Großbritannien für Foodies: Local taste und mehr …

“What’s for dinner?” Diese Frage kann euch in britischen Städten einfach überall hinführen. Genau wie die Menüs in unseren Sternerestaurants saisonal wechseln, genauso ist auch die britische Küche kontinuierlich im Wandel. Sie ist frisch, abwechslungsreich und voller Aroma – so wie die brutzelnden Leckereien der Foodtrucks auf unseren Streetfood-Märkten. Und während sich die ganze Nation auf das Platin-Thronjubiläum der Queen vorbereitet, brillieren unsere Küchenchefs in Sachen Nachhaltigkeit: Sie setzen auf hyperlokale Zubereitung mit besonders umweltschonenden Produkten und heben die vegetarische Küche auf ein ungeahnt hohes Niveau.

On the go: Streetfood-Märkte und brutzelnde Hotspots

Um zu verstehen, wie eine Stadt tickt, reicht es schon, ihr Streetfood zu probieren. Es gibt kaum einen besseren Weg einen Ort und seine Menschen kennenzulernen, als sich durch die lokalen Snacks zu schlemmen und mit deren talentierten Herstellern zu chatten. Plant bei einem London Besuch unbedingt den Brixton Market ein: Neben ur-britischen Pies und Pints warten hier auch jamaikanisches Jerk Chicken, indische Dosas und japanische Curry-Gerichte. Mehr als 70 Kulturen kann man hier entdecken - eine herrliche Kostprobe des Südlondoner Lebens.

Auf dem Edinburgh Food Festival im Juli 2022 gibt es von Hummer aus East Lothian bis zu saftigen Burgern aus den Highlands Delikates aus der schottischen Küche zu probieren. Auf dem Riverside Market in Cardiff warten traditionelle walisische Leckerbissen (z. B. Käse, Brot oder das fruchtige Teebrot Bara Brith) kombiniert mit Aromen aus Italien, Frankreich und Portugal. Wer noch tiefer in die lokale Kulinarik einsteigen möchte, nimmt an einer Verkostungstour des Anbieters Loving Welsh Food teil: Zu Fuß geht es durch Cardiff  zu den Top-Foodproduzenten. Probiert Euch durch lokale Wurstwaren, Herzmuscheln, die regionale Seetang-Spezialität Laverbread und vieles mehr.

Auch in einigen anderen Städten gibt es Pop-Up-Streetfood an den ungewöhnlichsten Orten. Weniger bekannte Ecken der Cities verwandeln sich in Foodie-Hotspots: Mitten im Zentrum Yorks etwa lohnt ein Besuch bei Spark. Alte Schiffscontainer wurden hier in einen Treffpunkt für Hippster umfunktioniert, inklusive Pizzeria, Burrito-Bar und BBQ-Räucherei.  Bristol eröffnet im Juni 2022 Boxhall - eine Streetfood-Halle mit Live-Musik an der berühmte Hafenseite. In Manchester hat man für Escape to Freight Island ein altes Eisenbahndepot in Mayfield in ein pulsierendes Epizentrum für indische Küche, Konzerte und Comedy-Abende verwandelt.

Drink Heaven: Bars und Mikro-Brauereien mit dem gewissen Extra!

Die Briten lieben Pubs und Pints, aber es gibt noch viel mehr zu entdecken! Whiskymanufakturen, handgebrannte Gins und kunsthandwerklich hergestellten Cider zum Beispiel! Die Brauereien und Brennereien des Landes bieten Führungen und Verkostungen in Hülle und Fülle. In der Drygate Brasserie in Glasgow etwa, hat man die Wahl aus 23 verschiedenen Fassbieren sowie weiteren Flaschenbieren. Alle stammen aus der gleichnamigen, preisgekrönten Brauerei, die man von einigen Tischen aus sogar sehen kann. In Birmingham zelebriert der Indian Brewery Taproom die diversen Wurzeln der Stadt: Hier kombiniert man selbstgebraute Biere und IPAs mit würzigem Street Food.

