Die Geschichte des britischen Fußballs

Als Wiege des modernen Fußballs gibt es in Großbritannien eine Vielzahl von Vereinen und Museen, die diesen Sport feiern. Für Fans, die bei einem zukünftigen Besuch ein Stück des britischen Fußballerbes genießen möchten, haben wir hier einige der Highlights zusammengestellt.

Die Ursprünge des Fußballs in Großbritannien

Die Wurzeln des heutigen Fußballs gehen auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Ein Regelwerk wurde damals vom ältesten Verein der Welt, dem 1857 gegründeten Sheffield FC, erstellt, das jedoch nicht überall im Land einheitlich angewendet wurde.

Dies führte schließlich zur Gründung des Fußballverbands, als sich 1863 eine Reihe von Mannschaften in der Freemasons Tavern in Covent Garden - dem heutigen Freemasons Arms - trafen. Im Laufe von sechs Sitzungen wurden neue Regeln vereinbart, die jedoch nicht allen gefielen, da sich viele Vereine stattdessen 1871 für die Gründung der Rugby Football Union entschieden.

Mehrere Meisterschaften wurden weiterhin ohne ein einheitliches Regelwerk ausgetragen, doch mit der Gründung des International Football Association Board (IFAB) im Jahr 1886 wurden 17 Grundregeln für das Spiel verabschiedet.

Old leather football boots on the wall at The Boot Room Sports Cafe at Anfield, home of Liverpool Football Club.

 

Vereine aus allen Schichten

In den Anfängen kamen die Mannschaften aus den unterschiedlichsten Schichten. Im Süden Englands wurden viele Mannschaften von Colleges und öffentlichen Schulen wie Eton und Harrow gegründet, während im Norden der Fußball vor allem in der Arbeiterklasse verbreitet war, da viele Mühlen und Textilunternehmen ihre eigenen Mannschaften hatten. Die Netflix-Serie The English Game handelt von diesen Klassenunterschieden befasst.

Auf der Grundlage der neuen Spielregeln gründeten 12 Vereine aus Nordengland und den Midlands 1888 die Football League, und der Sport entwickelte sich von da an immer weiter. Bis auf einen sind alle diese Vereine bis heute aktiv.

Birmingham

Dazu gehört auch Aston Villa, das von Mitgliedern der Villa Cross Wesleyan Chapel gegründet wurde. Seit 1897 trägt der Verein seine Heimspiele im Villa Park aus, der einst ein viktorianischer Vergnügungspark war, der auf dem ehemaligen Gelände von Aston Hall entstand, einem großartigen jakobinischen Herrenhaus mit Gärten aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Das Fußballerbe in Manchester

Andere Vereine haben ihre Ursprünge am Arbeitsplatz. Manchester United, wie der Verein heute heißt, wurde 1878 von der Kutschen- und Waggonabteilung des Lancashire and Yorkshire Railway Depots in Newton Heath gegründet. Nachdem der Verein 1902 seinen Namen geändert hatte, zog er 1910 in sein heutiges Stadion Old Trafford um, in dem er bis heute geblieben ist, abgesehen von einer kurzen Phase in den 1940er Jahren, als er sich wegen Kriegsschäden das Stadion mit seinem Rivalen Manchester City teilen musste.

Wer mehr über das Erbe des berühmten Vereins erfahren möchte, kann dies bei einer Museums- und Stadiontour tun. Außerhalb des Stadions können Besucher ein Foto mit der United Trinity-Statue machen, die Sir Bobby Charlton, George Best und Denis Law zeigt, drei Persönlichkeiten, die United dabei halfen, 1968 als erste englische Vereinsmannschaft den Europapokal zu gewinnen.

Fußballfans in Manchester können auch das Etihad-Stadion von Manchester City besichtigen oder sich im National Football Museum im Stadtzentrum auf eine interaktive Reise durch den Fußball begeben. Neben Elfmeterschießen und anderen interaktiven Spielen, ist das Museum vollgepackt mit Erinnerungsstücken an den Fußball, darunter Medaillen und nachgebildete Trophäen und Trikots aus einer Reihe einflussreicher Spiele.

Außerdem kann man in Manchester im Hotel Football übernachten und lecker Essen.

 

Die Liverpooler Fußballrivalität: Rot gegen Blau

In Liverpool sind auch zwei Vereine mit einer reichen Fußballtradition beheimatet. Everton trug seine Heimspiele zunächst im Stanley Park aus, bevor der Verein nach Anfield, der heutigen Heimstätte des FC Liverpools, umzog. Nach einem Streit zwischen dem Vereinsvorstand und dem Eigentümer des Geländes zog der Everton Ende des 19. Jahrhunderts dann in den Goodison Park um und ebnete damit den Weg für die Gründung des FC Liverpool.

Beide Plätze liegen etwa eine Meile voneinander entfernt, der FC Liverpool hat seit seiner Gründung 1892 in Anfield gespielt. Bei Führungen durch den Goodison Park können die Fans mehr über die blaue Hälfte der Stadt erfahren, während das Liverpool FC Story Museum in die glanzvolle Vergangenheit der Reds eintaucht und bei Stadionführungen einen Einblick in Liverpools berühmte Hymne "You'll Never Walk Alone" gibt.

