OMGB > Die schönsten Reiseziele in Südengland

Sandstrände, Gärten und Geschichte:
Eine Reise durch den Südwesten Englands

 

Tag 1: Von Bristol nach Dorset

(2 Stunden Fahrtzeit)

Echte Schätze kann man entlang der Küste von Dorset bis Devon finden. Denn hier verläuft über 150 Kilometer die Jurassic Coast. Die Jura-Küste ist mindestens 185 Millionen Jahre alt und gehört zum Unesco Weltnaturerbe.

 

Geführte Schatzsuche

Immer wieder werden Teile der Klippen durch das Wasser abgesprengt. In den Felsbrocken kann man Fossilien entdecken wie zum Beispiel Ammoniten (versteinerte Kopffüßer) oder sogar Spuren von Dinosauriern oder anderer prähistorischer Tiere – ein einzigartigeres Souvenir gibt es wohl kaum.

An vielen Orten der Jura-Küste ist das Sammeln dieser Fossilien erlaubt. Empfehlenswert für die Suche ist das Dorf Charmouth, dessen Strand besonders nach Stürmen übersät ist mit Fossilien. Wissenswertes über Fossilien und wie man sie am besten findet, erfahren Besucher bei einer geführten, zweistündigen Tour des Charmouth Heritage Centre.

Übrigens: Rund fünf Kilometer östlich von Charmouth befindet sich der höchste Hügel der Südküste: Golden Cap ist 191 Meter hoch. Der Weg hinauf auf die Spitze des Kliffs dauert etwa 40 Minuten und bietet schöne Ausblicke.

 

Naturschönheiten an der Jurassic Coast

Auch wenn einen die Sammel- und Suchleidenschaft gepackt hat, sollte man zwischendurch den Blick immer mal wieder vom Boden lösen, um die Schönheit der Küstenlandschaft wahrzunehmen. Besonders bemerkenswert ist die natürliche Felssteinbrücke Durdle Door. Sie liegt direkt neben einem sehr beliebten Badestrand. Dort wurde unter anderem in den 80er Jahren das Musikvideo zum Song Shout der englischen Band Tears for Fears gedreht. Einzigartig ist auch die nahegelegene Bucht Lulworth Cove mit ihrer ungewöhnlichen Sichelform.

Durdle Door und Lulworth Cove liegen beide östlich von Charmouth.


Durdle Door in Dorset an der Südküste Englands

Drehorte aufsuchen

Die dramatischen Cliffs der West Bay waren auch Drehort für das erfolgreiche, mehrteilige Krimidrama Broadchurch. Wer die Gegend auf filmischen Spuren erkunden will, kann die Originalschauplätze aufsuchen. Eine Broschüre weist Broadchurch-Fans den Weg.

Fair from the Madding Crowd (Am grünen Rand der Welt) war der erste literarische Erfolg von Thomas Hardy. Der Roman aus dem Jahr 1874 wurde mittlerweile mehrfach verfilmt. Die jüngste Adaption von Thomas Vinterberg stammt aus dem Jahr 2015. Die Aufnahmen dafür entstanden in West-Dorset, nämlich in Sherborne, West Bay, Forde Abbey und Mapperton House. Wer den Spuren des Literaten Thomas Hardy in der Region folgen möchte, kann zum Beispiel dem gleichnamigen Trail folgen. Nähere Informationen bietet eine Broschüre von Visit Dorset. 


Stair Hole Jurrassic Coast in Dorset

#OMGB Moment: Coasteering in Dorset ist nichts für schwache Nerven. Dabei wird die Jurassic Coast nämlich sportlich erkundet: Von Klippen springen, schwimmen, klettern und wandern beinhaltet diese Tour, bei der Teilnehmer der Natur besonders nahe kommen.

 

Tipps zum Übernachten in Südengland

Luxuriös: Ein kleines, edles Landhaushotel in Wareham in Südwest-Dorset: The Priory

Luxuriös: Georgianisches Herrenhaus mit Blick auf den Chesil Beach in Weymouth: Moonfleet Manor

Boutique-Stil: Gelegen an der Studland Bucht, mit ländlichem Ambiente, modernem Komfort und 23 Zimmern: The Pig on the Beach

Boutique-Stil: Im Herzen der Stadt Bridport, nicht weit von der Jurassic Coast, mit 19 individuell eingerichteten Zimmern: The Bull Hotel

Ungewöhnlich: Camping der besonderen Art: Übernachtungen in Jurten nördlich von Dorchester bietet: Green Valley Yurts

