Die 10 schönsten Gärten

Nirgendwo sonst auf der Welt wird der Gartenkunst so gehuldigt wie in Großbritannien. Mehrmals im Jahr finden hier landesweit Tage der offenen Gärten und Gartenfestivals statt (genauere Informationen etwa unter www.ngs.org.uk).

Ob Rosen, Azaleen oder Lavendel: Britische Gärtner verstehen es, Staudenarrangements spektakulär zu inszenieren. Das milde Klima der Insel sorgt dafür, dass Pflanzen hier besonders gut gedeihen. Weltberühmt ist Cornwall im Südwesten Englands für seine subtropischen Gärten. Doch beeindruckende Grünanlagen gibt es im ganzen Land – wir stellen zehn von ihnen vor.

 

1. Sissinghurst Castle

Nahe Canterbury, Kent

Ein Traum von einem Garten

Sissinghurst Castle ist das Urbild eines englischen Gartens und ein Sehnsuchtsort für viele Briten. Angelegt wurde er ab 1930 von der exzentrischen Künstlerin Vita Sackville-West und ihrem Mann Harold Nicolson. Mit ihren Konzepten setzten die beiden neue Maßstäbe in der britischen Gartenkunst: Sie probierten Ton-in-Ton-Pflanzungen, das Spiel mit Formen und überbordende Gestaltung von Einfassungen. Backsteinmauern und Skulpturen machen die romantische Anmutung der Anlage perfekt. Von einem hohen Turm in der Mitte des Anwesens hat man einen guten Überblick über die schönen Pflanzungen.

Original erhalten sind bis heute etwa der weltberühmte Weiße Garten und der Rosengarten. Nachdem Troy Scott Smith vor wenigen Jahren den Posten des Chefgärtners übernommen hat, wird Sissinghurst Castle Garden an vielen anderen Stellen wieder so gestaltet, wie es einst war.

Informationen: geöffnet März–Oktober 11 bis 17.30 Uhr. Eintritt: ca. 15,50 Euro (12,05 Pfund), www.nationaltrust.org.uk/sissinghurst-castle-garden

© National Trust / Jonathan Buckley

 

2. Great Dixter

Northiam, East Sussex

Kreativ und unkonventionell

Great Dixter ist Englands kreativster Garten. Hier wird mit Farben, Formen und Kontrasten experimentiert – und keine Pflanzung sieht jemals aus wie im Jahr zuvor, versichert Fergus Garrett. „Exotischen Cottage-Garten-Stil“ nennt der Chefgärtner diesen Stil. Es sieht beeindruckend und unkonventionell aus und die dynamische Atmosphäre ist an diesem Ort für jeden spürbar. Da weitgehend auf Pestizide verzichtet wird und heimische Gewächse wie Wildblumen wachsen dürfen, ist auch die Vielfalt an Insekten groß.

Beeindruckend ist das Haus Great Dixter – es das wohl älteste Fachwerkhaus Großbritanniens und kann als Museum besichtigt werden. Hier wuchs Gartenguru und Fachbuchautor Christopher Lloyd auf. Er galt als eigen, etablierte auf Great Dixter diesen unkonventionellen Stil des Gärtners und erlangte als Gartenjournalist internationale Bekanntheit.

Informationen: Great Dixter House & Gardens ist von April bis Ende Oktober 11–17 Uhr geöffnet, Eintritt ca. 15 Euro (11,55 Pfund). www.greatdixter.co.uk

 

3. Wisley Gardens

Woking, Surrey

Königliche Gartenkunst

In Wisley Garden ganz in der Nähe von London präsentiert die Königliche Gesellschaft für Gartenbau (Royal Horticultural Society, RHS) auf knapp 100 Hektar ihr ganzes Können. Ob Obst, Gemüse, Alpengewächse, Rosen, Wasserpflanzen oder tropische Gewächse – auf der Anlage werden außergewöhnliche Pflanzen gezüchtet und präsentiert. In den sogenannten Versuchsgärten werden neue Züchtungen getestet. Zu dem imposanten Park gehört auch ein See, ein Wasserbecken voller Seerosen und ein riesiges Gewächshaus, das in drei Klimazonen eingeteilt ist. Wisley Garden ist auch eine Ort des Lernens: Ob Orchideen pflegen, Trockenmauern bauen oder Hecken schneiden – das ganze Jahr über werden hier für Gartenbegeisterte Workshops angeboten. Derart inspiriert kommt schon der ein oder andere Besucher im Anschluss voll beladen mit Grünpflanzen aus dem Verkaufscenter, das zur Anlage gehört. Hier gibt es Stauden, Setzlinge und Gartenzubehör.