Geschichten hinter Londons größten Vereinen

Arsenal hat seine Wurzeln im Süden der Hauptstadt. Ursprünglich wurde der Verein 1886 als Dial Square gegründet mit einer Mannschaft von Arbeitern des Royal Arsenal, einer Rüstungsfabrik in Woolwich. Im Jahr 1913 zog der Verein nach Highbury im Norden Londons um, wo er bis zum Umzug in das heutige Emirates Stadion im Jahr 2006 blieb. Bei Führungen hinter den Kulissen kann man die reiche Geschichte des Klubs kennen lernen; es werden auch Führungen mit einigen ehemaligen Spielern und Legenden des Klubs angeboten.

Der Nordlondoner Verein Tottenham Hotspur wurde in den 1880er Jahren von einer Gruppe von Schuljungen gegründet und spielte ab 1899 in seinem Stadion an der White Hart Lane. Das Tottenham Hotspur Stadion, das auf demselben Gelände gebaut wurde, wurde 2019 eröffnet und beherbergt die Goal Line Bar, die mit 65 Metern die längste Bar Europas ist! Nach einer Stadiontour können Schwindelfreie auf dem Dare Skywalk einen Blick über die Hauptstadt werfen, indem sie das Stadion erklimmen und auf das Spielfeld hinunterschauen.

Chelsea, ein weiterer Londoner Spitzenverein, wurde 1905 in einem Raum im Obergeschoss des Gasthauses Rising Sun gegründet, das heute Butcher's Hook heißt. Im Schatten der damals im Bau befindlichen Stamford Bridge können Fans das Stadion und das Museum des Vereins besichtigen, in dem zahlreiche Erinnerungsstücke, darunter ein Champions-League-Pokal, ausgestellt sind.

Fußball in Wales

Wales ist ein kleines Land im Westen des Vereinigten Königreichs und dennoch eine große Sportnation, wie die wiederholten Erfolge seiner Rugby-Mannschaft beweisen... aber es ist auch eine Fußballnation.

Wales und der Fußball:

- Die Football Association of Wales ist der drittälteste Fußballverband der Welt und einer der vier Verbände, die den modernen Fußball begründeten.

- Der Wrexham Racecourse ist der älteste internationale Fußballplatz der Welt, auf dem noch immer Spiele stattfinden (Wrexham AFC, der Verein der amerikanischen Filmstars Ryan Reynolds und Rob McElhenney, wurde in dem Dokumentarfilm Welcome to Wrexham porträtiert).  

- Die walisische Nationalmannschaft qualifizierte sich 64 Jahre nach ihrer einzigen Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1958 in Schweden für die Weltmeisterschaft in Katar. Wales verlor damals im Viertelfinale gegen Brasilien durch ein Tor, das der 17-jährige Pelé erzielte. 

- Der Waliser John Charles (oder "Il Gigante Buono") wurde 1997, im Jahr des 100-jährigen Vereinsjubiläums, von Juventus zum größten ausländischen Spieler aller Zeiten gewählt.    

- Der walisische Spieler Gareth Bale wurde zum teuersten Fußballer der Welt, als er 2013 für 85,3 Millionen Pfund von Tottenham Hotspur zu Real Madrid wechselte.

- Jess Fishlock wurde 2017 der erste walisische Spieler, der 100 Länderspiele erreichte. Der Champions-League-Sieger hat für zahlreiche Vereine in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Australien, den USA und England gespielt.

Das legendäre Stadion von Cardiff

Das 1999 an der Stelle des Arms Park erbaute Principality Stadium in Cardiff im Herzen der walisischen Hauptstadt, bietet Platz für fast 75.000 Zuschauer. Es befindet sich im Besitz der Welsh Rugby Union und eignet sich auch für große Fußballspiele wie das Champions League Finale 2016-2017.

Außerdem wird es für große Konzerte wie die von U2, Stereophonics, Oasis, Madonna oder Rihanna genutzt - für 2023 sind Harry Styles und Coldplay mit im Programm. Für neugierige Besucher, egal ob Sportler oder nicht, gibt es täglich außerhalb von Veranstaltungen Führungen.

Glasgow, Schottland

Der Hampden Park in Glasgow ist ein weiteres Stadion mit einer langen Geschichte als Austragungsort für internationalen Spitzensport. Als Heimat des schottischen Fußballs bekannt, war es bei seiner Eröffnung im Jahr 1903 das größte Stadion der Welt und hält den britischen Zuschauerrekord: 1937 drängten sich hier fast 150.000 Menschen, um das Spiel Schottland gegen England zu sehen.

Obwohl die Kapazität des Stadions durch die Modernisierung und die Einführung sicherer Sitzplätze stark reduziert wurde, beherbergt Hampden Park immer noch das schottische Fußballmuseum, das sich der Dokumentation der schottischen Fußballvergangenheit widmet.

22 Nov 2022(last updated)

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