In der Glengoyne Distillery unweit von Glasgow gilt es die honigfarbenen feinen Single Malts zu genießen – unmittelbar vor der Kulisse der glänzenden Kupferkessel. Das freundliche Familienunternehmen stellt schon seit 1833 Whiskey her und steckt noch immer voll innovativer Ideen: Auf dem Gelände gibt es etwa eigene Bienenstöcke und ein Feuchtgebiet für Wildtiere. Außerdem arbeitet man hier zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie. Nachhaltig ist auch die Cooper King Distillery in York: Hier wird der erste Gin der Welt mit negativer Emission hergestellt. Geschmacklich ist er trocken und aromatisch. Die Oxford Artisan Distillery setzt sich mit ihren preisgekrönten Whiskys ebenfalls für eine umweltfreundliche ökologische Landwirtschaft ein. An allen Standorten gibt es Führungen, bei denen man die Produkte sehen, verkosten und natürlich auch mit den Menschen sprechen kann, die diesen wunderbaren Whiskey herstellen.

Wenn Ihr jetzt alle britischen Drinks durchprobiert habt, könnt ihr Euch gleich in der Herstellung eines eigenen Gins versuchen - natürlich mit ein wenig Hilfe von Experten. Bei der Gin Making Experience in der Hensol Castle Distillery in der Nähe von Cardiff wählt Ihr Eure Aromafavoriten, seid beim Destillationsprozess live dabei und dürft dann Eure Kreation sogar mit nach Hause nehmen. Ihr wollt lieber Bier?  Dann werdet zum Braumeister beim Bier-Workshop vom London Beer Lab. Whisky-Fans kommen bei der Blend Your Own-Session  bei der Scotch Whisky Experience in Edinburgh voll auf ihre Kosten.

Nachhaltige Häppchen: Gut für Euch und den Planeten!

Nachhaltiges Essen freut nicht nur die Umwelt: Es bringt euch mitten ins Herz eines Ortes, verbindet mit der lokalen Community und inspiriert unsere Restaurants zu neuen aufregenden Experimenten. Das italienische Restaurant Contini George Street in Edinburgh hat etwa in der ganzen Stadt eigene Bienenstöcke verteilt - unter anderem an der Scottish National Gallery of Modern Art. Für sein hyperlokales Menü bezieht das Restaurant Zutaten aus dem eigenen Gemüseanbau sowie von mehr als 70 schottischen Produzenten.

Seit Juni 2021 arbeitet das Londoner Lokal Gauthier Soho zu 100 Prozent vegan. Chefkoch Alexis Gauthier propagiert dabei einen "progressiven, mitfühlenden" Ansatz für die gehobene Gastronomie. Das Ergebnis begeistert die Kritiker: Speisen, wie etwa Risotto mit schwarzem Trüffel und einem salzig-süßen "Kaviar" aus Seetang - zelebrieren Großbritanniens Kreativität. Viele ausgezeichnete Sternelokale in der Hauptstadt haben sich dem Trend zu veganer Küche angeschlossen, wie etwa Galvin La Chapelle in Spitalfields oder das Pied à Terre in Fitzrovia.

Im Food For Friends in Brighton ist man schon seit 1981 auf vegetarische und vegane Küche spezialisiert. Auf der ständig wechselnden, saisonalen Speisekarte gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Wie wäre es etwa mit „Mais-Rippchen" in Tamarinden-BBQ-Soße oder mit glasierter Aubergine und Sweet Chili Satay. Ein weiterer Tipp für Cardiff: Das Restaurant Nook in der walisischen Hauptstadt trägt eine Michelin-Auszeichnung für seine biologischen und biodynamischen Weine – perfekte Begleiter für die walisischen Spezialitäten.

11 May 2022(last updated)

Dies könnte ihnen auch gefallen: