Note, sondern eher fruchtige Aromen. Am besten  überzeugt man sich gleich selbst davon.

 

Tipps zum Übernachten in Schottland

Luxuriös: Das 5-Sterne Cromlix Hotel liegt nicht weit von Doune Castle und gehört dem schottischen Tennisstar Andy Murray.

Luxuriös: Ebenfalls 5 Sterne hat das feine Victoria Square Guest House in Stirling.

Gemütlich: Das Red Lion Inn hat nur sechs Zimmer. Das mehr als 200 Jahre alte Haus steht im schönen Dorf Doune.

 

Tipps zum Essen in Schottland

The Birds and the Bees ist ein Familienbetrieb und preisgekrönter Gastro-Pub.

Egal ob Sandwich, Burger oder Kuchen: Das gemütliche Buttercup Café unweit des Doune Castle serviert frische Speisen zu fairen Preisen (Afternoon Tea kostet rund 10 Pfund pro Person, ein Burger um die 7 Pfund)
 

 

Tag 4 und 5: Weiter nach Edinburgh

(1 Stunde Fahrtzeit)

#OMGB Moment: Silbrig glänzende Pferdeköpfe, die sich stolz 30 Meter in die Höhe recken: Der Anblick der Kelpies in Falkirk auf dem Weg von Stirling nach Edinburgh ist sensationell! Die gigantischen Skulpturen von Andy Scott gehören zum neuen Naherholungsgebiet The Helix. Es lohnt sich eine geführteTour mitzumachen, denn hier hat man die Chance, ins Innere der Skulpturen zu gehen.

 


Die Kelpies in Falkirk, Schottland © Guy Richardson

In Edinburgh angekommen, hat dann man die Qual der Wahl: Wo soll man anfangen in dieser Stadt, die so reich an Geschichte ist? Das berühmte Edinburgh Castle, die Burg, die im Zentrum der Stadt majestätisch auf einem Vulkanfelsen thront, ist natürlich ein Muss. Schon im 7. Jahrhundert hatte man den Felsen mit einer Festung bebaut, die Burg wie sie heute erscheint, entstand dann im 14. Jahrhundert. Täglich um 13 Uhr (außer sonntags) wird hier eine Kanone abgefeuert. Das Ritual geht zurück aufs 19. Jahrhundert, damals konnten die Segelschiffe im Meeresarm Firth of Forth danach ihre Uhren justieren.

#OMGB Moment: Edinburgh Castle ist ein inspirierender Ort. Das hat nicht zuletzt Joanne K. Rowling bewiesen. Die weltberühmte Autorin schrieb Im Hinterzimmer des The Elephant Cafés – von dem aus man direkt auf das Edinburgh Castle schaut – die ersten Seiten ihrer Harry-Potter-Bücher.

 

Genehmigen Sie sich doch eine Tasse Tee und nehmen Notizbuch und Stift mit. Wer weiß, vielleicht gelingt auch Ihnen hier ein Bestseller? Nicht weit entfernt liegt der Friedhof Greyfriars Kirkyard. Auch er wird gern von Potter-Fans besucht. Denn hier ließ sich Rowling durch Grabinschriften zu Figurennamen inspierieren. 

 

Wo Sean Connery zum Ritter geschlagen wurde 

Auch den Holyrood Palace oder Palace of Holyroodhouse, die offizielle Residenz der Queen in Schottland, sollte man nicht verpassen. Mindestens eine Woche im Jahr ist die Königin hier, dann ist das Schloss für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Im Holyrood Palace wurde übrigens auch der Schauspieler Sean Connery im Jahr 2000 zum Ritter geschlagen. An das Schloss schließt sich der denkmalgeschützte Holyrood Park an.

#OMGB Moment: Auch Arthur’s Seat, der Hausberg Edinburghs, gehört zu Holyrood Park. Der Aufstieg auf den 251 Meter hohen Berg ist nicht beschwerlich. Von oben hat man einen fantastischen Blick auf Edinburgh mit all seinen Sehenswürdigkeiten, bis hin zu den Brücken über den Firth of Forth.