Moderat: Es gibt eine ganze Reihe von B&Bs in Dorset, zum Beispiel: Bindon Bottom (besonders günstige Preise außerhalb der Saison)

 

Tipps zum Essen in Südengland

Das By the Bay bietet Fischgerichte und Muscheln, aber auch Burger, Suppen und Salate

Hummer, Muscheln und vieles mehr von örtlichen Fischern werden im Riverside Restaurant in Bridport (West Bay) zubereitet und serviert

Direkt am Strand von Burton Bradstock an der Jurassic Coast ist das Hife Beach Cafe gelegen und serviert exzellentes Essen zu fantastischer Aussicht

 

 

Tag 2: Von Charmouth nach Torquay in Devon

(Fahrtdauer etwa 1 Stunde 15 Minuten)

Torquay ist eine hübsche Küstenstadt an der “Englischen Riviera”. Vor allem aber ist sie der Geburtsort der bedeutendsten Krimiautorin der Welt: Agatha Christie. Torquay widmet ihr ein jährliches internationales Festival. Es findet immer Mitte September rund um ihren Geburtstag statt und dauert mehrere Tage.

 

Aus Agatha Christies Leben 

Wer Torquay zu einer anderen Jahreszeit als im September besucht, kann sich Christies Leben dennoch nähern und zum Beispiel auf der Agatha Christie Mile entlang spazieren. Die Agatha Christie Mile wurde im Jubiläumsjahr 1990 ins Leben gerufen. Sie führt über die Länge einer Meile (rund 1,6km) zu elf Orten der Kleinstadt, die mit dem Leben der Autorin verbunden sind. Dazu gehört etwa das Theater The Pavilion, nach dessen Besuch ihr erster Mann Archie Christie der jungen Frau einen Heiratsantrag machte. Oder das Imperial Hotel, das in vielen von Christies Krimis auftaucht. 

 

Im Ferienhaus der Christies 

Agatha Christie blieb ihr Leben lang ein Fan der Grafschaft Devon. Dort lebte sie nicht nur, sondern ließ auch einige ihrer Krimis spielen. Nicht weit von Torquay steht Greenway, der einstige Landsitz von Agatha Christie, der heute besichtigt werden kann.

Sie kaufte das Anwesen 1938. Hier fand sie Erholung und Inspiration. Besonders in dem Roman Wiedersehen mit Mrs. Oliver (Dead Man’s Folly) ist Greenway – dort unter dem Namen Nasse House – wiederzuerkennen. Zu dem georgianischen Haus gehört ein schöner, wildromantischer Garten. Das Haus selbst ist vor allem im Stil der 1950er-Jahre eingerichtet und enthält zahlreiche Sammlungen der Familie, darunter archäologische Funde, Silber, Porzellan und Bücher. Greenway gehört heute dem National Trust.


Dartmouth Steam Railway

#OMGB Moment: Noch mehr Agatha-Christie-Atmosphäre kommt bei einer Fahrt mit der Dartmouth Steam Railway auf. Der Dampfzug fährt entlang der Küstenlinie der englischen Riviera in Süd-Devon. Wenn die berühmte Krimiautorin aus London anreiste, fuhr auch sie genau hier entlang. Heute reisen vor allem Touristen mit dem Zug, der auf den knapp elf Kilometern die Ortschaften Paignton und Kingswear miteinander verbindet. An der Station Kingswear können Besucher dann auf die Fähre umsteigen. Mit ihr gelangen sie über den Fluss Dart in die hübsche Stadt Dartmouth.

 

Tipps zum Übernachten in Südengland

Luxuriös: Hier verbrachte Agatha Christie ihre Hochzeitsnacht: Das elegante Grand Hotel in Torquay blickt auf eine 130-jährige Geschichte zurück.

Boutique-Stil: Die einstige Privatvilla in Torquay wurde aufwändig modernisiert und ist heute ein 5-Sterne-Boutique-Hotel: Marstan Hotel.

Moderat: Hotel Balmoral mit schönem Garten, nicht weit vom Strand in Torquay (günstige Preise in der Nebensaison)

 

Tipps zum Essen in Südengland

Unweit des Hafens gelegen und eines der besten Restaurants Torquays ist das The Orange Tree Restaurant.

Die wohl besten Fish & Chips der Stadt gibt es im Hanbury’s Famous Fish & Chips, auch zum Mitnehmen.

Das moderne Café Aqua Lounge im Riviera International Centre gibt es erst seit 2015. Schönes Frühstücksangebot und köstlicher Kuchen.

