Drei Nationalparks, die man nicht verpassen sollte!

Sich in der Natur zu verlieren ist ein Luxus, der für die meisten Menschen in Großbritannien quasi vor der Haustür liegt. 15 Nationalparks gibt es auf der gesamten Insel verstreut – und jeder von ihnen ist ein wunderbares Ziel für einen entspannten Aufenthalt auf nachhaltige Weise. Vergessen Sie die Hektik des modernen Alltags und lassen Computerbildschirme hinter sich! Genießen Sie hier frische Luft und tanken Kraft in der Natur!

Wussten Sie, dass zehn der britischen Nationalparks in England liegen und dort zehn Prozent der Landesfläche einnehmen? In Wales gibt es drei Nationalparks, die etwa 20 Prozent des Landes begrünen und in den schottischen Weiten machen zwei Nationalparks etwa 7,3 Prozent des Landes aus. Hier kommt eine kleine Selektion: 

Dartmoor - England

Bellever Forest, Dartmoor.

Der Nationalpark Dartmoor ist ein echtes landschaftliches Juwel in der Grafschaft Devon, im Südwesten Englands. Inmitten offener Moorlandschaften erlebt man hier die Großartigkeit der Natur: Wenn etwa im Morgengrauen der Tau mit dem aufsteigenden Nebel eine Verbindung eingeht, sind unvergessliche Szenen gewiss. Im Nationalpark können sie dank der „Open Access“-Philosophie kilometerweit beliebig wandern und müssen sich nicht an festgelegte Routen halten. Sehen Sie nachfolgend einige Tourempfehlungen für alle Schwierigkeitsgrade:

Die schier endlose Weite der Landschaft, die sanften Hügel, Täler und Flüsse erlebt man in ihrer ganzen Pracht zum Beispiel an Bord eines Heißluftballons aus der Luft. Los geht’s in Okehampton, wo außerdem eine interessante Burgruine besichtigt werden kann. Tickets für das Ballon-Erlebnis gibt es hier. Wer lieber auf dem Boden bleibt, der erkundet die wilde Seite des Parks vielleicht auf dem Rücken eines Pferdes? Die Anbieter Riding on Dartmoor und Adventure Clydesdale bieten unterschiedlichste Outdooraktivitäten, von stundenweise geführten Reit-Wanderungen bis hin zu ganzen Wochenendtrips.

Gehen Sie auf die Suche nach den berühmten wild lebenden Ponys, die man häufig im Bellever Forest antrifft. Weitere Ikonen des Nationalparks sind die so genannten Tors: Granitfelsen, die auf den Hügeln thronen und die Landschaft so speziell aussehen lassen.  Brent Tor heißt der wohl Bekannteste.

Lande balayée par le vent sur Belstone Ridge, parc national de Dartmoor, Devon.

Ein besonderes Erlebnis ist Wildcampen! Nicht unbedingt jedermanns Sache, aber in jedem Fall eine Überlegung wert! In großen Teilen des Parks darf man campen, wo man möchte. Nur das eigene Zelt muss man mitnehmen! Einzige Voraussetzung ist, dass man sich an die Regeln hält.

Und die Wichtigste ist dabei: Hinterlassen Sie keine Spuren! Wer gerne zeltet, aber doch einen Campingplatz bevorzugt, der findet hier eine Liste mit verschiedenen Optionen.   

Wenn Sie eher zu den Menschen gehören, die den Tag mit einem Glas Champagner in der Badewanne ausklingen lassen, dann empfiehlt sich das herrschaftliche Fünf-Sterne-Hotel Bovey Castle mit eigenem Spa. Fast 100 Jahre Geschichte bringt das Anwesen mit 60 Zimmern im Hauptgebäude und 20 Lodges mit je drei Zimmern mit. Ideal für Gruppen, aber auch für all jene die den privaten Luxus schätzen und sich verwöhnen lassen wollen. Wenn’s nicht ganz so luxuriös sein soll, aber auch nicht der Campingplatz: Dann übernachten Sie im traditionellen B&B-Pub Ring of Bells Inn.

Ganz in der Nähe des Nationalparks liegen auch einige Dörfer, die unbedingt einen Besuch wert sind. Nutzen Sie die Gelegenheit die herrlichen Cottages mit Dächern aus Stroh zu sehen, die für die Region so bekannt sind:  Zum Beispiel in den Ortschaften Widdecombe-in-the-Moor, Ashburton, Tavistock und Bovey Tracey.

Widecombe-in-the-Moor, Dartmoor.

Im Devon Guild of Craftsmen können Sie das mannigfaltige regionale Kunsthandwerk erleben. Das Ladengeschäft befindet sich in Bovey Tracey. Dort gibt es handgefertigte Werke regionaler Handwerker – von Teppichen bis hin zu Töpferwaren. Der Landgasthof Riverford Field Kitchen liegt weniger als 20 Kilometer entfernt und ist landesweit ein Symbol für nachhaltige Landwirtschaft und Ökologie.

Cairngorms - Schottland

Le parc national des Cairngorms, en Écosse.

Arktische Berge, Seen und Wanderwege, soweit das Auge reicht. Kein anderer Nationalpark Großbritanniens kann mit den unendlichen Weiten konkurrieren, die es in Cairngorms mit einer Fläche von 4.528 Quadratkilometern zu entdecken gibt! 

Die Region Badenoch zählt zu den besten Ecken, um diesen rieisgen Nationalpark zu erleben. In der historischen Region gibt es einfach alles, was man in den Highlands erwartet – genauso wie Überraschendes. Zum Beispiel die Überreste eines alten kaledonischen Kiefernwaldes. Leichte Wanderrouten finden Sie etwa im Craigellachie National Nature Reserve mit herrlichen Birkenwäldern und hellen Lichtungen. Das Naturschutzgibt ist schnell aus Aviemore zu erreichen – ebenfalls ein guter Ausgangspunkt zur Erkundung der Gegend.