Informationen: Geöffnet Mo–Fr 10–16.30, Sa u. So ab 9 Uhr, Einritt: ca. 19 Euro (14,50 Pfund), www.rhs.org.uk/gardens/wisley

 

4. Alnwick Castle

Alnwick, Northumberland

Der tödlichste Garten

Alnwick Castle hat einen Garten, der sich deutlich von dem anderer Schlösser unterscheidet: „Jede einzelne Pflanze hier kann einen Menschen töten“, sagt die freundliche Gärtnerin, die Besucher durch den Poison Garden führt. Angelegt wurde er vor einigen Jahren von der Herzogin von Northumberland. Gesichert durch hohe Mauern und mit einem schweren, dunklen Eingangtor wachsen hier Fingerhut, Efeu, Schwarze Tollkirsche, Engelstrompete und andere giftige Gewächse.  Besucher erfahren Wissenswertes über Pflanzen und deren Wirkung – und zu jeder Staude wird eine schaurige oder kriminalistische Geschichte erzählt. Passend zum Ambiente  steht am Eingang ein filmreifes Hexenhaus mit offenem Feuer, Kesseln und getrockneten Kräutern. Alnwick Castle selbst war übrigens auch schon häufiger Schauplatz von Filmen: Die beliebte englische Serie Downton Abbey wurde hier genauso abgedreht wie Teile von Robin Hood – König der Diebe und Harry Potter. Die Herzogsfamilie, der bis heute weite Teile Northumberlands gehören, bewohnt das Schloss im Winterhalbjahr.

Informationen: Der Poison Garden ist tgl. ab 10 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet, Eintritt: ca. 10 Euro (7,70 Euro), www.alnwickgarden.com

 

5. Sandringham House

Sandringham, Norfolk

Königlicher Landsitz

Sandringham House ist ein echter königlicher Garten. Denn Sandringham House in der Grafschaft Norfolk ist das Landhaus der Queen höchstpersönlich. Zu dem jahrhundertealten Familienbesitz gehören 24 Hektar Grünflächen. Und die sind eine wahre Augenweide, denn niemand Geringeres als Sir Eric Savill, der schon für die Anlage der Gärten in Windsor verantwortlich war, legte Sandringhams Garden in den 1960er-Jahren in seiner jetzigen Form an. Im Frühjahr, wenn Magnolien und Rhododendren üppig blühen, ist beispielsweise der einstündige „Woodland Walk“ besonders empfehlenswert. Ratsam ist es, an einer der geführte Touren durch die Gärten des Anwesens jeden Mittwoch und Samstag teilzunehmen: Hier sieht man Teile der Grünanlagen, zu denen man sonst keinen Zugang hat.

Informationen: geöffnet von April bis Oktober, ab 10.30 Uh, letzter Einlass 16.30 Uhr, Eintritt: Museum und Gärten ca. 11,50 Euro (9 Pfund), mit Sandringham House ca. 18 Euro (14 Pfund), www.sandringhamestate.co.uk

 

6. Lost Gardens of Heligan

Cornwall

Fast verlorene Gärten

Lost Gardens of Heligan ist der Garten mit einer der schönsten Geschichten. Denn tatsächlich wäre die Anlage, die im 18. Jahrhunderts entstand und im 19. Jahrhundert zu den imposantesten Gärten Cornwalls zählte, beinahe komplett in Vergessenheit geraten. Wegen des Ersten Weltkriegs fehlte zunächst das Personal und später fehlten die finanziellen Mittel, um die Gartenpflege in der Anlage fortzuführen. Das 400 Hektar große Anwesen der Familie Tremayne verwilderte.

Erst Anfang der 1990er-Jahre begann ein Nachfahre gemeinsam mit einer Gruppe von Enthusiasten die Gärten wieder in den Zustand zu versetzen, wie sie um 1780 angelegt worden waren. Heute kommen jährlich Hunderttausende Besucher, mittlerweile sind gut 80 Hektar der Fläche rekonstruiert. Zu sehen sind neben einem Nutzgarten, der prunkvolle Ziergarten Pleasure Grounds und der Jungle – mit Palmen, Ananas- und Bananenstauden, die im milden Klima Cornwalls wunderbar gedeihen. Am besten plant man einen ganzen Tag für den Besuch ein.

Informationen: geöffnet tgl. 10–17 Uhr, Eintritt: ca. 17,50 Euro (13,50 Pfund), www.heligan.com

 

7. Kew Gardens

London, Greater London

Städtisches Paradies

Wer die Kew Royal Botanic Gardens besucht, vergisst ganz schnell, dass er sich noch immer in der geschäftigen Metropole London befindet. Im Südwesten der Stadt steht einer der ältesten botanischen Gärten der Welt, dessen Ursprung im 17. Jahrhundert liegt. Und obwohl das Stadtzentrum nur rund 30 Minuten entfernt ist, ist es ein grüner Ort der Stille. Und einer der Vielfalt: Denn die Pflanzensammlung umfasst Zehntausende Gewächse aus aller Welt. Beeindruckend sind vor allem die sechs historischen Gewächshäuser, die schon von außen spektakulär aussehen, allein zehn Klimazonen abdecken und dafür sorgen, dass auch exotische Pflanzen in London wachsen können. Die Kew Royal Botanic Gardens zählen heute zum Unesco Weltkulturerbe. Ein Seerosenbecken und eine historischer Azaleengarten sind hier etwa zu erleben. Spektakulär ist ein Baumwipfelpfad, auf dem man die grüne Welt aus der Vogelsperspektive erleben kann.