 

 

Tag 3: Von Torquay nach Plymouth in Devon

(1 Stunde Fahrtzeit)

Was für eine reiche Historie! Plymouths Anfänge reichen zurück ins 9. Jahrhundert. Heute beherbergt die Stadt den größten Marinehafen Westeuropas. Doch schon viele Jahrhunderte zuvor begannen im Hafen einige der aufregendsten Seefahrten der Menschheitsgeschichte.

 

Abfahrt ins Abenteuer vom Hafen in Plymouth 

Francis Drake brach im Jahr 1577 zu seiner Weltumsegelung mit der Golden Hind von hier auf. Die Mayflower stach von Plymouth aus 1620 mit den ersten Siedlern, den Pilgervätern, an Bord in See. James Cook begann gleich mehrere Fahrten im 18. Jahrhundert von hier aus und auch Charles Darwin startete an Bord der “Beagle” von Plymouth seine Expeditionsreise.

 

Die Fahrt der Mayflower jährt sich zum 400. Mal 

Heute kann man im Hafen die Mayflower Steps besuchen. Sie markieren ungefähr die Stelle, von der die Pilgerväter 1620 mit der Mayflower nach Nordamerika aufbrachen. Eine Reise, die sich 2020 zum 400. Mal jährt, und die von großer historischer Bedeutung war.

Immerhin gehen die Wurzeln von 16 Millionen Amerikanern auf die Reise der Mayflower zurück. Mit 102 Passagieren und Crewmitgliedern an Bord brach das Schiff vom Hafen im Stadtteil Barbican in Plymouth damals in die Neue Welt auf. Heute befindet sich hier das moderne Mayflower Museum. erzählt auf drei Etagen die Geschichte hinter der Reise, die die Pilgerväter an Bord der Mayflower in die Neue Welt geführt hat. Folgen Sie auch dem Mayflower Trail und besuchen Sie die geschichtsträchtigen original erhaltenen Häuser und Gärten aus dem elisabethanischen Zeitalter. Im Museum im Merchant’s House fühlen Sie sich in die Zeit der Pilgerväter und von Sir Francis Drake zurückversetzt. 

 

#OMGB Moment: Vielleicht mussten sich Seefahrer allgemein viel Mut antrinken, ehe sie losfuhren. Das könnte jedenfalls eine Begründung dafür sein, warum es in Plymouth die älteste, noch bestehende Gin-Destillerie Großbritanniens gibt. Seit 1793 entsteht hier das feine Getränk, das gerade wieder weltweit eine Renaissance erlebt. Ehe die Destillerie einzog, beherbergte das Gebäude ein Kloster – bis heute ist der mittelalterliche Speisesaal aus dem Jahr 1431 erhalten. In der Destillerie Plymouth Gin werden drei unterschiedliche Touren angeboten, eine allgemeine, eine für Genießer und eine für echte Gin-Experten.

 

Ausflug auf dem Wasser 

Natürlich lohnt sich auch ein Blick vom Wasser aus auf die Stadt Plymouth. Das Angebot ist vielfältig und reicht von Hafenrundfahrten bis hin zu Angelausflügen. Das große Mount Batten Centre bietet Wasseraktivitäten aller Art an, darunter Kajaktouren und das derzeit so populäre Stand-Up-Paddeling.

 

#OMGB Moment: Es besondere Erfahrung ist ein Catch-and-Cook-Tag mit der River Cottage Cookery School in Plymouth. Morgens geht es mit dem Kutter hinaus zum Fischfang. An Bord erfahren die Teilnehmer das Wichtigste über das Angeln und probieren natürlich auch selbst ihr Glück mit der Rute. Wer möchte, kann später lernen, wie man Fisch schuppt und filetiert. Zurück im Hafen bereiten die Köche der River Cottage Canteen den fleißigen Anglern ein köstliches Mahl aus ihrem Fang.

 

Tipps zum Übernachten in Südengland

Luxuriös: Ein restauriertes, ehrwürdiges Herrenhaus mit großem Spa-Bereich und exklusiver Küche: Boringdon Hall in der Nähe von Plymouth

Boutique-Stil: Stilvoll und traditionell in St. Mautrice unweit von Plymouth ist das St. Elizabeth’s House

Moderat: In einem großen viktorianischen Gebäude in Plymouth ist das Hotel The Duke of Cornwall zu finden. Es gehört zur Best-Western-Gruppe.

 

Tipps zum Essen in Südengland

Im The Treby Arms in der Nähe von Plymouth hat Chefkoch Anton Piotrowski das Sagen. Er war der Gewinner der UK’s Masterchef im Jahr 2012. Ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern ist sein Restaurant dennoch angenehm bodenständig.