 


Die Aussicht über Edinburgh von Salisbury Crags, Holyrood Park © Andrew Pickett

Die Royal Mile ist die Hauptachse der Altstadt. Sie verläuft zwischen Edinburgh Castle und dem Holyrood Palace. Auf der Royal Mile steht auch St. Giles Cathedral. Die Hauptkirche der Stadt hat eine fast 1000-jährige Geschichte. Errichtet wurde sie im Jahr 1124 und nach einem Brand im 14. Jahrhundert im gotischen Stil wieder aufgebaut. Charakteristisch ist ihr Turm, der die Form einer zackigen Krone hat.

 

Unterwegs auf der Princes Street 

Die Princes Street verläuft grob in ost-westlicher Richtung durch die Stadt. Sie markiert die Trennung zwischen der südlich gelegenen mittelalterlichen Old Town – mit den wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten wie St. Giles Cathedrale und dem Edinburgh Castle – und der nördlich der Princes Street verlaufenden New Town. Wobei “New Town” oder “Neustadt” relativ ist, denn auch dieser Stadtteil hat eine rund 200-jährige Geschichte vorzuweisen. Geplant war New Town ursprünglich als Wohngegend, heute finden sich hier vor allem Geschäfte und Büros. Südwestlich an die Princes Street schließt sich der große Stadtpark Princes Street Garden an.         

Auch hier gibt es wieder einen filmischen Bezug: Am Anfang des Films Trainspotting wird Renton, der Protagonist, von Kaufhaudetektiven durch die Princes Street gejagt. Das ist insofern bemerkenswert, weil es eine der wenigen Szenen des Films ist, die überhaupt in Edinburgh gedreht wurden, obwohl der Roman von Danny Boyle hier spielt. Die meisten anderen Filmsequenzen entstanden in Glasgow.

#OMGB Moment: Einen Sonnenuntergang an der Forth Bridge erleben. Die charakteristische, rund zweieinhalb Kilometer lange Eisenbahnbrücke, die über den Meeresarm Firth of Forth führt, gehört zum Unesco Welterbe. Eröffnet wurde sie im Jahr 1890. Der Bau, an dem etwa 4500 Arbeiter beteiligt waren, dauerte acht Jahre. Bis heute verkehren rund 200 Züge täglich über die Stahlbrücke. Fahren sie rechtzeitig vor Sonnenuntergang nach South Queensferry und genießen Sie den Moment, wenn die ohnehin schon rote Brücke im letzten Tageslicht erglüht.

 


Die imposante "Firth of Forth" Brücke in Schottland © Joe Cornish

Grüne Pracht im Royal Botanic Garden 

Edinburghs Botanischer Garten, der Royal Botanic Garden Edinburgh, wurde 1670 gegründet. Neben mehreren Anlagen gehören auch zehn große Gewächshäuser zum Garten. In jedem herrschen andere klimatische Bedingungen, sodas sie rund 3000 Pflanzen aus aller Welt beherbergen. Ein Highlight ist das viktorianische Temperate Palm House, das 1858 gebaut wurde. Die wohl älteste Pflanze des Gartens steht im Gewächshaus für tropische Palmen: Eine Bermuda-Palmetto (Sabal bermudana) zog schon 1822 in den Botanischen Garten ein.

#OMGB Moment: Apropos Pflanzen! “Botanicals” werden auch in der Edinburgh Gin Distillery benötigt. Hier können Sie an einer ganz besonderen Führung teilnehmen. Sie dürfen bei der Herstellung und Abfüllung eines Gins mithelfen, der eigens für diese Tour hergestellt wurde. Am Ende wird dieser mit einem personalisierten Label versehen: ein ganz besonderes Souvenir.

 

Dudelsack und Gänsehaut 

Neben unzähligen Sehenswürdigkeiten kann sich Edinburgh auch stolz als Festival-Hauptstadt der Welt rühmen. Jedes Jahr im August dreht die Stadt richtig auf! 

Die berühmtesten Festivals der Stadt sind das Edinburgh Fringe Festival und The Royal Edinburgh Military Tattoo mit Zehntausenden von Zuschauern.

