Hier ist Musik drin

Großbritannien hat so viele großartige Bands und berühmte Musiker hervorgebracht, dass es schwierig ist, die besten 20 zu benennen, ohne mindestens 20 weitere auszulassen. Begebt euch mit uns auf eine kleine Reise durch die Popmusikgeschichte des Vereinigten Königreichs.

A waxwork of John Lennon playing the guitar and singing

England

Seit den 1960er-Jahren entstand mit den Mods eine rebellische Subkultur in „Swinging London“. In der Carnaby Street in Soho kauften The Beatles, The Rolling Stones, The Kinks, Brigitte Bardot und Elizabeth Taylor ihre elegante, ausgefallene Kleidung. Als 1964 der legendäre Marquee Club nach Soho in die Wardour Street nahe Carnaby zog, traten dort The Who, Jimi Hendrix, David Bowie, Pink Floyd, Led Zeppelin, Jethro Tull und viele andere spätere Stars auf, denen in London der Durchbruch gelang. Ende der 1960er-Jahre nahm etwa Genesis mit Peter Gabriel die erste Platte auf. In London gründeten sich auch Queen.

Bis heute ist der Zebrastreifen auf der Abbey Road, über den The Beatles für das Cover des gleichnamigen Albums gingen, eine Touristenattraktion. Fast so berühmt wie der Zebrastreifen ist die Graffiti-Wand vor den Studios: Seit 50 Jahren hinterlassen dort Fans aus aller Welt inspiriert von Songtexten ihren Musikhelden Botschaften.

Während in den 1990er-Jahren die gecastete Band Spice Girls für Furore sorgten, löste die Londoner Musikerin Amy Winehouse mit ihrem Album Back to Black von 2006 eine weltweite Retrosoul-Welle aus. Eine der gegenwärtigen, international bekannten Musikstars aus London ist Dua Lipa.

Man, wearing scarlet red trousers, performing on stage

Im Seebad Brighton nicht weit von London kehren mit dem Festival Brighton Mod Weekender jeden Sommer die Swinging Sixties für ein Wochenende zurück – inklusive Livemusik, entsprechenden Outfits und röhrenden Vespas. Übrigens hat auch die Londoner Musikerin Adele ein Haus in Brighton.

Birmingham ist nicht weltberühmt für seine Musikszene, aber von hier stammen Bands wie Black Sabbath, Judas Priest oder UB40. Der Mothers Club in Erdington, Birmingham, war einer der bekanntestes Rockclubs Englands. Die Symphony Hall in Birmingham zählt mit ihrer hervorragenden Akustik zur Top Ten der besten Konzerthallen der Welt. Im Sommer finden in der Stadt hochkarätige Festivals wie das Jazz Funk & Soul Festival oder Solihull Jazz & Blues Festival statt.

In Liverpool in der Grafschaft Merseyside im Nordwesten Englands entstand der Merseybeat – eine Mischung aus Pop und Rock. John Lennon wurde hier geboren und gründete später in Liverpool die weltberühmte Band The Beatles. 

Liverpool trägt den Titel „World Capital City of Pop“. Denn Musiker aus dieser Stadt haben 56 Nummer-1-Hits produziert – das gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Neben The Beatles zählen Gerry and The Pacemakers, Billy Fury, Frankie Goes To Hollywood oder Rebecca Ferguson zu den bekanntesten Künstlern. Die größte Ausstellung über die berühmten Pilzköpfe zeigt das Museum The Beatles Story. Das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra mit seinem breiten Repertoire ist übrigens das älteste Orchester Großbritanniens, seine Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1840.

Man and woman toasting with white wine and beer

Im Frühling 2023 findet der 67. Eurovision Songcontest in der Liverpool Arena statt. Der Wettbewerb wird im Namen der Ukraine ausgetragen und verspricht mit Sicherheit ein weiteres musikalisches Spektakel, das in die Geschichtsbücher von Liverpool und Großbritannien eingehen wird. 

Die musikalische Blütezeit von Manchester begann in Ende der 1970er-Jahren mit der Punk- und New-Wave-Szene und Bands wie Joy Division und The Smiths. Bald schon entstand der Spitzname von „Madchester“. In Manchester entstand in den späten 1980er-Jahren eine wilde Mischung aus Rock und elektronischer Dance Musik, die Ravekultur entwickelte sich. Aus Manchester kommen Bands wie The Stone Roses, Oasis, Take That, die Bee Gees und Simply Red. Das Museum of Science and Industry zeigt immer wieder neue Ausstellungen zur Musikgeschichte Manchesters.

