Hogmanay in Edinburgh: Die größte Silvester-Party der Welt

Überall auf der Welt feiert man Silvester – und trotzdem gibt es wohl keinen Ort auf unserem Planeten, der wie Schottlands Hauptstadt diese Nacht (oder besser das alte Jahr) zelebriert. Nicht ohne Grund sagen die Schotten: Egal, wo man herkommt, mindestens einmal im Leben sollte man eine Reise zu Edinburghs Hogmanay erlebt haben.  

Vielleicht ist es die Tatsache, dass die Party in Edinburgh drei Tage lang andauert, statt nur einen Abend. Vielleicht ist es das schiere Angebot an Entertainment und Spaß in einer Stadt, die für seine vielen Festivals das ganze Jahr über weltberühmt ist. Es könnte auch die einzigartige Atmosphäre sein, die man inmitten all der Urlauber und Edinburgher im historischen Zentrum der Stadt spürt. Nicht zu vergessen der atemberaubende Anblick eines spektakulären Feuerwerks, das den Himmel über den Türmen des Schlosses mit Licht und Musik füllt.  

Was auch immer diese Mischung aus Musik, Tradition, Energie, Geschichte, Wikingern und jeder Menge Spaß ausmacht, es scheint jedenfalls zu funktionieren: Denn Jahr für Jahr ist die Stadt nahezu ausverkauft. Und ja, richtig gelesen: Wikinger!

Die behelmten Normannen reisen jedes Jahr mit einem Langboot aus Shetland an, um das Hogmanay-Fest in Edinburgh mit einem Fackelzug zu eröffnen. Die Prozession findet bereits am 30. Dezember statt und ist ein wirklich beeindruckendes Erlebnis zum Beginn der Festivitäten.Tausende Fackelträger marschieren durch die Stadt: Los geht’s im historischen Zentrum, der Old Town, deren Gebäude bis ins 14. Jahrhundert zurückdatieren. Weiter bergab führt der Straßenzug entlang der Hauptstraße “Princes Street”.

Einige zehntausend Zuschauer sammeln sich währenddessen auf den Bürgersteigen und jubeln den Fackelträgern zu, die sinnbildlich einen Fluss aus Feuer durch die Straßen der Stadt bis hinauf zur Spitze des Carlton Hill bilden. Hier findet das spektakuläre Finale der Prozession mit Lichtshow, Musik und Feuerwerk statt.

Und das war nur der erste Tag der Feierlichkeiten.

Wenige Stunden später, steht Silvester in Schottland vor der Tür - besser bekannt als „Hogmanay“. Jetzt erreicht die Party den Höhepunkt. In der gesamten Stadt sind Bühnen aufgebaut, die eine Vielfalt an musikalischen Darbietungen anbieten: Von Indierock über traditionelle keltische Musik bis hin zu DJs und Tanztheater mit Jazz, Blues und vielem mehr. Oben in der Old Town organisiert die eindrucksvolle Kathedrale St. Giles auch ein klassisches Konzert im Kerzenschein. Und unmittelbar vor dem Gebäude stehen zwei Bühnen, die sich voll und ganz dem Volkstanz Ceilidh verschrieben haben. Tausende Besucher nutzen hier die Möglichkeit, mehr über den wilden schottischen Tanz zu lernen und versuchen sich sogar selbst darin.  

Zurück in der Princes Street findet das Herzstück von Edinburghs Hogmanay-Feierlichkeiten statt:  Das so genannte Konzert in den Gärten. Bekannte Künstler, wie etwa Paolo Nutini, Biffy Clyro, Lily Allen, Soul II Soul, die Pet Shop Boys und viele weitere rocken mit all den Nachtschwärmern, die ein Ticket ergattern konnten. Die Gärten in der Princes Street zählen übrigens zu den besten Plätzen der Stadt, um das gewaltige Feuerwerk zu bewundern, das oberhalb des prächtigen Schlosses von Edinburgh auf dem alten Vulkanfelsen gezündet wird.

Selbstverständlich sieht man das Feuerwerk auch viele Meilen weiter, dennoch ist es etwas ganz Besonderes unmittelbar unterhalb dieser dramatischen Licht- und Geräuschkulisse den Countdown bis zum großen Moment mitzuerleben.

Um Mitternacht ist es dann völlig egal, was die Besucher in die Stadt getrieben hat. Waren es namhafte Künstler, die traditionelle Kultur oder einfach die Partyatmosphäre mit gigantischem Feuerwerk: Zum Jahreswechsel liegen sich alle in den Armen und eine riesige Menschenmenge singt gemeinsam den Klassiker „Auld Lang Syne“. Nach dieser Geste der Freundschaft übernehmen die Bands wieder – und die Party geht weiter bis in die frühen Morgenstunden.

Wer meint, damit sei Hogmanay in Edinburgh vorbei, der irrt gewaltig!

Tollkühne schütteln am ersten Januar die Nachwirkungen des Vorabends beim Loony Dook ab: Eine Straßenparade mit ziemlich abgehärteten, kostümierten Abenteuerlustigen, die ihren Höhepunkt beim Sprung ins eiskalte Wasser des Forth-Flusses findet. Wer weniger Lust auf derlei Abenteuer hat, kann die verrückten “Dookers” auf ihrem Weg durch South Queensferry anfeuern. Die Stadt liegt nur wenige Meilen westlich von Edinburgh entfernt. Auch hier kann man in die eiskalten Fluten eintauchen – im Schatten der berühmten Brücke Forth Bridge.  

Zurück in Edinburgh warten einige trockenere Events auf Kulturfans: zum Beispiel „Scot:Lands“ - ein Festival im Festival.  Versteckte Locations in der Old Town zeigen Kostproben von Schottlands zeitgenössischer Kunst, Musik und Theaterdarbietungen. Ermöglicht wird das Pop-Up-Spektakel von einigen der innovativsten Künstlern des Landes. Der Ablauf: Man bekommt zufällig einen Ort zugewiesen, den es erst einmal zu finden gilt. Dort erlebt man eine Live-Show in wirklich intimer Atmosphäre. Jetzt geht es weiter auf die Suche nach der nächsten geheimen Anlaufstelle. Das Event gleicht einer kulturellen Schatzsuche und macht riesen Spaß! 

Zu guter Letzt steht noch ein allerletztes Neujahrsspektakel auf dem Programm: “The Final Fling” (zu Deutsch: Das letzte Techtelmechtel) nennt sich die riesige Ceilidh-Tanzveranstaltung im atemberaubenden Großen Saal des Nationalmuseums von Schottland

Egal ob man nun das flammende Licht der Fackeln gespürt, zur Musik getanzt, das Feuerwerk bestaunt und gesungen hat bis, die Kehle schmerzte, sich der Eiseskälte des Flusses widersetzt oder durch eine verlockende Schatzsuche navigiert hat – hier in Edinburgh kann man guten Gewissens das vergangene Jahr verabschieden und das neue in Begleitung von alten und neuen Freunden willkommen heißen!

Es gibt wirklich nichts, was sich auch nur annähernd mit dem Hogmanay-Festival vergleichen lässt.  

 

 

Edinburghs Hogmanay ist übrigens Teil einer ganzjährigen Festivalreihe in Schottlands Hauptstadt. Tickets für die diesjährigen Events gibt es unter edinburghshogmanay.com.

Mehr über die Festivalstadt Edinburgh lesen Sie hier: edinburghfestivalcity.com