Das Edinburgh Fringe feiert im Jahr 2017 seinen 70. Geburtstag. Bei dem größten Kunstfestival der Welt werden vor allem Theater-, Kleinkunst- und Comedyvorführungen gezeigt – und das nicht nur an konventionellen Spielstätten, sondern auch in Bars, Pubs, auf der Straße und sogar in privaten Wohnzimmern. Rund 50 000 Vorstellungen umfasst die Veranstaltung jedes Jahr. Sie sind oftmals schräg und immer außergewöhnlich.

Das Edinburgh Military Tattoo feiert vor allem traditionelle Militärmusik, auch schottische Tänze werden hier aufgeführt. Begangen wird das Musikfestival auf dem Platz vor dem Edinburgh Castle. Einer der Höhepunkte sind die Massed Pipes and Drums, eine Darbietung mit rund 200 Dudelsackspielern.

Beim Abschluss des Festivals sind Gänsehaut und Tränen der Rührung vorprogrammiert: Dann spielt der Lone Piper allein oben auf den Burgzinnen auf. Im Jahr 2016 übernahm erstmals eine Frau diese Rolle – mit 21 Jahren war sie außerdem der jüngste Lone Piper der Festivalgeschichte.


Edinburgh Tattoo, Schottland © Peter Beavis

#OMGB Moment: Erleben Sie auch jenseits des Monats August schottische Folklore. Denn wenn Sie in Schottland sind, sollten Sie unbedingt einen Ceilidh tanzen. Ein paar traditionelle Fiddle-Klänge und schon kann es losgehen. Lernen muss man dafür zunächst nicht viel, denn hier tanzt – ähnlich wie beim Square Dance – jeder mit jedem und es gibt einen Ansager, der den Tanz moderiert. Im Edinburgh Ceilidh Club kann man jeden Dienstagabend zu Livemusik Ceilidh tanzen (lernen).

 

Tipps zum Übernachten in Schottland

Boutique-Stil: Unweit des Edinburgh Castle befindet sich das luxuriöse, traditionell eingerichtete Hotel The Witchery, es ist auch für seine feine Küche berühmt.

Boutique-Stil: Viel moderne Kunst an den Wänden und helle Farben, das 24 Royal Terrace Hotel ist in einem schönen Stadthaus im Zentrum zu finden.

Moderat: In Edinburgh gibt es gleich zwei Motel One beide sind zentral gelegen.

 

Tipps zum Essen in Schottland

Die Einrichtung ist schlicht, das Essen hervorragend und die Atmosphäre herzlich im The Gardener’s Cottage Abends wird hier ein Sechs-Gänge-Menü serviert – an einem großen Tisch für alle Gäste.

Das Ehepaar Kitchin benannte sein Restaurant kurzerhand nach sich selbst. The Kitchin ist direkt am Wasser gelegen und wurde bereits mit einem Michelin-Stern und vielen anderen Preisen ausgezeichnet.

In einer Seitenstraße der Royal Mile in Edinburghs Old Town befindet sich das Café Edinburgh Larder. Hier wird ein erstklassiges schottisches Frühstück serviert und mittags Suppen, Sandwiches und Salate. Alles auch zum Mitnehmen/Takeaway.

 

 

Tag 6: Von Edinburgh Richtung Norden

Wer vielleicht nur an einem Tag wandern möchte, kann an Tag 7 auch einen Ausflug von Edinburgh nach Norden unternehmen. Er führt ihn unweigerlich über eine der Brücken über den Firth of Forth. Bei der Fahrt über die Forth Road Bridge kann man zu seiner Rechten die beeindruckende, rote Eisenbahnbrücke Forth Bridge sehen.

 

Hauptstadt des Design 

Für Fans von Design und moderner Kunst ist ein Stopp in Dundee ein Muss. Die Stadt , nur 1,5 Fahrstunden mit dem Auto von Edinburgh entfernt, ist Unesco City of Design. Hier eröffnet im Jahr 2017 ein gigantisches Museum, das außergewöhnliche, internationale Designideen vorstellt. Allein das Museumsgebäude dieses neuen V&A Museum of Design  am Flussufer ist ein Hingucker.