Auch Newcastle hat einige berühmte Bands wie Sting, Cheryl Cole und The Animals hervorgebracht. Die Studentenstadt ist bekannt dafür, eines der besten Nachtleben in ganz Großbritannien zu haben, in Clubs wie The Cluny treten regelmäßig international bekannte Bands auf. Auch auf der gegenüberliegendes Flussseite im spektakulären The Sage Gateshead finden Konzerte statt.

Wales

In Cardiff, der Hauptstadt von Wales, steht mit Spillers Records der älteste Plattenladen der Welt. Er stammt aus dem Jahr 1894. Neben Genres wie Jazz, Metal, Soul gibt es hier auch walisische Musik zu kaufen. Eine andere Institution in Cardiff ist Kellys Records in Cardiff Central Market. Es ist eine wahre Schatztruhe für Vinyl-Fans, in den Plattenregalen kann man nach echten Raritäten stöbern.

Shop front of Spillers Records

Wales hat eine lange Musiktradition mit Männerchören. Einer der erfolgreichsten ist der Pontarddulais-Männerchor. Auch Chöre wie Treorchy und Morriston sind bekannt und jüngste Erfolge von Only Men Aloud haben die Männerchor-Tradition im Land beliebter als je zuvor gemacht.

Weltweit bekannte Musiker und Bands aus Wales sind Shirley Bassey, Tom Jones, die Stereophonics, Manic Street Preachers, Donna Lewis und Duffy, deren Soul-Pop von Amy Winehouse inspiriert wurde.

Das Monmouth Festival in Monmouth nordöstlich von Cardiff ist eines der größten kostenlosen Festivals in Europa. Neben, Indie und Blues ist hier auch klassische Musik zu hören.

Schottland

Glasgow ist die Stadt im Vereinigten Königsreich (nach London), deren Name am häufigsten in Songtiteln vorkommt: rund 120 Songtitel mit Glasgow darin gibt es, mit etwas Abstand gefolgt übrigens von Edingburgh

Franz Ferdinand und Paolo Nutini, Annie Lennox, Belle and Sebastian, Mogwai, Primal Scream oder The Jesus and Mary Chain kommen aus Glasgow. Die Stadt hat den Ruf, nahezu jeden Abend gute Livekonzerte zu veranstalten. Venues wie The Barrowland Ballroom Glasgow oder Kings Tut’s Wah Wah Hut oder The Glad Café sind bekannt für ihre großartige Atmosphäre. Mehr über die bunte Musikgeschichte Glasgows und auch Edingburghs erfahren Besucher bei geführten Stadtspaziergängen zum Thema Musik.

Pedro De Lobo, a travelling Spanish Bagpipe player, sits busking on Carlton Hill above Edinburgh during the Festival Fringe 2022.

Wenn man über schottische Musik spricht, führt selbstverständlich kein Weg an Dudelsäcken vorbei. Im The National Piping Centre in Glasgow erfahren Besucher alles über die 300 Jahre alte Kulturgeschichte der außergewöhnlichen Musikinstrumente. Sogar ein Dudelsack, der dem Dichter Robert Burns gehört, ist hier ausgestellt. Das Celtic Connections Festival mit schottischer Musik findet immer im Januar und Februar statt und lockt mit lokalen und internationalen Musikern Fans aus aller Welt an.

Nordirland

Die bewegte Geschichte Belfasts hat viele Musiker zu Songs inspiriert. Dazu gehören U2, Snow Patrol, Elton John, Paul Muldoon, Nanci Griffith, Orbital, The Police, Spandau Ballet und Simple Minds. 

Der berühmte Song Stairway to Heaven wurde zum ersten Mal von Led Zeppelin in Belfast aufgeführt. Der prominenteste Musiker aus Belfast ist Van Morrison, der mit Songs wie Brown Eyed Girl und Moondance berühmt wurde. In den 1970er- und 1980er-Jahren war außerdem die Punkband Stiff Little Fingers bekannt, die in ihren Songtexten über die Konflikte der Stadt schrieb. Auch der Blues- und Rockmusiker Gary Moore wurde in Belfast geboren.

Sehr sehenswert ist das Oh Yeah Music Centre. Es befindet sich in einer ehemaligen Whiskey Lagerhalle und zieht seit Jahren internationale Künstler wie auch lokale Talente für Auftritte an. Neben diversen Probe- und Aufnahmeräumen können Besucher sich hier auch eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Musik in Nordirland anschauen. 

Sonorities ist ein jährliches Festival, das an verschiedenen Orten in Belfast stattfindet – mit digitaler Musik, Sound Art und Musikvideos. Ein weiteres Musik-Festival in der nordirischen Hauptstadt ist das Outdoor-Festival Belsonic, dass jährlich im August stattfindet.

01 Feb 2023(last updated)

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