Cornwall: Schloss Tintagel und die Legende von König Artus

An einem landschaftlich schönen Ort in Cornwall, über einer tropfenförmigen Halbinsel, die wie in jedem Märchen das Meer überblickt, kann man das, was von einer Festung aus dem 13. Jahrhundert übrig geblieben ist sehen: Tintagel Castle.

Hier treffen sich Geschichte und Legende an einem zeitlosen und stimmungsvollen Ort. Liebhaber von Mythen kennen den Namen Tintagel, ein Küstendorf, das mit der Legende von König Artus, den Rittern der Tafelrunde und dem Zauberer Merlin verbunden ist.

vista panoramica su tintagel

 

Schloss Tintagel besuchen

Vom Dorf aus beginnt ein winziger Pfad, der einer Klippe folgt und einen wunderbaren Blick auf den Atlantik bietet. Hier treffen Wahrheit und Mythos aufeinander. Im 12. Jahrhundert wurde dieser Ort von Goffredo de Monmouth als Geburtsort von König Artus angegeben. Der berühmte Historiker erzählt, dass Uther Pendragon, während er sich im Krieg mit Gorlois (Herzog von Cornwall) befand, Ygraine (die Frau des Herzogs) verführen wollte. So überzeugte er den Zauberer Merlin, seine Gesichtszüge in die von Gorlois zu verwandeln, und so gelang es ihm, in das Bett der Frau einzutreten: Aus dieser Verbindung wurde dann der zukünftige König Artus geboren.

Vielleicht war es genau diese Legende, die Richard, Graf von Cornwall, dazu bewog, einige Jahrzehnte später seine Burg dort zu errichten. Obwohl die Festung nur von kurzer Dauer war, weil sie nur ein Jahrhundert nach ihrer Fertigstellung zerstört wurde, faszinieren die Ruinen heute immer noch viele Besucher. Auch die umliegenden Gewässer, die aufgrund des Schiefers, aus dem die Küste besteht, eine leuchtend türkisgrüne Farbe angenommen haben, tragen zu einer wunderschönen Umgebung bei. Seit über 1.500 Jahren beflügelt die König Artus Legende die Fantasie von Dichtern und Schriftstellern und so ist es kein Wunder, dass Tintagel immer wieder in berühmten Geschichten auftaucht. Nicht zuletzt in Alfred Tennysons "Idylls of the King", Algernon Swinburnes "Tristram of Lyonesse" und Thomas Hardys "The Famous Tragedy of the Queen of Cornwall at Tintagel in Lyonnesse".

Beim Besuch von Tintagel und seiner verlorenen Festung ist vor allem die Vorstellungskraft entscheidend, besonders wenn man unter den Ruinen der Merlin's Cave Höhle steht. Tatsächlich besagt eine andere Legende, dass Merlin noch heute in dieser Höhle lebe und dass der alte Zauberer seine Anwesenheit mit dem Klang seiner Schritte und Stimme verriete. Beim Anblick dieser Höhle ist man unentschlossen, ob man mit den Füßen fest in der Geschichte steht oder ob man dem Mythos Glauben schenken soll und Ohren offen halten soll, um ihn zu hören. Von der Burg aus geht der Spaziergang weiter zum Friedhof der normannischen Kirche des Dorfes, wo man halb in der Erde versenkte Grabsteine findet. Die Einwohner der Gegend können tausende Geschichten über sie erzählen zum Beispiel wird gesagt, die Grabsteine seien die stummen Zeugenaussagen vermisster Seeleute und ihrer trauernden Witwen.

due persone che passeggiano

Das Kloster, die Ausgrabungen und der Fund des Artus-Steins

Um die 1930er Jahre wurden an der Stätte wichtige archäologische Ausgrabungen durchgeführt, die ergaben, dass sich an der Stelle der Burg ein ziemlich bedeutendes Kloster oder eine Festung mit einer Handelssiedlung befand, die aus der Zeit zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert stammt (der Zeit, in der die Römer Britannien verließen). Unter anderem wurden Vasen mediterranen Ursprungs gefunden, die wahrscheinlich Wein und Öl enthalten haben müssen, ein Zeichen dafür, dass diese Länder auch nach der Flucht der italienischen Invasoren nicht kommerziell vom restlichen Europa isoliert waren.

Am auffälligsten war jedoch die Entdeckung des sogenannten Artognou-Steins (auch bekannt als Artus-Stein)der im Schloss 1998 gefunden wurde. Es handelt sich um ein Schieferfragment mit zwei Inschriften aus dem 6. Jahrhundert, das von einem größeren Stück abgenommen und als Abdeckung für einen Regenwassersammelkanal verwendet wurde. Eines der Worte, die in den Stein eingraviert sind, ist Artognou, und obwohl die Assoziation mit dem Namen Artus die Fantasie vieler Menschen angeregt hat, besteht nach Ansicht von Gelehrten kein Zusammenhang mit dem Leben und den Taten des legendären Königs. Das Rätsel geht also weiter...

statua di re artu' con vista su mare
18 May 2020(last updated)

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