The Old Boathouse Café in Plymouth ist ein preisgekröntes Café und Restaurant mit Schwerpunkt auf Meeresfrüchten und Fischgerichten. Zum Restaurant gehört sogar ein eigenes Fischerboot (The Southern Star). Auch Fleischgerichte und vegetarische Speisen passend zur Saison stehen auf der Karte.

 

 

Tag 4: Von Plymouth nach Heligan

(1 Stunde 20 Minuten Fahrtzeit)

Dank des Golfstroms ist Cornwall mit besonders mildem Klima gesegnet und so gedeihen hier neben Palmen auch zahlreiche weitere mediterrane Pflanzen. Einen eindrucksvollen Beweis der kornischen Gartenkunst bietet die berühmte Anlage The Lost Gardens of Heligan. Sie entstand schon im 18. Jahrhundert und zählte bereits im 19. Jahrhundert zu den imposantesten Gärten Cornwalls, in Privatbesitz der Familie Tremayne. Nach dem Ersten Weltkrieg aber verwilderte das Anwesen und geriet zunehmend in Vergessenheit. Erst 1990 wurde der Garten von einem Nachfahren der einstigen Besitzerfamilie wieder entdeckt. Seitdem arbeiten er und eine Gruppe begeisterter Gartenfans daran, den Garten wieder in den Originalzustand zu versetzen, ganz so wie er um 1780 angelegt worden war.


The Lost Gardens of Heligan in Cornwall

Beim schlafenden Riesen von Heligan

Mittlerweile sind gut 80 Hektar der Fläche rekonstruiert. Neben einem Nutzgarten, einem Ziergarten und dem sogenannten Dschungel mit exotischen Palmen und Bananenstauden ist der Spaziergang durch den urigen Wald besonders empfehlenswert: Beim “Woodland Walk” kann man einen mit Moos und Efeu überwucherten schlafenden Riesen und viele weitere Skulpturen entdecken.

Nur gut zehn Kilometer von hier steht mit Trewithen ein weiterer berühmter Garten. Mit seinen großen Magnolien und üppigen Rhododendren ist er so prächtig, dass die Anlage samt dem schönen Herrenhaus aus dem Jahr 1715 gleich als Location für zwei Rosamunde-Pilcher-Filme (Blüte des Lebens(1999) und Der Himmel über Cornwall (2005)) diente. Garten und Haus können besichtigt werden.

 

Zu Fuß auf die Insel St. Michael’s Mount 

Eine Stunde weiter westlich an Cornwalls Küste erreicht man Marazion, eine der ältesten Städte Großbritanniens. Nur wenige hundert Meter vom Festland entfernt, ragt hier eine Insel aus dem Wasser. Hoch oben auf dem grünbewachsenen Felsen thront die märchenhafte Burg St. Michael’s Mount. Besucher erreichen die Insel bei Ebbe sogar zu Fuß über einen steinernen Damm. Bei Flut bringen ortsansässige Fischer Touristen zur Insel.

Bis heute leben etwa 30 Menschen auf St. Michael’s Mount, darunter auch die Familie St. Aubyn. James St. Aubyn ist der 5. Lord St. Levan und Schlossherr der Burg, die mittlerweile dem National Trust vermacht wurde. Bemerkenswert ist der sorgsam gepflegte Terrassengarten, dessen schöne ornamentale Form sich beim Blick von oben hinab am besten erschließt. Dort gedeihen Rhododendren, Hibiskus, Yuccapalmen und vieles mehr. Wer aufmerksam über die kleine Insel geht, kann sogar das versteinerte Herz eines Riesen finden, der hier einst sein Unwesen getrieben haben soll.


St Michaels Mount in Cornwall

Naturparadies im Westen Cornwalls

Auch ein Besuch des Örtchens Marazion selbst  lohnt sich. Die Stadt hat einen schönen Sandstrand, es gibt mehrere Restaurants und Cafés. Die geschützte Bucht Mounts Bay und das Sumpfgebiet Marazion Marsh bieten Besuchern zahlreiche Gelegenheiten für Wanderungen und Naturbeobachtungen. Mit etwas Glück kann man Delfine, Robben oder Riesenhaie entdecken, genau wie Bussarde, Sperber, Stare oder Reiher. Das Gebiet rund um Marazion und St. Michael Mount ist seit 2016 Meeresschutzzone.