#OMGB Moment: Folgen Sie dem Women’s Trail. In Dundee wurde nämlich unter anderem die Bitterorangenmarmelade erfunden – und zwar von einer Frau namens Janet Keiller. 1797 gründete die Familie Keiller dann in Dundee die erste Marmeladenmanufaktur der Welt. Eine andere außergewöhnliche Frau der Stadt war Margaret Fairlie: Die Gynäkologin, geboren 1891, wurde Schottlands erste Professorin.

 

Zum Gruseln schön 

Eine halbe Stunde nördlich von Dundee steht Glamis Castle. Es erinnert an ein französisches Château und ist eines der edelsten Schlösser Schottlands,  vor allem wegen seiner schön gestalteten Deckengemälde. Queen Mom verbrachte auf Glamis ihre Kindheit; ihre Tochter Margaret kam hier zur Welt. Das Schloss wird sogar in Shakespeares Macbeth erwähnt.

Berühmt und sogar berüchtigt ist es allerdings als das gruseligste Spukschloss Schottlands. Hinter den dicken Mauern verbergen sich unzählige dunkle Geheimnisse -  finstere Familientragödien sollen sich hier abgespielt haben.

 

Der magische Stone of Scone 

Auf dem Rückweg nach Edinburgh (anderthalb Stunden Fahrtzeit) bietet sich ein Halt in Perth an. Die Stadt war früher einmal schottische Hauptstadt und liegt malerisch am Ufer des Tay, Schottlands längstem Fluss. Ein Besuch des Scone Palace lohnt sich. Hier stand bis zum Jahr 1296 der magische Stone of Scone, der bei Krönungsfeiern von Königen eine wichtige Rolle spielte. 


Scone Palace in Perth & Kinross, Schottland

Tipps zum Übernachten in Schottland

Modern: Apex City Quay Hotel & Spa ist ein modernes, stylishes Hotel mit Blick auf den Fluss Quay.

Boutique-Stil: Das Taypark Hotel war einst ein feines Herrenhaus, heute ist es ein Boutique-Hotel mit 14 individuell eingerichteten Zimmern.

Boutique-Stil: Das Malmaison Dundee ist prächtig und geschmackvoll eingerichtet. 

 

Tipps zum Essen in Schottland

Fine Dining bietet das prämierte Castlehill Restaurant in Dundee.

The Fish & Chip Company in Perth serviert Fast Food – gut und schnell.

Zum Glamis Castle gehört auch ein Restaurant, zwischen original viktorianischer Einrichtung können Besucher Mittag essen oder einen Afternoon Tea genießen.

Reiseroute Schottland:

Inverness - Fort William - Glencoe - Loch Lomond - Stirling - Edinburgh - Doune Castle - Dundee - Glamis Castle - Perth

Anreise aus Deutschland:

Flug: Schottland wird von vielen deutschen Flughäfen (Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn, Frankfurt, München, Hamburg, Stuttgart) angeflogen. Schottische Flughäfen gibt es in Glasgow, Edinburgh, Aberdeen und Inverness. Von dort geht es am bequemsten weiter per Mietwagen.

 

Fähre: Wer mit dem eigenen Auto anreisen möchte, kann mit der Fähre aus den Niederlanden (Rotterdam, Zeebrugge oder Amsterdam) ins englische Hull oder Newcastle reisen und von dort nach Schottland fahren. Newcastle beispielsweise ist nur eine Autostunde von der schottischen Grenze entfernt.

Dies könnte Ihnen auch gefallen:

Nordengland

Begleiten Sie uns auf einer Reise vom Herzen Englands bis hoch in den Norden - nach Newcastle und in traumhafte Landschaften wie die Yorkshire Dales und den Peak District.

Wales

Wales mag klein sein, steckt aber voller Überraschungen – hier erwarten Sie ausgedehnte Sandstrände, gleich drei Nationalparks, legendäre Burgen und die schnellste Drahtseilrutsche der Welt.

London

In der spannendsten Metropole der Welt gibt es immer etwas Neues zu entdecken! Mit unseren Tipps wird auch die nächste London-Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Südengland

Die beeindruckende, kontrastreiche Landschaft macht die Südküste Englands zu einer so einzigartigen Region. Entdecken Sie Sandstrände, Gärten und Geschichte auf einer Rundreise durch den Südwesten Englands.