Die unbekannte Route in Schottlands Süden

Länge: 300 Meilen / 482 km

Regionen: Dumfries & Galloway, Ayrshire

Großstädte (mit Flughafenanbindung) in der Nähe: Glasgow, Edinburgh und Newcastle

 

Die South West Coastal 300 ist eine wunderschöne Küstentour im Süden Schottlands, einer Region, die bei vielen Urlaubern noch nahezu unbekannt ist.

Die hier beschriebene Autorundreise entlang der Küste von Dumfries & Galloway, führt auch in das südliche Ayrshire, das zum Teil zur UNESCO-Biosphäre - Galloway and Southern Ayrshire Biosphere - und zu einem der schönsten Wälder Schottlands - dem Galloway Forest Park - gehört. Dabei trifft man hinter jeder Kurve auf atemberaubende Landschaften mit geschützten Sandbuchten, schroffer Küste und bezaubernden Küstenorten.

 

1. Caerlaverock Castle

Unser erster Stopp führt zu der besonders gut erhaltenen Burganlage Caerlaverock Castle. Diese von einem Wassergraben umgebene, dreieckige Ruine wurde aus rotem Sandstein erbaut und ist der Inbegriff einer mittelalterlichen Festung. Nicht ohne Grund wurde Caerlaverock Castle auch schon als Filmlocation genutzt. Die Burganlage lässt sich leicht zu Fuß umrunden und man kann sogar auf den Turm steigen. Derzeit nur montags geöfnet.


Caerlaverock Castle in der Nähe von Dumfries, Schottland // Foto © VisitScotland / Damian Shields

Nicht weit entfernt steht eine weitere Ruine, Sweetheart Abbey, mit einer herzerwärmenden Geschichte. Denn Lady Dervorgilla gründete die reich verzierte Abtei im späten 13. Jahrhundert zu Ehren ihres geliebten Ehemannes John Balliol, dessen einbalsamiertes Herz sie in einer Elfenbeinschatulle stets mit sich trug. Aktuell finden Restaurierungsarbeiten am Turm der Abbey statt. Dennoch kann man sich einen Teil der Abbey kostenfrei anschauen.

 

2. Schottlands Künstlerstadt: KIRKCUDBRIGHT

Die hübsche Hafenstadt Kirkcudbright zieht seit weit über hundert Jahren Maler und Kunsthandwerker an; so sehr, dass sie auch als "Schottlands Künstlerstadt" bekannt ist. Pastellfarbene Häuser und kleine, unabhängige Geschäfte und Gallerien machen den Ort zu einem besonders angenehmen Stopp für Besucher. Die Kirkcudbright Galleries, im einstigen historischen Rathaus aus dem 19. Jahrhundert gelegen, oder Broughton House & Garden zeigen unter anderem Werke des berühmten 'Glasgow Boy' EA Hornel.


Der Hafen von Kirkcudbright in Schottland // Foto © VisitScotland / Kenny Lam

 

3. The Whithorn Story

Whithorn gilt als Wiege des Christentums in Schottland. Wer sich näher damit beschäftigen möchte, dem sei ein Besuch von „The Whithorn Story“ empfohlen. Das kleine Museum beleuchtet nicht nur die Geschichte des Örtchens und seine Rolle als Zentrum für viele Pilger sondern auch das Leben von St. Ninian, Schottlands erstem Heiligen, der aus Irland hierher nach Schottland gekommen sein soll.

Etwas außerhalb gelegen, steht ein rekonstruiertes Rundhaus aus der Eisenzeit. Es lohnt sich zudem, an die Küste zu fahren und auch die Isle of Whithorn zu besuchen, ein winziges Dorf, das auf einer Halbinsel liegt und ein perfektes Postkartenmotiv bietet. Das nur vier Meilen entfernte historische Dorf war einst ein Umschlagplatz für Schmuggler und spielte eine bedeutende Rolle in der Schifffahrt.

 

4. Mull of Galloway Lighthouse

Sie haben es geschafft! Wenn Sie an den entlegenen Mull of Galloway Leuchtturm gelangen, haben Sie den südlichsten Punkt Schottlands erreicht. Von Ostern bis Oktober werden Führungen in dem immer noch genutzen Leuchtturm angeboten. Im angeschlossenen, dramatisch gelegenen Gallie Craig Coffee House gibt es nicht nur Verpflegung sondern auch den schönsten Blick aufs Meer. Die Aussicht über die schroffe Küstenlinie ist beeindruckend, im Frühling und Frühsommer blühen die Wildblumen auf den Hügeln und wer länger bleiben möchte, kann in den angrenzenden Cottages übernachten und die Abgeschiedenheit und das Meeresrauschen ganz für sich allein genießen.