 

Am westlichen Ende des Festlandes

Dieser Ort wirkt wie ein Magnet: Denn als westlichster Punkt Cornwalls und des englischen Festlands hat Land’s End natürlich eine symbolische Bedeutung. Eine halbe Stunde Autofahrt von Marazion entfernt, kann man hier aufs offene Meer hinausschauen. Mit seinen grünen Hügeln und schroff abfallenden, hohen Klippen ist Land’s End ein Ort von atemberaubender Schönheit. Bei klarer Sicht sieht man bis zu den Scilly Inseln. Wer etwas mehr Zeit hat (und mindestens einen Tagesausflug einplant), reist per Kleinflugzeug oder mit der Fähre zur Hauptinsel St. Mary zum Wandern und Staunen. Die Inseln sind ausgewiesen als “Area of outstanding natural Beauty” (AONB).


Minack Theatre

#OMGB Moment: Hier ist die Natur Bühne und Protagonist gleichermaßen! Nicht weit von Land’s End steht das Minack Theater, ein Open-Air-Theater direkt am Meer, dessen Entstehungsgeschichte außergewöhnlich ist. Rowena Cade lebte im Minack House und beschloss gemeinsam mit zunächst zwei Helfern zwischen den Felsen der Landzunge Minack ein Theaterstück aufzuführen. In mühevoller Handarbeit schlugen sie hoch über dem Atlantik einige Sitze in den Granit und erschufen eine Bühne. Im Jahr 1932 dann wurde Der Sturm von Shakespeare hier aufgeführt. Noch heute finden jeden Sommer Vorstellungen statt. Das Minack Theatre kann besichtigt werden und wer ausreichend Zeit hat, sollte unbedingt eine der Vorstellungen besuchen (Tickets gibt es online oder vor Ort). Gespielt wird von April bis September – stimmungsvolles Meeresrauschen und Panoramablick über die Klippen von Cornwall hinweg sind inklusive.

 

Tipps zum Übernachten in Südengland

Luxuriös: Romantisch und edel, mit tollen Ausblicken: das Mount Haven in Marazion

Boutique-Stil: Godolphin Arms nah am schönen Strand Marazion Beach gelegen und mit direktem Blick auf St. Michaels's Mount.

Moderat: Zum Beispiel St. Michael’s Bed and Breakfast

 

Tipps zum Essen in Südengland

Nach einem Besuch der Lost Gardens sollte man sich einen Snack oder einen Nachmittagstee (Cornish Cream Tea) in der garteneigenen Cafébäckerei Lost Garden of Heligans Kitchen & Bakery genehmigen. Viele der Zutaten, die hier verwendet werden, kommen direkt aus einem der Gärten nebenan

Hochwertige Küche in einem hübschen Bistro zu moderaten Preisen: Ben’s Cornish Kitchen in Marazion.

Köstliche, handgemachte Pasteten kann man bei Philps Famous Pasties kaufen, es gibt u.a. Shops in Marazion und St. Ives.

 

 

Tag 5: Von Minack nach St. Ives

(45 Minuten Fahrtzeit)

Die Bucht St. Ives schmiegt sich sanft in die Nordküste Cornwalls. Die gleichnamige Küstenstadt hat nicht nur das mildeste Klima Großbritanniens und helle Sandstrände vorzuweisen, sondern mit Barbara Hepworth auch eine der bedeutendsten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts. Hepworth begegnete Pablo Picasso und Hans Arp und arbeitete mit Künstlern wie Paul Nash oder Henry Moore zusammen. Den Einfluss der Landschaft Cornwalls auf ihre Arbeit ist deutlich zu erkennen. Ihre großen Skulpturen sind in einem Museum (ihr früheres Zuhause) und im umliegenden Garten in St. Ives ausgestellt. 

Aber auch sonst ist St. Ives einen Besuch wert. In dem lebhaften, hübschen Städtchen laden Boutiquen und charmante Pubs zum Verweilen ein.


St Ives in Cornwall

Wandern auf dem Southwest Coast Path

Entlang der Küsten der Grafschaften Dorset, Devon, Cornwall und Somerset verläuft der spektakuläre Southwest Coast Path. Mit mehr als 1000 Kilometern ist es der längste Fernwanderweg Großbritanniens. Auch die Stadt St. Ives liegt an dem Wanderweg und an der St. Ives Bay ist der berühmte Weg besonders spektakulär und schön. Der St. Ives Town Trail ist ein recht einfacher, drei Kilometer langer Spaziergang. Wer etwas mehr Zeit hat, kann zum Beispiel über Carbis Bay bis Hayle (knapp zehn Kilometer) wandern.   


