Wales: Burgen, Drachen und Legenden

1. So lebten die Waliser: St Fagans National Museum of History

In St Fagans wurde die Geschichte von Wales im wahrsten Sinne des Wortes zusammengetragen: In dem einzigartigen Open-Air-Museum, nicht weit von Cardiff, sind mehr als 50 historische Gebäude aus verschiedenen Gegenden des Landes wieder aufgebaut worden. Darunter befinden sich eine mittelalterliche Kirche, ein keltisches Dorf, eine Siedlung für Stahlarbeiter und eine Scheune. Auf den Weiden des Geländes grasen Nutztiere. Im Bäckerladen kann man Brot kaufen, das nach alten Rezepten gebacken wird. In Werkstätten verrichten Handwerker traditionelle Arbeit. Es gibt auch ein Haus der Zukunft, das über das zeitgenössische Leben informiert. Und gerade wird das Vulcan Hotel wieder aufgebaut, ein Pub in Cardiff, der 1853 gebaut wurde, und 2012 schließen musste. In St Fagans wird er im Zustand von 1915 wieder auferstehen. Ein Museum, in dem man leicht einige Stunden zubringen kann.

 

2. Großbritanniens zweitgrößte Burg: Caerphilly Castle, Cardiff

Nach Windsor Castle ist Caerphilly Castle die zweitgrößte Burg Großbritanniens. Als erste ihrer Art ist sie von zwei Ringmauern und künstlichen Seen umgeben: ein beindruckendes mittelalterliches Bollwerk. Doch vor allem ein Makel macht die Burg so besonders: der Südostturm wurde im 17. Jahrhundert stark beschädigt und hat nun eine Neigung, die stärker ist als die des Schiefen Turms von Pisa ist. Drei Meter lehnt er sich aktuell zur Seite. Der Burgkoloss inmitten der schönen Landschaft des Brecon Beacons Nationalparks entstand im späten 13. Jahrhundert. Ein interaktives Labyrinth und eine Drachenhöhle mit animierten Drachen soll die Burg in naher Zukunft zu einer der Top-Besucherattraktionen in Wales machen. Dann sollen auch Demonstrationen mit Nachbauten von großen Wurfschleudern wie sie bei Burgbelagerungen einst zum Einsatz kamen, Bestandteil des Besucherprogramms werden.


Caerphilly Castle in Wales // Foto © Crown copyright (2010) Visit Wales, all rights reserved

3. Architektonische Schätze entdecken: in Conwy, Snowdonia

Burgen gibt es einige in Wales, genauer gesagt weit mehr als 500. Doch Conwy Castle ist ohne Zweifel eine der schönsten. Der englische König Edward I. ließ sie Ende des 13. Jahrhunderts errichten, um seinen Herrschaftsbereich in Wales zu sichern. Doch die Stadt Conwy an der Nordküste hat noch mehr Historisches zu bieten: Zum Beispiel Aberconwy House, ein Kaufmannshaus aus dem 15. Jahrhundert, das weitestgehend original erhalten ist. Auffällig ist das Äußere: Während die beiden ersten Stockwerke aus Stein gemauert sind, ist das dritte ein Fachwerkbau, der leicht überhängt. Im Inneren kann man durch die möblierten Zimmer schlendern, die die unterschiedlichen Epochen der Geschichte widerspiegeln. Sehenswert sind in Conwy auch Plas Mawr, ein beeindruckendes Stadtpalais, das 1580 entstand und das kleinste Haus Großbritanniens, das eine Grundfläche von etwa 3 x 1,80 Meter hat.


Conwy Castle in Wales // Foto © Crown copyright (2013) Visit Wales, all rights reserved

4. Wo das Walisische bewahrt wurde: St Asaph, im Nordosten

Moment mal: Kathedrale? Das wird sich der eine oder andere Besucher beim Anblick von St Asaph vielleicht fragen. Tatsächlich erinnert das kleine Gotteshaus eher an eine Kirche, wenn freilich auch an eine wunderschöne. Das Bauwerk entstand im 13. und 14. Jahrhundert. Besonders beeindruckend sind die einfachen Säulen mit den mittelalterlichen Reliefs und das fein gearbeitete, geschnitzte Chorgestühl aus dem Jahr 1482. Doch St Asaph ist nicht nur als kleinste Kathedrale Großbritanniens berühmt: William Morgan war hier Bischof und er war 1588 der Erste, der die Bibel ins Walisische übersetzte. Womit er einen entscheidenden Beitrag dazu leistete, eine schwindende Sprache vor dem Aussterben zu retten. The Translator Memorial Monument nahe der Kathedrale erinnert an ihn und weitere sieben Männer, die sich ums Walisische verdient machten.

 

5. Eine Burg zum Imponieren: Caernarfon Castle, Gwynedd

Caernarfon wäre eine unauffällige walisische Kleinstadt, doch hier ist mit Caernafon Castle die berühmteste Burg des Landes zu finden. Gemeinsam mit Harlech Castle, Conwy Castle und Beaumaris Castle gehört sie seit 1986 zum Unesco Welterbe.

Caernarfon hat achteckigen Türme, was im 13. Jahrhundert, als Edward die Burg als Königspalast und Verteidigungsanlage bauen ließ, etwas ganz Besonderes war (Türme waren üblicherweise rund). Hier wurde 1284 der erste walisische Prinz geboren und Prince Charles 1969 zum Prinz von Wales gekürt. Doch Caernarfon bietet noch mehr Geschichte: Nahe der Stadt sind die Fundamente von Segontium zu finden, einem römischen Militärlager, das gut 1000 Jahre vor der Burg entstanden war. Spaziert man zwischen den Mauerresten, gewinnt man einen Eindruck von der beachtlichen Größe des Kastells. Heute ist es eine der bekanntesten Ausgrabungsstätten in Großbritannien, die ebenfalls besichtigt werden kann.

 

6. Legenden in Höhlen: King Arthur's Labyrinth, Snowdonia

Zugegeben, es ist wohl nicht alles, was bei der unterirdischen Führung durch das King Arthur’s Labyrinth erzählt wird, von Historikern verbürgt. Doch Legenden und das Geschichtenerzählen gehören einfach zur walisischen Kultur dazu. King Arthur’s Labyrinth befindet sich in einer ehemaligen Schiefermine. Ein etwas finster aussehender Bootsmann mit Kutte und Kapuze führt Besucher durch die Höhlen und Tunnel, lässt sie in sein Boot steigen und durchquert mit ihnen einen künstlichen Wasserfall. An einzelnen Stationen werden dann die walisischen Legenden rund um König Arthur stimmungsvoll inszeniert wiedergegeben. Oberirdisch gibt es ein Geschichten-Labyrinth, in dem man ebenfalls Figuren der walisischen Mythen und Legenden entdecken kann und etwa erfährt, wie die Tochter des Riesen Idwal den Grausamkeiten ihres Vaters entkam.

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