Mull of Galloway Lighthouse in Schottland // Foto © VisitScotland / Kenny Lam

5. Logan Botanic Garden

Nachdem man die zerklüftete Küste erlebt hat, mag man kaum glauben, dass ein wahres Blumenparadies nur 25 Minuten entfernt liegt. Und wirklich, dieser Teil der Region ist vor allem für seine vielen Gärten berühmt. Dank der Wärme des Golfstroms gedeihen im Logan Botanic Garden Palmen und subtropische Arten wie Fuchsien und afrikanische Gänseblümchen, was ihn wahrscheinlich zu Schottlands exotischstem Garten macht; in den Frühlings- und Sommermonaten ist der Ort von bunten Farben überflutet. Geöffnet von März bis November.

 

6. Culzean Castle

Schlösser auf Klippen sind ja immer schön – aber Culzean Castle ist einfach atemberaubend. Etwas abseits der Route gelegen, lohnt sich unbedingt ein Stopp. Hoch über dem Meer ragt es empor, umringt von Gärten, einem Wildgehege und mit eigenem Kiesstrand. Das großartige Schloss, Teil des National Trust for Scotland, stammt aus dem Jahr 1792 und wurde von Robert Adam entworfen. Im Inneren finden Sie eine auffällige ovale Treppe und kunstvolle Wappenschilder. Sie können in diesem Märchenschloss sogar in der Eisenhower-Suite übernachten, die nach dem ehemaligen US-Präsidenten benannt ist, der vom Marquis von Ailsa einen Teil des Schlosses geschenkt bekam und es viermal besuchte.


Culzean Castle in Schottland // Foto © VisitScotland / Kenny Lam

7. Scottish Dark Sky Observatory

Die Region ist wenig bewohnt, ein perfekter Ort, um den Blick hinauf in die Sterne zu lenken. Im Scottish Dark Sky Observatory, das sich im Galloway Forest Dark Sky Park befindet, macht das besonders Spaß, denn in einer wolkenfreien Nacht funkeln Sterne und Sternbilder durch leistungsstarke Teleskope besonders schön. Tipp: Buchen Sie im Voraus eine der angebotenen Abendtermine.

Auch tagsüber gibt es in Süd-Ayrshire eine Menge anderer Dinge zu sehen und zu tun. Das kleine Robert Burns Birthplace Museum in Alloway widmet sich dem Leben und Vermächtnis des schottischen Nationaldichters. Oder machen Sie einen Abstecher in den Norden nach Cumnock und buchen Sie eine Führung durch das prächtige Dumfries House. Es handelt sich um eines der schönsten Herrenhäuser des Landes, an dessen Restaurierung Prince Charles maßgeblich beteiligt war. Vergessen Sie bei diesem Ausflug nicht Ihren Badeanzug - Sie können in New Cumnock, im Freibad der Stadt, das 2017 von Prinz Charles persönlich wiedereröffnet wurde, sogar schwimmen gehen!

 

8. Crawick Multiverse 

Aus einer ehemaligen Kohlenmine hat der Landschaftsarchitekt Charles Jencks die einzigartige künstliche Landschaft Crawick Multiverse geschaffen. Ganz in der Nähe, im hübschen Städtchen Sanquhar, können Sie dann Ihre Postkarten im ältesten funktionierenden Postamt der Welt aufgeben. Und noch einen Superlativ gibt es auf der Route. Schottlands höchstgelegenes Dorf, Wanlockhead, in dem das Museum für Bleibergbau untergebracht ist.  

 

9. Grey Mare's Tail Nature Reserve

Es ist wieder Zeit, tief in die schottische Natur einzutauchen. Der Grey Mare's Tail ist mit 60 Metern einer der höchsten Wasserfälle im Vereinigten Königreich und verdankt seinen Namen der Ähnlichkeit mit dem Schweif eines Pferdes. Die Landschaft hier ist geformt durch Gletschererosion vor Millionen von Jahren. Geübte Wanderer folgen am Besten der recht anstrengenden Route von der Aussichtsplattform zum Loch Skeen, einem natürlichen Pool und der Quelle des Wasserfalls. Der Weg auf den Gipfel ist rau und steil, aber die Aussicht White Coomb ist spektakulär, und Sie können Wanderfalken, wilde Ziegen oder sogar Fischadler beobachten. In der nahe gelegenen Stadt Moffat gibt es eine gute Auswahl an Bars, Pubs und Cafés, in denen man sich nach so viel Bewegung ausruhen kann.


Der Wasserfall Grey Mare's Tail in der Nähe von Moffat, Schottland // Foto © VisitScotland / Kenny Lam

 

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