Bucht in Cornwall entlang des South West Coastal Paths // Foto von Fräulein Draußen

#OMGB Moment: St. Agnes, auf halber Strecke zwischen St. Ives und Newquay, hat gleich mehrere schöne Sandstrände zu bieten. Eine geführte Kajaktour ist hier ein ganz besonderes Erlebnis. Denn dabei lassen sich stille Buchten ansteuern, geheimnisvolle Höhlen erkunden und Ruinen entdecken. Sie zeugen von der Geschichte des früheren Tagebaus. Das Besondere: weil die Eisen- und Kupferadern offengelegt wurden und oxidierten, leuchten hier manche Felsen in schillerndem Grün, Orange oder Rot.

 

Preisgekrönter Wein aus Cornwall 

Englischer Wein, das ist längst keine Kuriosität mehr, sondern ein Genussprodukt. Das beweist das Weingut Camel Calley in Cornwall. Fruchtbare Erde, mildes Wetter, sonnenbeschienene Hänge, ein ganz besonderes Mikroklima dank des Flusses Camel und sehr viel Herzblut ­- das ist wohl das Erfolgsrezept der Winzer. Schon seit fast 30 Jahren stellen sie hochwertige und prämierte Tropfen her.

Berühmt ist Camel Valley für seine hochwertigen Winzersekte, die in Flaschengärung entstehen und sich keineswegs hinter französischem Champagner verstecken brauchen. Sie wurden schon mehrfach und hochklassig ausgezeichnet, genau wie die Weißweine des Weinguts. Bei der “Grand Tour” auf dem Weingut Camel Valley werden die Weinberge besichtigt und mindesten fünf Sorten verkostet.

 

Tipps zum Übernachten in Südengland

Luxuriös: Hinter den roten Ziegelmauern des ehrwürdigen und noblen Headland Hotel haben schon Hollywoodgrößen und Mitglieder des englischen Königshauses übernachtet. Es wurde 1900 eröffnet. Auch das Filmteam der Rosamunde Pilcher Serie wohnt häufig hier.

Boutique-Stil: The Lugger on Portloe ist ein feines Hotel mit 22 Zimmern in ländlicher Atmosphäre.

Moderat: Cornwall bietet etliche Ferienhäuser und Campingmöglichkeiten 

 

Tipps zum Essen in Südengland

The Sloop Inn geschichtsträchtiges Gasthaus in Cornwall mit wunderbarem Blick über den Hafen von St. Ives.

Rick Stein ist ein bekannter englischer Koch und berühmt für seine ausgefallenen Meeresfrüchte- und Fischgerichte: Rick Stein’s Seafood Restaurant in Padstow

 

 

Tag 6: Vom Camel Valley bis zum Dartmoor National Park in Devon

(ca. 1 Stunde Fahrtzeit)

Die wellige Landschaft aus Heide und Moor im Dartmoor National Park ist einzigartig und mutet zuweilen mystisch an – vor allem wenn Nebel über die Wiesen wabert. Es passt nur zu gut, dass der düstere Kriminalroman Der Hund von Baskerville von Arthur C. Doyle hier spielt, ebenso wie The Murder at Hazelmoor (Das Geheimnis von Sittaford) von Agatha Christie.

Trotz aller Schauergeschichten ist Dartmoor vor allem ein Naturparadies. Mehr als 740 Kilometer Wanderwege bietet der National Park. Mit einer Fläche von 954 Quadratkilometern ist er größer als das Stadtgebiet Berlins (895 Quadratkilometer). Und auch historisch ist Dartmoor besonders: Hier sind etliche keltische Hügelgräber zu finden und etwa 2000 Steinkreise und Steinreihen – nirgendwo sonst in Großbritannien finden sich ältere Befunde menschlicher Ansiedlung als hier.


Hay Tor Dartmoor Devon

Das jüngste Schloss Großbritanniens 

Eine weitere Besonderheit der Region sind die “clapper bridges”, einfache Brücken aus Granitsteinplatten, die über Bäche und Flüsse führen. Die schönste ist ungefähr in der Mitte des Nationalparks, in Postbridge, zu finden. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, führt über den East Dart River und ist die größte, noch erhaltene Brücke ihrer Art.

Sehenswert ist das Benediktinerkloster Buckfast Abbey am östlichen Rand des Parks. Es ist eines der wenigen noch aktiven Klöster Großbritanniens. Auch Castle Drogo hat ein Superlativ vorzuweisen: Es ist das letzte Herrenhaus, das in Großbritannien gebaut wurde. Mit der Errichtung des „Schlosses“, das über der Schlucht des Flusses Teign im nördlichen Teil des Dartmoor National Parks thront, wurde 1910 begonnen. Heute wird das Anwesen vom National Trust verwaltet und renoviert.

