Wenn in der Nacht die Dielen knarren ...
Wussten Sie, dass die Hälfte aller Erwachsenen glaubt, dass Geister existieren könnten? Kein Wunder, dass jedes Jahr viele Urlauber extra deshalb nach Großbritannien kommen, um einen oder mehrere der zahlreichen Plätze zu besuchen, an denen unerklärliche und unheimliche Dinge vor sich...
Hier sind die Top 10 der verwunschenen britischen Orte. Schauen Sie doch mal vorbei, wenn Sie sich trauen:
In der Nacht ähnelt der Friedhof Highgate in London der Kulisse aus einem Horrorfilm. Schiefe Grabsteine, efeubewachsene Engel ohne Köpfe, dunkle verwilderte Wege zwischen den Grabmälern: kein Wunder, dass Highgate als verwunschenster Ort in Großbritannien gilt. Bei Tag lässt sich dort spektakuläre neogotische Architektur bewundern und es werden spannende Führungen angeboten. In Highgate befindet sich übrigens die Grabstätte von Karl Marx.
Die Geschichten über die Parrei von Borley stammen hauptsächlich von Harry Price, einem Geisterjäger des frühen 20. Jh. Sein Interesse an der Pfarrei wurde durch einen Zeitungsartikel über eine Geisternonne im Jahre 1929 ausgelöst. Seine Untersuchungen führten dazu, dass das Haus als das „gespenstischste Gebäude Englands“ berüchtigt wurde. Das Gebäude wurde 1939 durch ein Feuer zerstört, es sollen dort aber immer noch unerklärliche Dinge vor sich gehen und noch immer wird der Ort von Geisterjägern aufgesucht.
Die Gegend in den Lancashire Pennines ist als Pendle Witch Country bekannt und wird vom bedrohlich wirkenden dunklen Pendle Hill beherrscht. In der Nähe befindet sich der Ort von Großbritanniens berühmtesten Hexenprozess, dem Prozess der „Hexen von Pendle“. 1612 wurden zehn so genannte Hexen in Lancaster Castle gehängt und es wird erzählt, dass ihre Geister dort immer noch umgehen.
In vielen Pubs auf der Insel soll es spuken, was zum einen daran liegen könnte, dass es sich oft um jahrhundertealte Gebäude handelt oder vielleicht mögen Geister ab und zu einfach ein gutes Bier. Das 400 Jahre alte Red Lion in Wiltshire ist einer der am meisten von Geistern heimgesuchten Pubs in Großbritannien. Das Gebäude steht inmitten des Avebury Stone Circle, einem Weltkulturerbe und der größte Steinkreis Europas, was ganz sicher zur besonderen Atmosphäre des Pubs beiträgt.
Ob man nun an Geister glaubt oder nicht, ein Besuch im Ancient Ram Inn kann einen schon nervös machen. Knarrende Dielen, schmucklose Wände, ein leicht modriger Geruch und schwach beleuchtete Ecken und Winkel des Hauses – genau so fühlt sich ein Geisterhaus an! Und die Geschichten, die sich um das Haus ranken, sind nichts für Leute mit schwachen Nerven. Mord, Satanismus und Kindesopferung sind nur einige der Untaten, die hier verübt worden sein sollen. Ach ja, wurde schon erwähnt, dass das Haus auf einer heidnischen Begräbnisstätte errichtet wurde?
Die Türme und Türmchen und Statuen ziehen sofort die Blicke auf sich. Glamis Castle ist eines von Schottlands eindrucksvollsten Schlössern, und dies nicht nur wegen der fantastischen Architektur und seiner 600 Jahre langen königlichen Geschichte. Nein, es ist auch eines der „gespenstischsten“ Schlösser Schottlands. Unter den zahlreichen toten Seelen, die den Ort heimsuchen ist auch der Geist des Monsters von Glamis – ein furchtbar entstelltes Kind, das sein ganzes Leben in einem geheimen Zimmer eingesperrt wurde.
Der Tower of London ist nicht nur eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der britischen Hauptstadt, er ist auch Heimat vieler Angehöriger des Nicht-So-Ganz-Toten-Reichs. Kein Wunder, wenn man an die vielen Enthauptungen, Erhängungen und Folterungen denkt, die dort stattgefunden haben. Oft gesichtet wurden die so genannten „Prinzen im Tower“, die – so sagt man – von ihrem Onkel Richard III. ermordet wurden, Anne Boleyn sowie die Weiße Frau, deren Erscheinen immer von einem seltsamen Geruch nach Parfum begleitet wird.
Am 16. April 1746 fand auf dem Culloden Moor die letzte Schlacht auf britischem Boden statt. Hier wurden die Anhänger von Bonnie Prince Charlie von einer feindlichen Übermacht niedergemetzelt. Es war der Anfang der Unterdrückung von allem, was mit Schottland und Schottentum zu tun hat. Und wie man sich denken kann, lässt eine so blutige Schlacht immer auch einige gequälte Seelen zurück. So sind der Legende nach an jedem Jahrestag Schlachtrufe zu hören, wenn die Krieger in der Unterwelt den Kampf fortführen.
Die friedliche ländliche Umgebung von Llancaiach Fawr Manor gibt keinen Hinweis auf die unruhige Geschichte und die blutigen Kämpfe, die während des Bürgerkriegs hier ausgetragen wurden. Dank dieser Schlachten gibt es im Herrenhaus wahrlich keinen Engpass bei den Geistern des Hauses. Genau genommen gibt es kaum ein Zimmer, Flur oder Treppe, die von seltsamen Erscheinungen verschont blieb. Besucher des Hauses sehen, hören und fühlen seltsame Dinge und manchmal nehmen sie den Geruch von Veilchen oder Lavendel wahr.
Diese Burg aus dem 14. Jh. besitzt zwei berühmte weibliche Gespenster, die Weiße Frau und die Blaue Frau. Der Legende zufolge ist die Weiße Frau der Geist von Margaret Pomeroy, die von ihrer eifersüchtigen Schwester ins Verlies geworfen wurde und dort verhungerte. Offensichtlich spukt sie im dunklen Verlies und steigt von dort über den Margaret’s Tower auf die Mauern des Schlosses. Die Blaue Frau ist nicht an ein bestimmten Teil von Pomeroy Castle beschränkt und lockt Besucher tief in die Ruine der Burg. Es ist anscheinend keine besonders gute Idee ihr zu folgen!