Informationen: geöffnet tgl. 10 bis (je nach Jahreszeit) zwischen 16.15 und 19.30 Uhr, Eintritt: ca. 19 Euro (15 Pfund), www.kew.org

 

8. Anne Hathaway Garden

Stratford-upon-Avon, Warwickshire

Englands romantischster Garten

Der Anne Hathaway Garden gehört zu dem Cottage, in dem Anne Hathaway ihre Kindheit verbrachte. Es ist auch das Haus, in dem ihr späterer Ehemann, der Dichter und Meister der Dramatik William Shakespeare, ihr Avancen machte. Allein das macht Anne Hathaway Garden schon zu einem romantischen Ort. Das 600 Jahre alte Farmhaus ist mit Stroh gedeckt und mit seinen zwölf Zimmern sehr geräumig. Es liegt unweit der Stadt Stratford-upon-Avon und enthält noch viel Originalinterieur der Familie Hathaway. Der Garten um das Haus ist im Cottage-Stil bepflanzt. Hier sind imposante Stockrosen, duftende Wicken und Kräuter wie Thymian und Rosmarin kunstfertig kombiniert worden.

Doch nicht nur Augen und Nase können hier genießen: Es gibt auch einen Musikpfad und man kann den Sonetten Shakespeares lauschen. Mit großen Weiden-Skulpturen und einem Lavendel-Labyrinth in Herzform ist es zweifelsohne der romantischste Garten weit und breit.

Informationen: geöffnet 10–17, im Winter 11–16 Uhr, Eintritt: ca. 13 Euro (9,90 Pfund), www.shakespeare.org.uk/visit-the-houses/anne-hathaways-cottage-amp-garde...

 

9. Sizergh Castle and Garden

Kendal, Cumbria

Schöne Steine

Sizergh Castle and Garden ist ein Beispiel für wahre Gartenkunst. Denn das Klima in Englands Norden kann – anders als das im lieblichen Südwesten – ziemlich rau sein. Trotzdem zählt der Garten von Sizergh Castle am Rande des Lake District unweit der Stadt Kendal in der Grafschaft Cumbria zu den außergewöhnlichsten des Landes. Das liegt vor allem an dem preisgekrönten Steingarten, in dem teilweise riesige Kalksteine liegen, die von Moosen, Flechten und Farnen malerisch eingefasst sind. Steinstufen und -platten führen durch den Garten. Die klaren Formen machen den Steingarten zu einem einzigartigen Ort, an dem man Ruhe finden und seine Gedanken ordnen kann.

Zum Schloss gehört auch ein Küchengarten. Überhaupt ist das Gelände rund um das Schloss naturnah gehalten – jede Treppe und jeder Eingang wurde liebevoll mit Pflanzen gestaltet. In den Abendstunden sieht man mit etwas Glück eine Eule lautlos durch die Luft gleiten. Das Schloss wird übrigens von den Stricklands bewohnt. Ihre Vorfahren  lebten hier schon im 12. Jahrhundert.

Informationen: geöffnet tgl. 10–17 Uhr, Eintrittspreis (nur Garten): ab 6,30 Euro (4,90 Pfund), 12,80 Euro für das ganze Gelände, www.nationaltrust.org.uk/sizergh

©National Trust Images/Paul Harris

 

10. Yeo Valley Organic Garden

Blagdon, North Somerset

Biologisch beeindruckend

Der Yeo Valley Organic Garden von Sarah Mead ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man nicht nur ohne Pestizide und Kunstdünger erfolgreich gärtnern, sondern das auch noch überwältigend aussehen kann. Sarah Mead war Tanzlehrerin in London, ehe sie sich vor knapp 20 Jahren entschloss sich dem Biogärtnern zu widmen. Egal, ob Zierpflanzen, Wildblumenwiese oder Gemüse – stets legt sie die Beete im kunstvollen Ornamentstil an. Blüten in pink, lila und rosé bilden schöne Ensemble und sogar ihre Pflücksalatbeete sehen äußerst dekorativ aus. Fast drei Hektar groß ist die Fläche des Bio-Gartens mittlerweile.

Yeo Valley, rund eine halbe Stunde von Bristol entfernt, kann nicht nur besichtigt werden. Es werden neben Mal- und Zeichenkurse auch Biogärtner- und Kochworkshop angeboten. Zur Farm gehört ein gemütliches Café, hier werden natürlich ausschließlich Bio-Produkte verarbeitet und serviert.

Informationen: Garten und Café geöffnet von Mai bis September, Do u. Fr 11–17 Uhr, Eintritt: 6,50 Euro (5 Pfund), www.theorganicgardens.co.uk

 

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