 

Pferde im Dartmoor National Park 

Bei einem Ausflug im Dartmoor National Park Herden grasender Ponys zu sehen, ist gar keine Seltenheit. Die erste Erwähnung der sogenannten Dartmoore Ponies stammt aus dem frühen 11. Jahrhundert. Damals waren sie Lastentiere, heute tragen sie grasend zum Erhalt der Heidelandschaft bei.


Dartmoor Ponies am Pencarrow Head in Cornwall

#OMGB Moment: Für Reiter ist Dartmoor mit seiner hügeligen, offenen Landschaft perfekt geeignet und bietet ein unvergessliches Naturerlebnis. Von mehreren Pferdehöfen werden geführte Touren angeboten. Zum Beispiel von Shilstone Rocks, Cholwell Rinding Stables oder Babeny Farm Stables, um nur einige zu nennen. Die Gasthöfe in der Umgebung sind auf Reiter eingestellt und bieten Koppeln, Wasser oder sogar Ställe für die Tiere. Reiterfreundliche Unterkünfte, Pubs und Restaurants sowie Routen und Reiterhöfe unter: www.ridedartmoor.co.uk

 

Apropos Pferde. Hollywoodregisseur Steven Spielberg  drehte im Dartmoor den erfolgreichen Film War Horse. Später sagte er über die Region, dass er niemals zuvor in seiner langen Karriere solch einen Reichtum an natürlicher Schönheit erlebt habe wie im Dartmoor. “Und während der zweieinhalb Wochen ausgiebiger Landschaftsdrehs habe ich gerade mal an der Oberfläche gekratzt. Es gab noch so viel mehr Möglichkeiten für grandiose Bilder."

Hinweis: Wer es zeitlich nicht schafft, den Dartmoor National Park zu besuchen, kann auch nach Bodmin Moor (nicht weit vom Weingut Camel Valley) fahren. Die Hochmoorlandschaft ist zwar wesentlich kleiner als das Dartmoor, aber landschaftlich sehr ähnlich. Auch hier sind Steinhügelgräber und Clapper Bridges zu finden.


Bodmin Moor in Cornwall

Tipps zum Übernachten in Südengland

Luxuriös: Im nordöstlichen Teils des Dartmoor National Park steht das Bovey Castle. Ein großes 5-Sterne-Hotel mit 18-Loch-Golfplatz.

Boutique-Stil: Das älteste Inn in ganz Cornwall und Devon wurde wunderbar restauriert: The Oxenham Arms (Dartmoor).

Moderat: Optimal für Familien, auch Hunde sind willkommen: The Oratory B&B (Dartmoor).

 

Tipps zum Essen in Südengland

Riverford Field Kitchen nahe des Dartmoor National Park gehört zu einer der bekanntesten und erfolgreichsten Biobauernhöfe Großbritanniens. Im Restaurant werden mittags und (oft auch) abends 3-Gang-Menüs serviert.

Mitten im Dartmoor National Park ist das Fox Tor Café zu finden. Sandwiches, Suppen und Scones stehen unter anderem auf der Speisekarte in dem gemütlichen Café.

Ein traditioneller gemütlicher englischer Gastro-Pub im National Park, der frische und moderne Speisen serviert: The Cornish Arms

 

 

Tag 7: Vom Dartmoor National Park nach Exeter in Devon

(je nach Ausgangsort 30 Minuten bis 1 Stunde Fahrtzeit)

Exeter ist die Hauptstadt der Grafschaft Devon. Sie wurde schon von den Römern gegründet und ist reich an Geschichte und historischen Bauwerken. Prächtig ist die Kathedrale St. Peter. Sie wurde ab 1114 im normannischen Stil gebaut und in den folgenden Jahrhunderten erweitert. Heute ist sie vor allem wegen ihrer opulenten gotischen Bögen berühmt.

In Exeter findet man mit der 50 Meter langen Parliament Street nicht nur eine der kürzesten Straßen der Welt, sondern mit der mittelalterlichen Guidhall in der High Street auch das älteste öffentliche Gebäude Englands, das bis heute etwa für Stadtratssitzungen genutzt wird.

 

King Arthurs letzte Ruhestätte 

Von hier geht die Fahrt weiter in Richtung Bristol. Und wenn es die Zeit erlaubt, sollte Glastonbury ein weiterer Stopp auf der Route sein (Die Fahrtzeit von Exeter nach Glastonbury beträgt ca. 1 Stunde 20 Minuten). Die Stadt in Somerset ist eng verbunden mit den Sagen um den berühmten König Artus und Avalon, der keltischen “Anderswelt”. Die Glastonbury Abbey soll angeblich die letzte Ruhestätte Artus gewesen sein. Das Kloster entstand wahrscheinlich im 6. Jahrhundert. Heute vermitteln die verbliebenen Ruinen eine Ahnung von der einstigen Größe des Bauwerks.