Le parc national des Cairngorms, en Écosse.

Das ländlich gelegene Rowan Tree Hotel bietet Küche mit lokalen Produkten und Blick auf den Lake Alvie unweit des Wintersportparadies der Cairngorm Mountains. Hier finden sich fünf der sechs höchsten Berge Schottlands, die alle im Gebiet des Nationalparks liegen. Wer die so genannten Munros besteigen möchte, kann hier gleich beginnen. 282 dieser Berge, mit einer Höhe von mehr als 914 Metern, gibt es im ganzen Land. Das zentral gelegene Cairngorm Hotel ist eine empfehlenswerte Unterkunftsadresse.

Wer ein besonderes kulinarisches Highlight erleben möchte, der sollte das Degustationsmenü im The Cross in Kingussie probieren. Das Hotelrestaurant befindet sich in einer alten Wassermühle aus dem 19. Jahrhundert, in der früher der bekannte schottische Tweed hergestellt wurde.

Nach einem richtig aktiven Tag gibt es wohl nichts Schöneres, als sich in einer lokalen Whiskey-Brennerei wieder richtig aufzuwärmen. Die Dalwhinnie-Distillerie produziert den typischen Single Malt Whisky – Schottlands wohl berühmtesten Beitrag zur lokalen und globalen Kulinarik.  Alternativ lohnt ein Besuch in der Brauerei Cairngorm, die handgemachtes Bier nach traditionellen Rezepten herstellt.

Auch wenn die Tage hier jede Menge zu bieten haben, die Nächte sind wahrlich spektakulär! In den Regionen Glenlivet und Tomintoul erlebt man sternenklare Nächte und die magischen Farben des schottischen Himmels besonders eindrucksvoll.

Snowdonia – Wales

Le parc national de Snowdonia, au Pays de Galles.

Abenteuer ist wohl die beste Beschreibung für den Snowdonia Nationalpark und sein reichhaltiges Angebot an Aktivitäten. Der größte Park in Wales hat eine Fläche von 2.176 km² und erstreckt sich über weite Teile des nördlichen Landesgebiets. Die wechselnden Landschaften bestechen mit ihrem regenreichen, satten Grün, einer Palette an Brauntönen, kristallklaren Seen, Schluchten und eindrucksvollen Bergen. Genießen Sie hier beschauliches Leben und schätzen den Charme der kleinen Dinge.  

Zu den beliebtesten Aktivitäten im Park zählt die Besteigung des höchsten Berges in Wales. Der Snowdon hat eine stattliche Höhe von 1.085 Metern. Die einfachste Route startet in Llanberis. In moderatem Tempo dauert der Aufstieg etwa sechs Stunden. Wer sich eine anspruchsvollere Route zutraut oder gar Klettern ausprobieren möchte, sollte sich an die Snowdon Mountain Guides wenden. Sie bieten geführte Bergtouren und Kurse für jeden Schwierigkeitsgrad. Bei der Rock Climbing Company kann man ins Profi-Klettern hineinschnuppern. Es gibt Kurse für jedes Level und jede Altersgruppe, darunter auch Halbtageskurse oder die Bezwingung eindrucksvoller Felsformationen. Die erforderliche Ausrüstung wird hier gestellt.

Parc national de Snowdonia, Pays de Galles.

Wer lieber mit dem Mountainbike unterwegs ist, findet eine der besten Destinationen für diesen Sport im Wald von Coed-y-Brenin. Im Besucherzentrum kann man sich Räder leihen und von dort insgesamt acht Routen biken – vom Anfängerlevel bis hin zur Profitour. 

Eine weiteres Highlight des Nationalparks sind die vielen Schlösser und Burgen. Zu den wohl interessantesten zählen Dolwyddelan, Dolbadarn, Harlech und Castell y Bere.

Mieten Sie sich hier ein charmantes, ländliches Cottage, wie es sie in der Region zuhauf gibt. Vor allem wenn Sie in der Gruppe mit Freunden reisen, ist das wohl die beste Unterkunftsvariante. Nach einem erlebnisreichen Tag wartet ein bequemes Sofa vor knisterndem Kaminfeuer. Über den National Trust gibt es eine ausführliche Liste an Unterkünften, die sich in Lage, Ausstattung und Preis erheblich unterscheiden. Bevorzugen Sie lieber ein Hotel, so empfiehlt sich Penmaenuchaf Hall. Das Haus liegt im südlichen Teil des Nationalparks und überzeugt mit Vintage-Charme und viktorianischem Lebensgefühl.

Zum Lunch geht es ins Peak Restaurant in Llanberis. Die Küchenchefin Angela Dwyer verwendet auf meisterhafte Weise lokale Zutaten, um Speisen mit globalem Anspruch  zu kreieren. Genießen Sie hier zum Beispiel Lamm aus der Region mit Johannisbeersaft und Bohnenpüree.  Eine weitere gute Möglichkeit, walisische Spezialitäten zu probieren, bietet sich im Bistro Betws-y-Coed in der gleichnamigen Stadt. Mit ihren hübschen Steinhäusern zählt die Ortschaft zu den schönsten der Gegend.

Verpassen Sie auch nicht das Delikatessengeschäft Blas ar Fwyd um regionale Lebensmittel zu erstehen. Hier gibt es eine breite Auswahl an lokalen Produkten sowie fertige Picknickkörbe mit der perfekten Auswahl für einen Tag auf dem Land – garantiert ohne langweilige Sandwiches.  

17 Jan 2022(last updated)

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