 

Auf ein Bier im mittelalterlichen Pub 

Schon für die Kelten war Glastonbury Tor von großer Bedeutung. Der Hügel mit der eigenwilligen Form hebt sich markant 158 Meter hoch aus der flachen Ebene empor. Noch eindrucksvoller wirkt er wegen des Turms, der als einziger Rest der St. Michael Church aus dem 14. Jahrhundert überdauert hat.


Glastonbury Tor in Somerset

Nicht oft hat man Gelegenheit in einem Pub zu sitzen, den es schon im 15. Jahrhundert gab. The George and Pilgrim Inn diente einst als Herberge für Pilger, die zur Glastonbury Abbey kamen. Später wurde es zu einem herkömmlichen Hotel und ist bis heute Pub und Gasthaus. Allein wegen der historischen Fassade lohnt sich ein Besuch.

 

#OMGB Moment: Das legendäre Glastonbury Festival in der Nähe der Stadt Glastonbury in Somerset ist eines der größten Oper Air Festivals der Welt. Oft wird es das britische Woodstock genannt. Auf mehreren Bühnen spielen an drei Tagen jedes Jahr Ende Juni namhafte Bands genauso wie Newcomer und Alternative Acts. Längst ist das Rockfestival ein Mythos und wer es schafft ein Ticket zu ergattern, kann sich glücklich schätzen - sobald die Tickets in den Verkauf gehen, sind sie meist innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft.

 

Tipps zum Übernachten in Südengland

Luxuriös: Das Hotel du Vin in Exeter hieß bis vor kurzem noch Magdalen Chapter. Das schöne Backsteinhaus war ganz früher einmal eine Augenklinik.

Boutique-Stil: Mitten in Exeter ist es eines der stilvollsten Hotels der Stadt zu finden: Southernhay Exeter

Moderat: Travelodge Exeter M5 liegt etwas außerhalb der Stadt, in Exeter gibt es außerdem eine Reihe B&Bs.

 

Tipps zum Essen in Südengland

Edel ist das Goodfellows etwas außerhalb von Glastonbury, mit leichter, feiner Küche.

Schönes Café zum Frühstücken oder Mittagsessen, es gibt viele Optionen für Vegetarier: Hundred Monkeys Cafe

Harry’s Restaurant in Exeter ist ein lebhaftes und gemütliches Restaurant mit moderaten Preisen.

Reiseroute Südengland:

Bristol - Charmouth - Torquay - Plymouth - Marazion - St. Ives - Dartmoor National Park - Exeter - Glastonbury - Bristol

Anreise aus Deutschland:

Flugzeug: Zum Beispiel nach Bristol, von dort weiter per Mietwagen. Newquay ist der einzige Flughafen in Cornwall. Flybe bietet ganzjährige Flüge ab Düsseldorf und Hannover an. Eurowings fliegt zwischen Mai und Oktober samstags von Düsseldorf nach Newquay. Ryanair fliegt von April bis Oktober ab Frankfurt-Hahn nach Newquay. Von London nach Dorset beträgt die Fahrtzeit 3 Stunden, bis nach Cornwall sind es gut 5 Stunden.

Fähre: Überfahrt mit dem eigenen PkW von Calais nach Dover. Bis nach Dorset sind es von dort knapp 4 Stunden Fahrt.

Allgemein: Im Südwesten Englands sollte man generell etwas mehr Fahrtzeit einplanen, denn man ist oft auf kleineren oder einspurigen Straßen unterwegs.

Dies könnte Ihnen auch gefallen:

Nordengland

Begleiten Sie uns auf einer Reise vom Herzen Englands bis hoch in den Norden - nach Newcastle und in traumhafte Landschaften wie die Yorkshire Dales und den Peak District.

Schottland

Wenn es ein Land gibt, in dem man beinahe automatisch zum Filmtouristen wird, dann ist das Schottland. Erleben Sie Ferien wie aus dem Drehbuch auf einer Reise durch die Highlands von Inverness nach Edinburgh.

Geheimtipp: Wales

Wales mag klein sein, steckt aber voller Überraschungen – hier erwarten Sie ausgedehnte Sandstrände, gleich drei Nationalparks, legendäre Burgen und die schnellste Drahtseilrutsche der Welt.

London

In der spannendsten Metropole der Welt gibt es immer etwas Neues zu entdecken! Mit unseren Tipps wird auch die nächste London-Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis.